| 28.09.2021, 14:37 Uhr | Lesedauer: ca. 2 Minuten |
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Der fränkische Automobilzulieferer Bolta-Werke GmbH will sich über ein Insolvenzverfahren neu aufstellen. Dazu hat die Geschäftsführung einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Das zuständige Insolvenzgericht in Nürnberg bestellte daraufhin Volker Böhm von der Sanierungskanzlei Schultze & Braun als vorläufigen Insolvenzverwalter. Der Geschäftsbetrieb des Unternehmens soll nach dem Insolvenzantrag ohne Unterbrechungen in vollem Umfang fortgeführt werden. Alle Aufträge sollen wie vereinbart erbracht werden. „Die Bolta-Werke gehören zu den international führenden Spezialisten für Oberflächenveredelung in der Automobilindustrie“, betonte Böhm. „Das Unternehmen verfügt über hochqualifizierte Mitarbeiter, hochmoderne Fertigungsverfahren und ein weitverzweigtes Vertriebsnetz. Das sind gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Neuaufstellung.“ Böhm hat sich bereits zum Sitz des Unternehmens nach Diepersdorf bei Leinburg, knapp 20 Kilometer östlich von Nürnberg, begeben und leitet gemeinsam mit dem Management die ersten erforderlichen Maßnahmen ein. Ursächlich für die aktuelle Schieflage des Unternehmens ist nach Angaben der Geschäftsführung die aktuelle Halbleiterkrise. In der Folge hätten einige Kunden ihre Abrufe verschoben, was bei Bolta zu einem massiven Umsatzeinbrauch führte, der finanziell nicht aufgefangen werden konnte. Die Bolta-Werke fertigen komplexe Bauteile und einzelne Komponenten wie Typenschilder und Zierleisten für zahlreiche Automobil-Premiummarken. Das Unternehmen beschäftigt am deutschen Standort in Diepersdorf zurzeit rund 1.000 Arbeitnehmer. Insgesamt arbeiten weltweit rund 2.400 Mitarbeiter für die Bolta-Gruppe. Die internationalen Produktionsstätten befinden sich im US-amerikanischen Tuscaloosa (Alabama) und in Puebla (Mexiko). Die ausländischen Bolta-Gesellschaften sind nicht von Insolvenz betroffen. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete die Bolta-Gruppe einen Umsatz von insgesamt rund 230 Mio. Euro. Der vorläufige Insolvenzverwalter Volker Böhm informiert heute in mehreren Belegschaftsversammlungen die Arbeitnehmer über den Stand der Dinge und die weiteren Schritte. Die Löhne und Gehälter der Beschäftigten seien über das Insolvenzgeld für drei Monate gesichert. „Die Mitarbeiter haben gefasst reagiert und sind weiterhin mit vollem Engagement bei der Sache“, sagte Böhm, der seit Jahren zu den renommiertesten Sanierern der Region zählt. Zudem hat Böhm bereits Kontakt zu wichtigen Kunden aufgenommen. „Diese haben ausnahmslos ihre Unterstützung für die Sanierung zugesagt und angekündigt, weiter bei den Bolta-Werken zu bestellen“, ergänzte der vorläufige Insolvenzverwalter. In den kommenden Tagen und Wochen will Böhm die vorhandenen Sanierungsoptionen ermitteln und gemeinsam mit Gläubigern und Geschäftsführung das weitere Vorgehen entscheiden. Weitere Informationen: www.bolta.com, www.schultze-braun.de |
Bolta Werke GmbH, Leinburg
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