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18.08.2026, 06:00 Uhr | Lesedauer: ca. 4 Minuten    

Lehvoss: Kostenorientiertes „Smart-Resourcing“-Konzept für Kunststoffverarbeiter

Lehvoss will auf der Fakuma 2026 zeigen, wie Kunststoffverarbeiter durch den Einsatz bestehender Compound-Rezepturen ihre Materialkosten senken können. Nach Angaben des Unternehmens sind in typischen Projekten Einsparungen von 10 bis 20 Prozent möglich. Qualität, Liefersicherheit und technischer Service sollen dabei auf dem bisherigen Niveau bleiben.

Grundlage des als „Smart Resourcing“ bezeichneten Konzepts ist ein über Jahrzehnte aufgebautes Portfolio erprobter Compound-Rezepturen. Statt Werkstoffe für jede Anwendung vollständig neu zu entwickeln, greift Lehvoss auf bereits qualifizierte Materiallösungen zurück und passt diese an die jeweiligen technischen Anforderungen an. Dadurch sollen sich Entwicklungsaufwand und Projektlaufzeiten reduzieren. Der Kostenvorteil entsteht dem Unternehmen zufolge somit nicht durch eine geringere Materialqualität, sondern durch eine effizientere Entwicklung und Auswahl vorhandener Rezepturen.

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Lehvoss ordnet das Angebot als zusätzliches Geschäftsfeld ein. Das Unternehmen will seine Aktivitäten im Segment der Hochleistungs-Compounds unter der Marke „Luvocom“ sowie bei technischen und rezyklatbasierten Compounds der Produktlinien „Luvotech“ und „Luvotech eco“ fortführen. Das für Smart Resourcing genutzte Rezepturportfolio basiert nach Unternehmensangaben auf den Entwicklungsarbeiten dieser Geschäftsbereiche.

Das Konzept richtet sich sowohl an bestehende Anwendungen als auch an Neuprojekte. Bei laufenden Anwendungen kann geprüft werden, ob sich ein Materialwechsel wirtschaftlich rechnet. In neuen Projekten kann der Kostenvorteil entweder zur Senkung der Materialausgaben oder zur Verbesserung der Werkstoffeigenschaften innerhalb eines vorgegebenen Budgets genutzt werden.

Neben dem Preis berücksichtigt Smart Resourcing auch die technische Spezifikation und die Beschaffungsstrategie. Materialien sollen möglichst genau auf die tatsächlich erforderlichen Leistungsmerkmale abgestimmt werden, um Über- oder Unterspezifikationen zu vermeiden. Weitere Ziele sind zusätzliche Beschaffungsoptionen, eine breitere Lieferantenbasis sowie eine höhere Planungssicherheit durch definierte Qualitätsstandards und international verfügbare Lieferstrukturen.

Treibmittelbatche zur Reduzierung von Gewicht, Zykluszeit und Energiebedarf
Als Beispiel für eine Einbeziehung des Verarbeitungsprozesses nennt Lehvoss Treibmittelbatche der Produktfamilie „Luvobatch“. Sie können unter anderem bei Spritzgussbauteilen wie Türverkleidungen oder Leuchtengehäusen eingesetzt werden.

Nach Anbieterangaben lässt sich das Bauteilgewicht damit um bis zu 25 Prozent reduzieren, ohne die geforderte Stoßfestigkeit oder Stabilität wesentlich zu beeinträchtigen. Zusätzlich können sich kürzere Zykluszeiten ergeben, wodurch sich auf einer Produktionsanlage mehr Teile innerhalb derselben Zeitspanne fertigen lassen. In bestimmten Anwendungen kann zudem die Verarbeitungstemperatur abgesenkt werden, was den Energiebedarf des Produktionsprozesses verringern kann.

Messeexponate aus Robotik, Drohnentechnik und Beleuchtung
Am Messestand will Lehvoss Anwendungen mit Werkstoffen der Produktreihen „Luvotech“, „Luvotech eco“ und „Luvocom“ zeigen. Zu den vorgesehenen Exponaten zählen ein Exoskelett, eine autonome Landwirtschaftsdrohne und eine Arbeitsleuchte aus einem rezyklatbasierten, wärmeleitfähigen Compound.

