| 07.11.2011, 06:10 Uhr | Lesedauer: ca. 2 Minuten |
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Der bvse-Fachverband Kunststoffrecycling sieht sich durch einen aktuellen Bericht des WDR-Magazins Markt bestätigt. Der Beitrag zeige, dass Tüten aus Bioplastik für große Probleme beim Recycling von Verpackungen und bei der Kompostierung sorgen. Am Ende bleibe dann oft nur noch der Weg in die Müllverbrennung. Erst kürzlich machte Dr. Dirk Textor, Vorsitzender des Fachverbands Kunststoffrecycling auf die Problematik aufmerksam: "Die Qualität des Kunststoffrecyclings muss im Vordergrund stehen. Deshalb sehen wir den vermehrten Einsatz von Biokunststoffen äußerst kritisch. Hier gibt es momentan noch zu viele Fragezeichen." Immerhin 40 Cent sollen Konsumenten bei Aldi oder Rewe für die Biobeutel zahlen, die kompostierbar sein sollen. Leider halten sie nach Ansicht des bvse nicht, was sie versprechen, denn die Biotüten gleichen den herkömmlichen Kunststofftüten rein äußerlich und die Bürger wissen oft nicht, wo sie entsorgt werden müssen. Nach Gebrauch landeten sie daher meist in der Biotonne oder in der gelben Tonne. Beides sei jedoch mit Problemen verbunden: Das Kunststoffrecycling für Wertstoffe aus der gelben Tonne werde durch die Biotüten, die beispielsweise aus Maisstärke hergestellt sind, erheblich beeinträchtigt. Bei der Sortierung würden sie deshalb ausgesondert und in die Restmüllverbrennung gegeben, erklärt der bvse. Landen die Biotüten in der Biotonne, komme es hier zwangsläufig zu einer Vermischung von Biokunststoffen und herkömmlichen Kunststofftüten. Da die Materialien optisch nicht zu unterscheiden seien, würden vor der Kompostierung alle Tüten aussortiert. Im Übrigen werde die Biotüte bei der privaten Kompostierung kaum abgebaut. "Insgesamt stellt der Fernsehbeitrag den Biokunststoffen ein schlechtes Zeugnis aus", kommentiert Textor. "Es wird deutlich, dass die Idee nicht zu Ende gedacht wurde und das geht zu Lasten der Recyclingbetriebe. Auch ein augenscheinlich erfolgreiches Pilotprojekt der BASF mit Mülltüten aus Biokunststoff im Landkreis Bad Dürkheim kann darüber nicht hinwegtäuschen. Selbst wenn die Biokunststofftüten während der Kompostierung abgebaut werden, bleibt die unvermeidbare Vermischung von Biokunststoffen und herkömmlichen Kunststoffen, die zum Aussortieren aller Tüten zwingt. Die einzig praktikable Verwertungsmöglichkeit für Biokunststoffe ist zurzeit nur die Verbrennung", kritisiert Textor. Darüber hinaus betont der Fachverbandsvorsitzende, dass das Recycling herkömmlicher Plastiktüten, die von den Verbrauchern über die gelben Tonnen in den Wertstoffkreislauf gegeben werden, in Deutschland vorbildlich funktioniere. Weitere Informationen: www.bvse.de |
Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V., Bonn
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