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06.05.2026, 06:06 Uhr | Lesedauer: ca. 3 Minuten    

Werner Schmid: Erweiterung der Kunststofffertigung in Fulda - Zentrale Materialversorgung in Betrieb genommen

Blick in die Erweiterung der Kunststofffertigung - (Bild: Werner Schmid GmbH).
Blick in die Erweiterung der Kunststofffertigung - (Bild: Werner Schmid GmbH).
Die Werner Schmid GmbH hat am Standort Fulda ihre Kunststofffertigung erweitert und dafür benachbarte Hallenflächen saniert sowie technisch ertüchtigt. Mit einem Investitionsvolumen von rund zehn Millionen Euro einschließlich Grundstückserwerb handelt es sich den weiteren Unternehmensangaben zufolge um die größte Einzelinvestition der Unternehmensgeschichte. Die Produktionsfläche steigt demnach von rund 16.000 auf etwa 20.000 Quadratmeter. Rund 4.000 Quadratmeter entfallen auf die neue Kunststofffertigung.

Auslöser der Erweiterung war das Wachstum der Kunststofffertigung in den Jahren 2018 bis 2022. Nach dem Erwerb benachbarter Hallen im Jahr 2018 begann Ende 2021 die Planung der Sanierung. Der Baubeginn erfolgte im Herbst 2022, abgeschlossen wurden die Bauarbeiten im Dezember 2024. Seit März 2025 wird die Fertigung schrittweise im laufenden Betrieb in die neuen Flächen verlagert.

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Im Zuge des Projekts wurden unter anderem Dach, Fenster, Bodenplatte, Elektrik und Beleuchtung erneuert. Zur technischen Infrastruktur gehören eine zentrale Kühl- und Lüftungsanlage, eine zentrale Werkzeugkühlung sowie eine neue Materialtrocknungs- und Förderanlage. Die Kühl- und Lüftungstechnik nutzt die Abwärme der Spritzgießmaschinen; eine klassische zentrale Heizung ist nicht vorgesehen. Zusätzlich wurde eine zweite Photovoltaikanlage mit 600 kWp installiert. Zusammen mit der bestehenden Anlage verfügt Werner Schmid nun über eine PV-Leistung von 1.000 kWp.

Zentrale Materialversorgung
Ein zentraler Bestandteil der neuen Kunststofffertigung ist die Materialtrocknungs- und Förderanlage von Werner Koch Maschinentechnik. Sie versorgt die angebundenen Spritzgießmaschinen zentral mit getrocknetem und temperiertem Kunststoffgranulat. Die vernetzte Steuerung verbindet 13 Trockner, sechs zusätzliche Bereitstellungsbehälter und die zentrale Förderanlage. Der Gesamtdurchsatz liegt bei bis zu 600 Kilogramm Granulat pro Stunde. Derzeit sind 25 Bedarfsstellen in der Fertigung angeschlossen.

Die Anlage steuert die Materialbereitstellung entsprechend den Anforderungen der jeweils eingesetzten Kunststoffe. Sensorik zur Materialerkennung soll Fehlförderungen zu den Spritzgießmaschinen vermeiden. Eine zusätzliche Überwachung regelt den Prozess so, dass eine thermische Schädigung des Materials verhindert wird. Die Trocknung kann nach Herstellervorgaben oder auf Basis eigener Erprobungen erfolgen; eine Taupunktregelung unterstützt den Trocknungsprozess.

Für die zentrale Materialversorgung wurde ein Rohrleitungsnetz mit einer Länge von mehr als 2.000 Metern installiert. Hinzu kommen rund 200 Bögen aus gehärtetem Glas. Diese werden vor allem in den Kurven des Leitungssystems eingesetzt, da glasfaserverstärkte Kunststoffgranulate dort durch wiederholten Aufprall besonders hohe Verschleißbelastungen verursachen können. Ergänzt wird das System durch rund 7.000 Meter Steuerkabel, darunter Profinet-Industrial-Ethernet-Kabel sowie fünfadrige Ölflex-Steuerleitungen.

Die gleichmäßige Trocknung und Temperierung des Granulats soll die Prozessstabilität in der Kunststofffertigung erhöhen und manuelle Nachjustierungen reduzieren. Die Anlage wurde zudem auf ein mögliches Wachstum von rund 30 Prozent ausgelegt und kann bei zusätzlichem Bedarf modular erweitert werden.

Die Kunststoffverarbeitung bei Werner Schmid reicht bis in die frühen 1970er-Jahre zurück. Ein Schwerpunkt liegt heute auf Metall-Kunststoff-Hybridbauteilen, bei denen Einlegeteile aus der eigenen Metallfertigung umspritzt oder montiert werden. Im Jahr 2025 verarbeitete das Unternehmen 6.357 Tonnen Metall und 1.254 Tonnen Kunststoffgranulat.

Die 1946 gegründete Werner Schmid GmbH ist ein familiengeführtes Unternehmen mit Sitz in Fulda. Das Unternehmen beschäftigt rund 220 Mitarbeitende und erzielte 2025 einen Umsatz von 34,3 Millionen Euro. Zu den Leistungsbereichen zählen Werkzeug- und Formenbau, Stanz- und Umformtechnik, Kunststoffspritzguss, Metall-Kunststoff-Hybridtechnik sowie Weiterverarbeitung. Hauptabsatzmärkte sind die Automobilindustrie, Lüftungstechnik, Mess- und Regeltechnik sowie die Elektroindustrie.

Werner Schmid ist unter anderem nach ISO 9001, IATF 16949, ISO 14001 und ISO 50001 zertifiziert.

Weitere Informationen: www.werner-schmid.de, www.koch-technik.com

Werner Schmid GmbH, Fulda

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