| 13.03.2019, 06:02 Uhr | Lesedauer: ca. 3 Minuten |
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![]() Extrusion von Terrassendielen aus AgriPlast bei SLS: Die Verarbeitung des Öko-Granulats stellt besondere Anforderungen an den Werkzeugbau und erfordert in der Produktion eine besonders harmonische Auslegung und Feinabstimmung des Extrusionsverfahrens - (Bild: SLS). „Das ist ein umweltfreundliches Endprodukt mit einer exzellenten Ökobilanz, das sogar den deutlich vernehmbaren Duft von Heu und Gras verströmt“, sagt SLS-Geschäftsführer Marco Streck über die Bodenprofile aus dem Öko-Granulat AgriPlast. Hierbei handelt es sich demzufolge um einen innovativen Verbundwerkstoff aus 75 Prozent Grasfaser-Zellulose und 25 Prozent recyceltem Polypropylen oder Polyethylen. Hergestellt wird er von einer Bioraffinerie im hessischen Odenwald. Bei SLS in Dahn stand hingegen die Frage auf der Agenda, wie sich daraus in der Extrusionstechnik belastbare, wetterfeste und formbeständige Terrassendielen präzise und wirtschaftlich fertigen lassen. Diese Aufgabenstellung beschäftigte Marco Streck und seine Entwicklungsingenieure über mehrere Wochen recht intensiv. „Wir konnten hierbei zwar auf unseren Erfahrungen aus dem Engineering von Holz-Kunststoff-Verbundlösungen – sogenannten Wood Plastic Composites – aufsetzen, mussten uns aber dennoch sehr intensiv mit den materialtechnischen Besonderheiten des Grasfaser-Granulats befassen“, betont der Geschäftsführer. Präzise Regelung Das Öko-Granulat AgriPlast erlaubt den weiteren Angaben zufolge die Herstellung sehr formstabiler Produkte mit einer höheren Beständigkeit gegenüber mechanischem Abrieb, Hitze, Kälte und Feuer als viele sortenreine Thermoplaste. Es entspricht demnach den Kriterien der europäischen Spielzeugnorm EN 71-3 und enthält weder Antimon noch Halogene. Zudem sei es ist zu 100 Prozent recyclingfähig. Dank dieser erstaunlichen Eigenschaften soll es über eine geradezu vorbildliche Ökobilanz verfügen und den ökologischen Fußabdruck der Endprodukte deutlich reduzieren. Das Öko-Granulat läßt sich allerdings nicht mit herkömmlichen Standardwerkzeugen der Extrusionstechnik verarbeiten. Wie im Fall anderer faserverstärkter Kunststoffe auch, seien hier beispielsweise die enormen Druckbelastungen im Werkzeug und die abrasive Wirkung der Materialien in der Maschine und im Werkzeug zu berücksichtigen. Sie stellen besondere Anforderungen an den Werkzeugbau und erfordern in der Produktion eine besonders harmonische Auslegung und Feinabstimmung des Extrusionsverfahrens. Innovative Ansätze Wie SLS-Geschäftsführer Marco Streck erläutert, muss man sich dabei auch von einigen Aspekten des traditionellen Werkzeugbaus verabschieden: „Neben viel Erfahrung sind hier vor allem innovative Ansätze gefragt. Das berührt beispielsweise die Auslegung und Aussteuerung der Werkzeugdüse, die Dimensionierung der Kalibratoren und den damit verbundenen Kühlprozess im Werkzeug. Damit das Endprodukt – in diesem Fall also die Terrassendielen – allen Qualitätskriterien standhält und sich erfolgreich im Markt etablieren kann, müssen bei uns in der Extrusion alle Produktionsparamater mit höchster Genauigkeit gefahren werden. Kleinste Abweichungen in der Prozessregelung entscheiden hier zwischen Erfolg und Misserfolg.“ Für die Verarbeitung des innovativen Öko-Granulats auf der Basis von Wiesengras-Zellulose konnte SLS sowohl die Kompetenzen seines hauseigenen Werkzeugbaus als auch sein werkstoff- und verfahrenstechnisches Knowhow aktiv einbringen. Inzwischen produziert das Unternehmen die Terrassendielen aus dem Öko-Granulat in Serie – in den Farben Natur, Braun und Schwarz. Sie werden gefertigt, kundengerecht abgelängt, konfektioniert und oberflächenschonend verpackt, bevor sie bedarfsorientiert an die Odenwälder Bioraffinerie ausgeliefert werden. „Die Entwicklung und Produktion der Bodenprofile für Biowert ist ein überaus erfolgreiches Gemeinschaftsprojekt und ein Paradebeispiel für die gelungene Zusammenarbeit zwischen Granulathersteller und Kunststoffverarbeiter“, sagt SLS-Geschäftsführer Marco Streck. Weitere Informationen: www.sls-kunststoffprofile.de, biowert.com |
SLS Kunststoffverarbeitungs GmbH & Co. KG, Dahn
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