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19.02.2026, 14:42 Uhr | Lesedauer: ca. 3 Minuten    

Gerresheimer: Verpackungsspezialist verschiebt Jahresabschluss 2025 und prüft Verkauf von Centor

Gerresheimer verschiebt die Veröffentlichung des Jahres- und Konzernabschlusses 2025. Ein neuer Termin soll in Abstimmung mit dem Abschlussprüfer festgelegt werden. Hintergrund sind noch laufende Untersuchungen zur Umsatzerfassung und Bilanzierung in den Geschäftsjahren 2024 und 2025. Parallel dazu hat das Unternehmen den Verkauf der US-Tochtergesellschaft Centor Inc. initiiert, um die Kapital- und Finanzierungsstruktur zu optimieren.

Wie das Unternehmen mitteilt, wurden aufgrund interner Hinweise und in Abstimmung mit dem Abschlussprüfer zusätzliche Prüfungen durch eine zweite Wirtschaftsprüfungsgesellschaft beauftragt. Ziel ist es, die Erfassung von Umsatzerlösen sowie Bilanzierungs- und Bewertungsfragen umfassend zu überprüfen und erforderliche Korrekturen auch im Hinblick auf Erkenntnisse aus einer Untersuchung im Zusammenhang mit einem laufenden BaFin-Verfahren vorzunehmen. Die noch andauernden Prüfungen führen zu einem erhöhten Zeitbedarf für die Erstellung und Prüfung des Abschlusses 2025 einschließlich der Anpassung von Vorjahreszahlen.

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Nach bisherigen Erkenntnissen haben laut Gerresheimer einzelne Mitarbeitende gegen interne Richtlinien und IFRS-Regelungen verstoßen. Die Korrekturen betreffen insbesondere Umsatzerlöse sowie die Bilanzierung und Bewertung von Vorräten. Das Unternehmen prüft Ursachen und Verantwortlichkeiten und hat erste personelle und organisatorische Maßnahmen eingeleitet.

Für das Geschäftsjahr 2024 ergibt sich auf Basis der aktuellen Erkenntnisse ein voraussichtlicher Korrekturbedarf von rund minus 35 Mio. Euro bei den Umsatzerlösen und rund minus 24 Mio. Euro beim Adjusted EBITDA. Fehlerhafte Buchungen aus dem Geschäftsjahr 2025 sollen im Rahmen des Abschlusses korrigiert werden.

Für 2025 erwartet Gerresheimer einen Umsatzrückgang am oberen Ende der bisherigen Prognosespanne von minus 4 bis minus 2 Prozent oder leicht darüber. Die Adjusted EBITDA-Marge wird nun zwischen 16,5 und 17,5 Prozent erwartet (zuvor 18,5 bis 19,0 Prozent). Das Adjusted EPS dürfte im hohen zweistelligen Prozentbereich zurückgehen und könnte auch negativ ausfallen.

Darüber hinaus rechnet das Unternehmen im Konzernabschluss 2025 mit nicht zahlungswirksamen Wertminderungen in Höhe von rund 220 bis 240 Mio. Euro. Diese betreffen im Wesentlichen Technologie- und Entwicklungsprojekte der Sensile Medical AG sowie Vermögenswerte der Gerresheimer Moulded Glass Chicago Inc. Das Type-1-Moulded-Glass-Werk in Chicago Heights soll im Rahmen des Transformationsprogramms bis Ende des Geschäftsjahres 2026 geschlossen werden. Die Produktion soll auf andere Standorte in Italien und Indien verlagert werden.

Zur Stärkung der Finanzierungsstruktur hat Gerresheimer den Verkaufsprozess für die 100-prozentige US-Tochter Centor Inc. gestartet. Für die Transaktion wurde Morgan Stanley & Co. International plc mandatiert. Der Abschluss wird noch im laufenden Jahr angestrebt. Auch die geplante Separierung des Moulded-Glass-Geschäfts wird weiter vorbereitet; ein möglicher Verkaufsprozess soll jedoch erst zu einem späteren Zeitpunkt eingeleitet werden.

Parallel treibt Gerresheimer das Transformationsprogramm „gto“ voran. Dieses umfasst Maßnahmen zur Kostensenkung, zur Verbesserung der operativen und vertrieblichen Performance, zur Optimierung des Working Capital sowie zur Anpassung des globalen Produktionsnetzwerks.

Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet das Unternehmen in einem stabilen bis leicht wachsenden Marktumfeld Umsatzerlöse von rund 2,3 bis 2,4 Mrd. Euro, eine Adjusted EBITDA-Marge von 18 bis 19 Prozent sowie einen moderat positiven Free Cashflow.

Weitere Informationen: www.gerresheimer.com

Gerresheimer AG, Düsseldorf

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