| 08.07.2022, 13:22 Uhr | Lesedauer: ca. 2 Minuten |
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Deutschland exportierte in 2021 nur noch 766.200 Tonnen an Kunststoffabfällen. Damit sinken die Ausfuhren das fünfte Jahr in Folge. Im 10-Jahres-Vergleich hat sich diese Menge fast halbiert, erläutert der Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V. (bvse) den Hintergrund. Im Jahr 2021 importierte Deutschland demnach aber auch 476.200 Tonnen, weil es an Kunststoffabfällen mangele, die in der Praxis recyclingfähig seien. Gleichzeitig arbeiten die Recyclingunternehmen am Anschlag. Das sei beim 24. Internationalen bvse-Altkunststofftag deutlich geworden (siehe auch plasticker-News vom 23.06.2022). Es führe kein Weg an einem Ausbau der Recyclingkapazitäten vorbei. Dafür müssen aber die Rahmenbedingungen deutlich geändert werden, hieß es beim bvse-Pressegespräch. bvse-Experte Dr. Thomas Probst legte den Finger in die Wunde: "Höhere Kapazitäten für das Kunststoffrecycling erfordern bessere Sammelqualitäten, den Ausbau der Sortierung sowie das Erweitern der Kapazitäten für die Aufbereitung und das Recycling." Nach Meinung des bvse muss das Sammelsystem für Kunststoffabfälle deutlich verbessert werden, damit sich die Sammelqualität und damit die für das Recycling in Betracht kommende Menge an Kunststoffabfälle erhöht. Dabei müsse nicht nur die LVP-Sammlung in den Blick genommen werden, sondern ebenfalls die kommunalen Sammelsysteme, damit kein "Verschiebebahnhof" zulasten der Qualität mehr möglich ist. Auf Kritik stieß aber auch die Schwierigkeit der Recyclingunternehmen, ihre Anlagenkapazitäten zu erweitern beziehungsweise neue Recyclinganlagen zu bauen. Im Pressegespräch wurde beklagt, dass Projekte von der Bürokratie verzögert, verteuert und schlussendlich sogar verhindert werden. Das beständige Nachfordern von weiteren Plänen, Auflagen und Gutachten schade dem Erhalt und Ausbau der bestehenden Standorte. Gerade bei den unteren Abfallbehörden seien Entscheidungen zeitnah zu treffen. Hier müsse der Grundsatz gelten, dass Bescheide innerhalb festgesetzter Fristen ergehen – andernfalls müsse der Antrag als genehmigt gelten. Der bvse plädiert dringend für eine Planungs- und Genehmigungsbeschleunigung für die Recyclingbranche, ähnlich wie dies die Bundesregierung auch für den Energiebereich plant. Hier sollen Zukunftsprojekte in der Hälfte der Zeit geplant und genehmigt werden. Diesen Ansatz will der bvse für die Genehmigung von Aufbereitungs-/Behandlungsanlagen, Sammel- und Lagerplätzen oder auch Zwischenläger anwenden, damit die Unternehmen zügig dringend benötigte Recyclingkapazitäten schaffen können. "Deutschland kann sich das bisherige Trödeln, das Zögern und Zaudern bei Genehmigungen nicht mehr leisten. Eine gezielte staatliche Förderung des Kunststoffrecyclings ist unumgänglich, um den attraktiven Umweltstandort Deutschland zu erhalten und auszubauen", forderte Dr. Thomas Probst. Weitere Informationen: altkunststofftag.bvse.de, www.bvse.de |
Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V., Bonn
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