Werkstoffe für Exoskelette
An einem Exoskelett demonstriert das Unternehmen Materiallösungen für strukturelle und tribologisch beanspruchte Bauteile. Zum Einsatz kommen Compounds für den Metallersatz sowie Werkstoffe mit angepassten Reibungs- und Verschleißeigenschaften. Einzelne Materialien basieren auf industriellen Rezyklaten.

Die Anwendung soll zeigen, wie sich mechanische Stabilität und funktionale Eigenschaften mit einer wirtschaftlich ausgerichteten Werkstoffauswahl verbinden lassen. Mögliche Einsatzfelder sind neben Exoskeletten auch humanoide Roboter und weitere bewegte technische Systeme.

Leichtbau-Compounds für autonome Drohnen
Ein weiterer Schwerpunkt ist eine autonome Landwirtschaftsdrohne, deren Bauteile überwiegend aus Lehvoss-Compounds bestehen. Die Anwendung veranschaulicht den Einsatz der Werkstoffe in Leichtbaukonstruktionen und bei der funktionalen Integration komplexer Komponenten.

Für Drohnenpropeller bietet das Unternehmen carbonfaserverstärkte Compounds auf Basis seiner XCF-Technologie an. Die Werkstoffe sollen geringes Gewicht mit hoher Festigkeit und Steifigkeit verbinden. Für daraus gefertigte Propellerblätter nennt Lehvoss eine Biegefestigkeit von bis zu 527 MPa und einen Biegemodul von 31 GPa.

Im Vergleich zu Aluminium können die Bauteile nach Unternehmensangaben bis zu 50 Prozent leichter sein. Gegenüber Lösungen aus PA66 mit 50 Prozent Glasfaserverstärkung wird eine Gewichtseinsparung von bis zu 43 Prozent angegeben. Das geringere Gewicht kann dazu beitragen, den Energiebedarf der Drohne zu senken und Flugleistung sowie Reichweite zu erhöhen. Darüber hinaus sollen die Werkstoffe die Geräuschentwicklung reduzieren und die Dauerfestigkeit der Propeller verbessern.

Zum Portfolio im Bereich carbonfaserverstärkter Kunststoffe gehören neben Kurzfaser- und XCF-Compounds auch Langfaser-Compounds sowie Werkstoffe mit rezyklierten Carbonfasern.

Arbeitsleuchte mit wärmeleitfähigem Kunst­stoff­ge­häu­se aus "Luvotech eco TC" - (Bild: Lehvoss).
Arbeitsleuchte mit wärmeleitfähigem Kunst­stoff­ge­häu­se aus "Luvotech eco TC" - (Bild: Lehvoss).
Wärmeleitfähige Rezyklat-Compounds für Arbeitsleuchten
Als Beispiel für den Einsatz rezyklatbasierter Werkstoffe zeigt Lehvoss eine Arbeitsleuchte aus „Luvotech eco TC“. Die Produktlinie umfasst wärmeleitfähige Compounds für Anwendungen in der Beleuchtungstechnik und im thermischen Management.

Die Materialien sollen eine Wärmeleitfähigkeit von bis zu 18 W/mK erreichen. Gegenüber vergleichbaren Neuwarelösungen soll ihr CO₂-Fußabdruck um bis zu 60 Prozent geringer sein. Die Compounds werden aus werkstofflich rezyklierten Rohstoffen und unter Einsatz von Grünstrom hergestellt.

Der Anwendungsfall zeigt, wie rezyklierte Kunststoffe auch in Bauteilen mit erhöhten Anforderungen an Wärmeableitung und technische Leistungsfähigkeit eingesetzt werden können. Zugleich sollen die Werkstoffe Unternehmen dabei unterstützen, künftige Anforderungen an Kreislaufwirtschaft, Ressourceneffizienz und den Einsatz von Rezyklaten zu berücksichtigen.

Fakuma 2026, Friedrichshafen, 12.-16. Oktober 2026, Halle B1, Stand 1109

Weitere Informationen: www.lehvoss.de

Lehmann&Voss&Co. KG, Hamburg

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