| 13.12.2011, 06:06 Uhr | Lesedauer: ca. 2 Minuten |
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Mit Unverständnis reagiert der Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie e.V. (GKV) auf die Entscheidung der Kultusministerkonferenz zur Ausgestaltung des Deutschen Qualifikationsrahmens (DQR) von Ende November, wonach das Abitur mit Stufe 5 höher als viele Abschlüsse der beruflichen Bildung eingestuft werden soll. Auch der Abschluß des Verfahrensmechanikers für Kunststoff- und Kautschuktechnik soll eine Stufe darunter angesiedelt werden. Der Spitzenverband sieht in der Entscheidung die Gefahr eines enormen Imageverlustes für das duale Ausbildungssystem und somit eine weitere Zuspitzung des Fachkräftemangels. Der GKV fordert daher die Kultusministerkonferenz auf, die Abschlüsse gleichzustellen. Er schließt sich damit der Einschätzung des Hauptausschusses des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) vom 01. Dezember 2011 an. Ebenso wie das BIBB, die Bundesregierung, die Wirtschaftsministerkonferenz der Länder und die Sozialpartner plädiert der GKV für eine Gleichsetzung von Allgemeiner Hochschulreife und drei- bzw. dreieinhalbjährigen Ausbildungsberufen auf einem gleichwertigen Niveau. Nur auf diesem Weg, so der GKV, bleibe es für Abiturienten weiterhin attraktiv eine Fachausbildung dem Studium vorzuziehen. "Das von der Kultusministerkonferenz vorgelegte Einstufungssystem entspricht nicht der Realität der Berufswelt. Schon heute haben viele Industriezweige Probleme, qualifizierte Schulabgänger für ihre Fachkräfteausbildung zu finden. Viele dieser Berufe, darunter auch der Verfahrensmechaniker stellen hohe Anforderungen an die Auszubildenden und späteren Facharbeiter. Durch die Einstufung des Abiturs über den meisten dualen Ausbildungsabschlüssen besteht nun die Gefahr, dass sich noch weniger junge Menschen mit Hochschulreife und somit noch weniger qualifizierte Bewerber für eine Ausbildung zum Verfahrensmechaniker entscheiden", erklärt Ralf Olsen, Geschäftsführer des GKV-Trägerverbandes pro-K und im GKV zuständig für den Bereich Bildungspolitik und Berufsbildung, die Bedenken des Verbandes und der Branche. Zudem vertritt der GKV die Auffassung, dass der ausgelernte Verfahrensmechaniker aufgrund der anspruchsvollen Ausbildung mindestens das gleiche Qualifikationsniveau erreicht hat, wie ein Abiturient. Eine gleichwertige Einstufung wäre somit in den Augen der Branche nur konsequent. Der Deutsche Qualifikationsrahmen (DQR) Der bildungsbereichsübergreifende Deutsche Qualifikationsrahmen soll bis zum kommenden Jahr endgültig von der Kultusministerkonferenz verabschiedet werden. Ebenso wie sein europäisches Pendant, der Europäische Qualifikationsrahmen (EQR), soll er den Wert von europäischen Schul- und Berufsqualifikationen in einem Achtstufenmodell vergleichbar machen. Dadurch soll die Transparenz und Mobilität innerhalb Europas gefördert und die Gleichwertigkeit zwischen allgemeiner, hochschulischer und beruflicher Bildung verwirklicht werden. Weitere Informationen: www.gkv.de |
Gesamtverband kunststoffverarbeitende Industrie e.V., Frankfurt a.M.
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