| 01.04.2026, 10:45 Uhr | Lesedauer: ca. 3 Minuten |
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Die Stilllegung des Chemiewerks Domo Caproleuna in Leuna ist abgewendet. Der Insolvenzverwalter der deutschen Standorte von Domo Chemicals, Prof. Dr. Lucas F. Flöther, hat den Standort auf eine von InfraLeuna und Leuna-Harze gegründete Auffanggesellschaft übertragen. Der Betrieb ging zum 1. April auf den Erwerber über. Damit bleiben das Werk in Leuna und 436 Arbeitsplätze erhalten. Gleichzeitig wurde das Insolvenzverfahren über die drei deutschen Gesellschaften von Domo Chemicals eröffnet. Nach Angaben des Insolvenzverwalters war die Fortführung des Betriebs seit Ende Dezember nur unter außergewöhnlichen Bedingungen möglich. Da dem Unternehmen praktisch keine Mittel zur Finanzierung des laufenden Betriebs zur Verfügung standen, hätte das Werk regulär bereits im Januar stillgelegt werden müssen. Eine Abschaltung der Anlagen war jedoch wegen der winterlichen Temperaturen und der damit verbundenen Umweltgefahren praktisch nicht sicher umsetzbar. Vor diesem Hintergrund ordnete das Land Sachsen-Anhalt im Rahmen einer Ersatzvornahme an, die Anlagen bis maximal Ende März in einem reduzierten Notbetrieb weiterzuführen (siehe auch plasticker-News vom 09.01.2026 und siehe auch plasticker-News vom 15.01.2026). Ziel war die Gefahrenabwehr und die Sicherung des Standorts. Diese Übergangslösung ermöglichte zugleich die Suche nach einer Investorenlösung, die nun mit der Übernahme durch InfraLeuna und Leuna-Harze umgesetzt wurde. Mit dem Eigentümerwechsel übernimmt der Erwerber die vollständige Finanzierung des Geschäftsbetriebs. Die staatliche Unterstützung kann damit beendet und die Ersatzvornahme aufgehoben werden. Das Unternehmen firmiert künftig unter dem Namen Leuna-Polyamid GmbH. Übernommen werden der Standort einschließlich der Immobilie in Leuna sowie 436 der zuletzt rund 500 Beschäftigten. Im Zuge der Übertragung wurde zwischen Insolvenzverwalter und Betriebsrat ein Interessenausgleich mit Sozialplan vereinbart. Ein Teil des Personalabbaus erfolgt über Eigenkündigungen und das Auslaufen befristeter Arbeitsverhältnisse. 39 Beschäftigten wurde betriebsbedingt gekündigt. Nicht Teil der Auffanglösung ist die Domo Engineering Plastics GmbH im brandenburgischen Premnitz. Das Unternehmen mit rund 70 Beschäftigten wird im eröffneten Insolvenzverfahren zunächst weitergeführt. Nach Angaben des Insolvenzverwalters unterstützen die Gläubiger die Fortsetzung des Geschäftsbetriebs, solange Gespräche mit potenziellen Investoren laufen. Parallel zum Investorenprozess des Insolvenzverwalters bemüht sich auch die belgische Muttergesellschaft um Lösungen für das sogenannte Veredelungsgeschäft, zu dem der Standort Premnitz gehört. Die drei deutschen Tochtergesellschaften der Domo Chemicals-Gruppe hatten am 25. Dezember Insolvenzantrag gestellt. Hintergrund war das Scheitern von Finanzierungsgesprächen mit Geldgebern über die Weihnachtstage (siehe auch plasticker-News vom 05.01.2026). Die Domo Caproleuna GmbH produziert in Leuna organische Basisprodukte wie Caprolactam, Phenol und Aceton sowie Polyamid 6. Dieser Kunststoff, auch als Nylon 6 bekannt, wird unter anderem in der Automobilindustrie, in der Elektro- und Elektronikbranche sowie bei Konsumgütern eingesetzt. Die Domo Engineering Plastics GmbH in Premnitz verarbeitet Polyamid-6-Kunststoffe zu Compounds, deren technische Eigenschaften durch Zusatzstoffe gezielt angepasst werden. Die Domo Chemicals GmbH in Leuna verfügt über keinen operativen Geschäftsbetrieb. In ihr sind die administrativen Funktionen der drei deutschen Gesellschaften gebündelt. Das Unternehmen beschäftigt rund 35 Mitarbeiter und soll nach einer Übergangsphase im April stillgelegt werden. Weitere Informationen: www.domochemicals.com, www.floether-wissing.de |
Leuna-Polyamid GmbH, Leuna/Halle (Saale)
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