| 19.10.2011, 06:00 Uhr | Lesedauer: ca. 3 Minuten |
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Auf der Fakuma 2011 präsentiert der Münchner Chemiekonzern Wacker ein neu entwickeltes Verfahren zur thermischen Nachbehandlung von Siliconelastomeren. Das Verfahren basiert auf dem Prinzip des Vakuumtemperns und nutzt den Angaben zufolde ein hocheffizientes Abluftrecycling zur Vermeidung von Abgasen. Dadurch sollen sich Siliconelastomere nicht nur energie- und kostensparender, sondern auch besonders sicher und nahezu emissionsfrei tempern lassen. Im Mittelpunkt stehen außerdem neue, lebensmittelkonforme Flüssigsiliconkautschuke für Dosierventile sowie flammwidrige Flüssigsilicone für Brandschutzanwendungen. Herzstück des neuen Temperverfahrens, das Wacker auf der Fakuma vorstellt, ist ein spezieller Vakuumofen, der in Zusammenarbeit mit der Firma Eberl Trocknungsanlagen GmbH im niederbayerischen Bodenkirchen entwickelt wurde. Die Anlage wird bei Temperaturen zwischen 150 und 200 Grad Celsius betrieben, arbeitet aber im Gegensatz zu herkömmlichen Temperöfen bei einem Betriebsdruck von lediglich 100 Millibar. Dadurch soll sich der zur Belüftung des Ofenraums erforderliche Luftstrom erheblich verringern. Eine weitere Besonderheit ist das integrierte Abluftrecycling. Der Luftstrom, der die freigesetzten niedermolekularen Bestandteile des Silicons beim Tempern aufnimmt, wird mittels Luftwäsche gereinigt und anschließend wieder in den Ofen zurückgeschleust. Dieser permanente Kreislauf funktioniert laut Wacker weitgehend verlustfrei und sorge für eine nahezu vollständige Reduzierung von emissionshaltiger Abluft. Das neue Verfahren arbeite sehr effizient und biete zahlreiche Vorteile. Da alle Prozesse im Vakuum stattfinden, sei der Betrieb der Anlage besonders sicher. Bei einem Druck unterhalb von 150 Millibar bestehe, unabhängig von der Konzentration der flüchtigen Siliconbestandteile in der Prozessluft, keine Gefahr, dass sich Abgase entzünden. Der niedrige Betriebsdruck erlaube außerdem eine hohe Beladung der Restluft und damit eine effektive Luftwäsche. Gegenüber herkömmlichen Prozessen sinke die Gesamtemissionen beim Vakuumtempern um mindestens 70 Prozent. Drittens müsse bei dem neuen Verfahren vergleichsweise wenig Luft aufgeheizt werden. Der Energiebedarf sei deshalb 20 Prozent niedriger als bei konventionellen Temperprozessen. Siliconartikel, die nach dem neuen Verfahren behandelt werden, besitzen den Angaben zufolge die gleichen mechanischen Eigenschaften wie konventionell getemperte Formkörper. Auch die gesetzlichen Auflagen für Siliconartikel für Lebensmittel oder medizinische Zwecke würden eingehalten. Da flüchtige Bestandteile infolge des verminderten Drucks bereits bei relativ niedrigen Temperaturen ausdampfen, eigne sich das Vakuumtempern auch zur schonenden Wärmenachbehandlung von empfindlichen Zweikomponenten-Formkörpern und von Bauteilen aus organischen Kunststoffen. Den Bau des Ofens übernimmt in Lizenz die in Bodenkirchen ansässige Eberl Trocknungsanlagen GmbH, die nach eigenem Bekunden über eine große Erfahrung bei Vakuumanlagen für die Holztrocknung verfügt. Die Anlage wird speicherprogrammiert gesteuert. Jeder Tempervorgang läuft vollautomatisch nach einem Programm ab, das spezifisch auf die Zusammensetzung des zu tempernden Guts abgestimmt ist. Alle Vakuumtemperanlagen werden in Dimension und in Ausstattung den jeweiligen Kundenanforderungen angepasst. Weitere Informationen: www.wacker.com Fakuma 2011, Friedrichshafen, 18.-22.10.2011, Halle A6, St. 6318 |
Wacker Chemie AG, München
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