| 19.03.2020, 15:54 Uhr | Lesedauer: ca. 3 Minuten |
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Die Automobilhersteller verkünden europaweit seit Ende letzter Woche Werksschließungen mit nicht absehbaren Folgen für die Zulieferkette. Die von der Bundesregierung angekündigten Überbrückungskredite über KfW-Programme für die Industrie gehen laut Argez in die richtige Richtung, seien jedoch derzeit nicht für jeden erreichbar. "In der Stunde der Not gilt es, zusammenzustehen!", so Christian Vietmeyer, Sprecher der ArGeZ. Die ArGeZ, ein Bündnis der Zulieferunternehmen Deutschlands und ihrer Wirtschaftsverbände, setze sich seit Jahren für eine faire Partnerschaft zwischen Automobilindustrie und ihren Zulieferern ein. Die Werksschließungen von VW, BMW, Daimler und anderen Automobilherstellern sind laut Argez angesichts der dramatischen Pandemie nachvollziehbar. Die vielen Zulieferbetriebe dürften aber nicht vor dem Aus stehen. Ein radikaler Abriss der Lieferketten dürfe nicht stattfinden. "Konkret heißt das", so Vietmeyer, "dass wir von den Abnehmern in der Wertschöpfungskette erwarten, dass diese die Waren noch bis mindestens 27.3.2020 annehmen, denn nur dann gelingt ein abgestimmter und gemeinsamer Neustart der Produktion - auch in der Zulieferkette. Wir gehen davon aus, dass sich durch Lieferverzögerungen ein Wiederhochfahren der Produktion bis Anfang Mai ziehen kann, da Waren, die noch in China sind, in den europäischen Häfen kaum vorher angekommen sein werden. Daher rechnen wir mit einer notwendigen Produktionsunterbrechung bis zum 20.04.2020. Wir erwarten von den Automobilherstellern eine klare Kommunikation zum Produktionsstopp und zur weiteren Planung." Die zu erwartende mehrwöchige Produktionsunterbrechung werde bei einem Großteil der Zulieferunternehmen zu Liquiditätsengpässen führen. Die derzeit von der Bundesregierung über die KfW zugesagten Kreditprogramme seien noch nicht ausreichend. Für viele Unternehmen seien Kredite keine Perspektive, insbesondere mit Blick auf die Zeit nach der Krise bräuchten sie jetzt vielmehr deutliche Unterstützungen des Eigenkapitals. Die Bundesregierung müsse dazu bereit sein, auch Zulieferbetrieben Zuschüsse zu gewähren. Zudem müssten die Regeln der EZB und der BAFIN an die besonderen Gegebenheiten zeitlich befristet angepasst werden, so dass die Banken nicht die üblichen Sicherheiten hinterlegen müssen. Ansonsten sei zu befürchten, dass nicht alle Unternehmen von ihren Hausbanken einen Kredit erhalten. Bereits seit etwa einem Jahr befindet sich die Industrie in einer Rezessionsphase, die zu Kurzarbeit geführt hat. In der gegebenen Situation sei daher eine sofortige Ausweitung der Dauer von Kurzarbeit auf 24 Monate dringend erforderlich. Neben einer Beschäftigungssicherung durch eine Vereinfachung der Kurzarbeiterregelungen benötigen die Unternehmen laut Argez in der aktuellen Situation auch kurzfristige Arbeitszeitflexibilisierungen. Ein erhöhter Infektionsschutz mit Mindestabstandsregelungen und Umstellungen in den Fertigungsprozessen erfordere eine kurzzeitige Flexibilisierung der Arbeitszeitbegrenzungen. Hier sei eine pragmatische Handhabung durch die jeweiligen Bezirksregierungen unverzichtbar. Ebenso entscheidend sei der Erhalt der Bewegungsfreiheiten für Unternehmen und Mitarbeiter. Einschränkungen, wie z.B. Ausgangssperren, dürften nur mit Augenmaß und unter Erreichbarkeit der Unternehmen erlassen werden. Gleiches gelte für den freien Warenverkehr. Die Just-In-Time-Produktion setze funktionierende Transportströme innerhalb Europas voraus. Aber auch transkontinentale Logistik müsse möglich bleiben. Logistische Unterbrechungen in der Lieferkette – z.B. von Vorlieferanten nach Deutschland – müssten auf ein Minimum beschränkt werden. Ein disruptiver Stopp mit nachfolgendem Wiederanlauf könne zu langfristigen Stillständen in der deutschen Zulieferindustrie führen. Rohstoffe und Güter gelten nach jetzigem Erkenntnisstand nicht als Überträger des Corona-Virus. "Der aktuelle Shutdown der Automobilindustrie bedroht die deutsche Zulieferindustrie und ihre Beschäftigten in ihrer Existenz. Deshalb sind jetzt passgenaue Finanzierungshilfen und hoch flexible Regelungen im Arbeitsrecht dringend notwendig ebenso wie der partnerschaftliche Umgang in der Zulieferkette", so Vietmeyer. Weitere Informationen: argez.de |
Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie, Hagen
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