| 19.05.2022, 06:02 Uhr | Lesedauer: ca. 2 Minuten |
|
|
Strom leiten, Wärme transportieren, Bakterien töten – all diese Fähigkeiten wollen Forscher der Universität Kassel neuartigen Kunststoffen beibringen. Für Projekt- und Grundlagenforschung haben sie jetzt das Anwendungszentrum „Funktionenintegrierende Kunststofftechnik“ (Unifipp) gegründet. Polymere verbinden ein geringes Gewicht mit einer hohen Stabilität und kommen daher häufig dort zum Einsatz, wo Ressourcen eingespart werden sollen – etwa im modernen Automobilbau. Inzwischen sind sie nicht mehr nur aus Erdöl herstellbar, sondern auch aus nachwachsenden Rohstoffen. Doch Kunststoffe können mehr, finden die Kasseler Wissenschaftler. Neue Eigenschaften würden ihren Einsatzbereich deutlich vergrößern: So könnten sich in der Medizintechnik Teile selbst sterilisieren, Fensterscheiben sich automatisch verdunkeln oder spezielle Schichtaufbauten in Fenstern, Fassaden oder Autos Strom produzieren. Dafür experimentieren die Forscher im Unifipp mit verschiedenen Thermoplast-Mixturen, Zusatzstoffen oder besonderen Fertigungsverfahren. Viele der angestrebten Eigenschaften lassen sich durch die Kombination bestimmter Kunststoffschichten erzeugen. Einige der Produkte funktionieren weltweit bereits im Labor oder zumindest in der Theorie – das Unifipp soll ein Ort sein, wo sie marktreif werden. Dabei kooperiert es eng mit Unternehmen aus der Region und darüber hinaus. Das Anwendungszentrum hat in den vergangenen Jahren dafür eine Anschubfinanzierung von 2,3 Mio. Euro vom Land Hessen erhalten, aus EFRE-Mitteln sowie dem Innovations- und Strukturentwicklungsbudget. Auch ein Förderkreis machte sich für die Einrichtung stark. Weitere Mittel spielt das Unifipp über Drittmittel-Projekte selbst ein. Das Zentrum kann nicht nur auf eine langjährige Spitzenforschungs-Expertise am Institut für Werkstofftechnik der Universität Kassel aufbauen, sondern auch auf eine hervorragende Infrastruktur zurückgreifen. Dazu zählen u.a. spezielle 3D-Drucker, Beschichtungsanlagen sowie Standard- und Sonderverfahren im Spritzguss und der Extrusion. „Die Verknüpfung von Forschung, Lehre und industrieller Anwendung ist unsere große Stärke“, betont Prof. Dr.-Ing. Hans-Peter Heim, der wissenschaftliche Leiter des Zentrums. „Das Potenzial ist riesengroß. Wer vielseitige und leichte Bauteile herstellen kann, spart Ressourcen und gewinnt Wettbewerbsvorsteile.“ Das Unifipp befindet sich am Campus Holländischer Platz der Universität Kassel. Es hat derzeit fünf Beschäftigte. Geschäftsführer ist Michael Hartung. Weitere Informationen: www.uni-kassel.de/maschinenbau/institute/werkstofftechnik/fachgebiete/kunststofftechnik |
Universität Kassel, Institut für Werkstofftechnik, Kassel
» insgesamt 21 News über "Institut für Werkstofftechnik" im News-Archiv gefunden
Ihre News im plasticker? Bitte senden Sie Ihre Pressemitteilungen an redaktion@plasticker.de!
| » zurück zum Seitenanfang |
Top-Meldungen der letzten Tage
SKZ: Neue Leitung für die Forschungsgruppe Bauteileigenschaften
Mürdter: Spritzgießer beendet Insolvenzverfahren
Polymer Service Merseburg: Kapazitätserweiterung für Langzeitprüfungen an Kunststoffen
PPWR gilt ab heute: Neues EU-Verpackungsrecht startet
„Kollekt“: Forschungsprojekt für recyclingfähige Fahrzeugbeleuchtung gestartet
Meist gelesen, 10 Tage
Polymer-Gruppe: Großbrand zerstört Lagerhalle in Pferdsfeld
PPWR gilt ab heute: Neues EU-Verpackungsrecht startet
Lanxess: Preiserhöhung für Adipinsäure
Epoch Biodesign: Übernahme eines PA6.6-Werkes in Spanien
Plastics Europe Deutschland: VerpackDG bringt neue Nachweispflichten für Unternehmen
„Kollekt“: Forschungsprojekt für recyclingfähige Fahrzeugbeleuchtung gestartet
Meist gelesen, 30 Tage
Karl Hess GmbH & Co. KG: Vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet
Arburg: Übernahme der Stork Plastics Machinery B.V.
Erema: Gruppe bleibt trotz deutlichem Umsatzrückgang profitabel
Hess plastics: Neuaufstellung im Insolvenzverfahren - Strukturierter Investorenprozess eingeleitet
Meist gelesen, 90 Tage
Durotherm: Übernahme durch swissplast group sichert Fortführung der Standorte Haiterbach und Lindlar
Karl Hess GmbH & Co. KG: Vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet
Grünstoff: Kunststoffrecycler mit strategischer Neuausrichtung
Dreher: Vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet
Evonik: Stellenabbau und Ausstieg aus dem Polyester-Geschäft angekündigt
Dann veräußern Sie diese kostenlos
in der Rohstoffbörse.
| IKT: Lehrbuch „Kunststofftechnik – Einführung und Grundlagen“ in neuer Auflage
|