| 04.03.2026, 12:23 Uhr | Lesedauer: ca. 3 Minuten |
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Der Verband Deutscher Werkzeug- und Formenbauer (VDWF) hat sich in einem offenen Brief an die Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, Katherina Reiche, sowie an die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, gewandt. Darin fordert der Verband kurzfristige und konkrete politische Maßnahmen zur Stabilisierung und langfristigen Sicherung des Werkzeug- und Formenbaus in Europa. Nach Einschätzung des Verbands ist die Zukunft dieser Schlüsselbranche durch wirtschaftliche und strukturelle Entwicklungen zunehmend gefährdet. Der Werkzeug- und Formenbau gilt als zentrale Grundlage der industriellen Produktion. Werkzeuge und Formen sind Voraussetzung für die Herstellung von Bauteilen aus Kunststoff, Metall und anderen Materialien und damit für zahlreiche industrielle Wertschöpfungsketten. Sie kommen unter anderem in der Automobilindustrie, der Medizintechnik sowie bei Konsumgütern und Verpackungen zum Einsatz und tragen maßgeblich Produkt- und Produktionswissen. Der VDWF vertritt mehr als 500 Unternehmen der Branche, die überwiegend mittelständisch geprägt sind. Neben deutschen Mitgliedern gehören auch Unternehmen aus Österreich, der Schweiz, Slowenien, Schweden, Serbien und Ungarn zum Netzwerk. Der Verband versteht sich entsprechend als europäisch ausgerichtete Interessenvertretung des Werkzeug- und Formenbaus. Wirtschaftliche Lage als alarmierend beschrieben In seinem Schreiben weist der Verband auf eine aus seiner Sicht kritische wirtschaftliche Situation des Sektors hin. Steigende Kosten, verschärfter internationaler Wettbewerb und ein deutlicher Rückgang von Produktionsvolumen und Umsatzrenditen belasteten die Unternehmen erheblich. Zugleich sei der Werkzeug- und Formenbau für zahlreiche industrielle Produktionsprozesse unverzichtbar und damit systemrelevant. Der VDWF warnt vor einer fortschreitenden Deindustrialisierung und fordert politische Maßnahmen zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der Branche. Nach Angaben des Verbands ist die wirtschaftliche Entwicklung bereits durch sinkende Produktionszahlen und eine zunehmende Zahl von Insolvenzen gekennzeichnet. Wettbewerbsdruck durch internationale Förderpolitik Besonders kritisch bewertet der Verband die Wettbewerbssituation gegenüber Anbietern aus China. Dort werde die strategische Bedeutung des Werkzeug- und Formenbaus politisch erkannt und durch umfangreiche staatliche Förderprogramme unterstützt. In Europa hingegen fehle es aus Sicht des VDWF bislang an vergleichbaren industriepolitischen Maßnahmen, wodurch europäische Unternehmen an Wettbewerbsfähigkeit verlieren könnten. Zu den vom Verband vorgeschlagenen Maßnahmen gehören unter anderem die Durchsetzung fairer Wettbewerbsbedingungen im internationalen Handel, finanzielle Entlastungen für Unternehmen sowie eine stärkere öffentliche Förderung von Innovation, Aus- und Weiterbildung. Auch der Schutz geistigen Eigentums wird als zentraler Faktor für die Zukunft der Branche genannt. Bedeutung für den Industriestandort Der VDWF betont, dass der Werkzeug- und Formenbau eine zentrale Rolle für die industrielle Basis in Deutschland und Europa spielt. Ein struktureller Rückgang der Branche hätte nach Einschätzung des Verbands weitreichende Auswirkungen auf industrielle Produktionsketten, technologische Innovationsfähigkeit und Beschäftigung. Vor diesem Hintergrund ruft der Verband zu einem intensiveren Dialog zwischen Politik und Industrie auf, um Maßnahmen zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit und zur Stabilisierung des Sektors zu entwickeln. Der offene Brief wird durch eine Petition begleitet, die von Unternehmen der Branche sowie weiteren Interessierten unterstützt werden kann. Eine Online-Unterzeichnung sowie eine Übersicht der bisherigen Unterzeichner sind über die Website des VDWF unter www.vdwf.de/offener-brief abrufbar. Weitere Informationen: www.vdwf.de |
VDWF – Verband Deutscher Werkzeug- und Formenbauer e.V., Schwendi
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