| 30.04.2009 | Lesedauer: ca. 4 Minuten |
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Die Geschäfte des Bayer-Konzerns haben sich im 1. Quartal 2009 erwartungsgemäß sehr unterschiedlich entwickelt. "Während CropScience und Pharma ihren Wachstumskurs fortsetzen konnten, hinterließ der Einbruch im MaterialScience-Geschäft (www.bayermaterialscience.de) deutliche Spuren auch bei Umsatz und Ergebnis des Konzerns", erklärte Vorstandsvorsitzender Werner Wenning am Mittwoch bei der Veröffentlichung des Zwischenberichts. Das Ziel, den Rückgang des um Sondereinflüsse bereinigten Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) im Gesamtjahr 2009 auf 5 Prozent zu begrenzen, bezeichnete Wenning als zunehmend ambitioniert. Im Falle einer spürbaren Belebung des MaterialScience-Geschäfts halte er ein Erreichen des Ziels aber weiter für möglich. Inzwischen scheine die Talsohle erreicht zu sein. "Erste Anzeichen einer leichten Belebung der Nachfrage werden erkennbar", sagte Wenning. Der Konzernumsatz lag in den Monaten Januar bis März mit 7,895 Milliarden Euro um 7,5 Prozent unter dem Rekordwert des Vorjahres von 8,536 Milliarden Euro. Bereinigt um Währungs- und Portfolioeffekte (wpb.) verzeichnete das Unternehmen ein Umsatzminus von 9,7 Prozent. Das EBITDA vor Sondereinflüssen ging um 22,4 Prozent auf 1,695 (Vorjahr: 2,185) Milliarden Euro zurück. Auch hier konnten die Zuwächse der Life-Science-Bereiche die Einbußen im Industriegeschäft nicht ausgleichen. Das operative Ergebnis (EBIT) vor Sondereinflüssen war mit einem Minus von 32,1 Prozent auf 1,017 (1,497) Milliarden Euro ebenfalls rückläufig. Starker Rückgang der Nachfrage bei MaterialScience Im Geschäft mit hochwertigen Materialien schrumpfte der Umsatz im 1. Quartal drastisch um 34,9 (wpb. 38,4) Prozent auf 1,636 (2,512) Milliarden Euro. Die globale Wirtschaftskrise führte in den relevanten Abnehmerindustrien zu einer erheblichen Abschwächung der Nachfrage. "Insgesamt verzeichnete MaterialScience starke Rückgänge der Absatzmengen bei gleichzeitig erhöhtem Preisdruck. Hiervon waren fast alle Produktgruppen des Teilkonzerns in allen Absatzregionen betroffen", sagte Wenning und ergänzte: "Eine solche Entwicklung haben wir bei Bayer noch nicht erlebt." Das Geschäft mit Rohstoffen für Schaumstoffe (Polyurethane) war im 1. Quartal wpb. um 39,3 Prozent rückläufig. Starke Einbußen verzeichneten auch die Polycarbonate (wb. minus 41,7 Prozent) sowie der Umsatz mit Rohstoffen für Lacke, Klebstoffe und Spezialitäten, der wpb. um 40,8 Prozent nachgab. Die rückläufigen Absatzmengen und Verkaufspreise gingen mit einer deutlich geringeren Kapazitätsauslastung der Produktionsanlagen bei MaterialScience einher. Dies führte zu einem Einbruch des EBITDA vor Sondereinflüssen auf minus 116 (plus 407) Millionen Euro. Die Verringerung der Rohstoffkosten spielte im Vergleich zum 1. Quartal des Vorjahres noch keine wesentliche Rolle. Wenning wies darauf hin, dass bei MaterialScience an allen Standorten weltweit bereits frühzeitig Maßnahmen wie temporäre Stilllegungen, Vorziehen geplanter Wartungsarbeiten, Produktionsdrosselungen und der Abbau von Arbeitszeitguthaben eingeleitet worden seien. Zudem hätten Management und Arbeitnehmervertreter bei MaterialScience gemeinsam für den Standort Deutschland eine befristete Reduzierung der Arbeitszeiten bei gleichzeitiger entsprechender Absenkung der Tarifentgelte beschlossen. Vergleichbare Maßnahmen gebe es bei den Leitenden Mitarbeitern und Angestellten des Teilkonzerns. Diese Regelungen sind seit Februar 2009 in Kraft. "Wir werden die Entwicklung des Marktumfelds für MaterialScience weiter beobachten und laufend analysieren. Mögliche weitere Maßnahmen und Anpassungen werden wir so ausgestalten, dass die Nachhaltigkeit unseres Geschäfts nicht beeinträchtigt wird", kündigte Wenning an. Aussichten für das Gesamtjahr 2009 Der Umsatz- und Ergebnisrückgang bei MaterialScience fiel im 1. Quartal 2009 noch stärker aus als erwartet. Allerdings haben sich die Umsätze der ersten drei Monate auf niedrigem Niveau stabilisiert. "Die Talsohle scheint somit erreicht. Erste Anzeichen einer leichten Belebung der Nachfrage werden erkennbar", so der Vorstandsvorsitzende. Im 2. Quartal erwartet Bayer eine Verbesserung von Umsatz und Ergebnis bei Material-Science gegenüber dem 1. Quartal 2009 und strebt für das Gesamtjahr ein positives EBITDA vor Sondereinflüssen an. "Vor diesem Hintergrund halten wir unser Ziel, den Rückgang des EBITDA vor Sondereinflüssen für den Konzern auf 5 Prozent zu begrenzen, für zunehmend ambitioniert", führte Wenning aus. Im Falle einer spürbaren Belebung des MaterialScience-Geschäfts halte er ein Erreichen des Ziels aber weiter für möglich. Ein Anknüpfen an den Vorjahreswert oder sogar eine leichte Verbesserung bezeichnete er als nicht mehr erreichbar. Der Konzernumsatz soll im Gesamtjahr 2009 bei etwa 32 Milliarden Euro liegen. Für Sachanlageinvestitionen erwartet das Unternehmen im laufenden Jahr nunmehr Ausgaben von 1,4 Milliarden Euro. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung sollen auf ca. 2,9 Milliarden Euro steigen. "Wir gehen weiter davon aus, die Nettofinanzverschuldung im Jahr 2009 in Richtung 10 Milliarden Euro abzubauen", bekräftigte Wenning. Hierzu solle neben der Wandlung der im Juni 2009 fälligen Wandelschuldverschreibung in Eigenkapital ein verbesserter Netto-Cashflow beitragen. Eventuelle Portfolioveränderungen seien dabei nicht berücksichtigt. |
Bayer MaterialScience AG, Leverkusen
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