| 06.09.2012, 06:04 Uhr | Lesedauer: ca. 3 Minuten |
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Lanxess baut die weltweit größte Anlage für synthetischen EPDM-Kautschuk in China. Der deutsche Spezialchemie-Konzern will 235 Millionen Euro in das Werk in Changzhou (Provinz Jiangsu) investieren und damit seine bisher größte Investition in China tätigen. Die Anlage soll über eine Jahreskapazität von 160.000 Tonnen verfügen und bis zu 200 neue Arbeitsplätze entstehen lassen. Das Werk wird den Angaben zufolge 2015 in Betrieb gehen. Alle erforderlichen Genehmigungen der örtlichen Behörden liegen demnach bereits vor. Lanxess gilt seit der Übernahme von DSM Elastomers im Jahr 2011 als weltweit führender Anbieter von EPDM. Das Unternehmen erwartet eine Zunahme der weltweiten Nachfrage für diesen Werkstoff in den kommenden Jahren um mehr als vier Prozent. Allein in China soll die Steigerung der Nachfrage rund acht Prozent betragen, wozu insbesondere die Automobil- und Bauindustrie beitrage. China werde auch in den kommenden Jahren der größte Nettoimporteur von EPDM sein. Die neue EPDM-Anlage soll im gut etablierten Changzhou Yangtze Riverside Industrial Park errichtet werden, der Zugang zu Lagermöglichkeiten und Schiffsbeladestationen hat. Die zur Produktion von EPDM wichtigen Rohstoffe Ethylen und Propylen sollen von einer Methanol-to-Olefinen (MTO)-Anlage auf dem Gelände bezogen werden, die sich aktuell im Bau befindet. Der MTO-Prozess ist ein neuer Weg, um diese Rohstoffe zu produzieren, die üblicherweise von Raffinerien hergestellt werden. Den weiteren Angaben zufolge wird Lanxess im ersten Quartal 2013 außerdem eine World-Scale-Butylkautschuk-Anlage auf Jurong Island in Singapur in Betrieb nehmen. Am 11. September dieses Jahres werde zudem der Grundstein für eine benachbarte Anlage für Neodymium-basierten Performance Butadienkautschuk gelegt. Nachhaltige Keltan ACE-Technologie Lanxess vermarktet seine Produkte unter dem Markennamen Keltan. Das Unternehmen nutzt bei der Herstellung die sogenannte Keltan ACE-Technologie, um eine nachhaltige Produktion von EPDM zu ermöglichen. Im Vergleich zu herkömmlichen Technologien reduziert die ACE-Katalysator-Technologie den Angaben zufolge den Energiebedarf für die Produktion und erfordert durch die hohe Effizienz des Katalysators keine Katalysatorextraktion. Zudem ermögliche der Prozess die Herstellung neuer Kautschuke, wie beispielsweise ölverstrecktes EPDM und EPDM mit hohem Molekulargewicht. Die neue Anlage soll insgesamt zehn Premium-Typen von EPDM produzieren, die auf die Bedürfnisse chinesischer Kunden zugeschnitten sind. Lanxess betreibt bereits EPDM-Produktionsanlagen in Geleen, Niederlande, Marl, Deutschland, Orange, USA und Triunfo, Brasilien, mit einer Gesamtkapazität von 320.000 Tonnen pro Jahr. Lanxess plant, im Laufe des Jahres 2013 rund 50 Prozent seiner gesamten Produktionskapazität am Standort Geleen auf die Keltan ACE-Technologie umzustellen. EPDM wird vor allem in der Automobilindustrie für Türdichtungen oder Scheibenwischer verwendet. Nach Schätzungen von Lanxess werden etwa sieben Kilogramm EPDM in jedem Auto verwendet. Das Produkt wird auch bei der Modifizierung von Kunststoffen, in der Draht- und Kabelindustrie, der Baubranche sowie für die Herstellung von Öl-Additiven eingesetzt. Zu den Materialeigenschaften zählen eine sehr geringe Dichte, die hohe Beständigkeit gegen Hitze, Oxidation, Chemikalien und Witterung sowie gute elektrische Isoliereigenschaften. Seit Ende vergangenen Jahres stellt Lanxess auch aus bio-basiertem Ethylen EPDM her. Vermarktet wird das Produkt unter dem Namen Keltan Eco. Das brasilianische Unternehmen Braskem S.A. liefert dazu den Rohstoff Ethylen, der mittels Dehydratisierung aus Zuckerrohr gewonnen wird. Weitere Informationen: lanxess.com |
LANXESS AG, Leverkusen
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