| 19.06.2013, 06:05 Uhr | Lesedauer: ca. 2 Minuten |
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Eine grundlegende Änderung der politischen Rahmenbedingungen für das Kunststoffrecycling forderte bvse-Vizepräsident Herbert Snell in seiner Bilanz zum 16. Internationalen Altkunststofftag vergangene Woche in Bad Neuenahr (siehe auch plasticker-News vom 13.6.2013). Aus Sicht des bvse formulierte Herbert Snell drei zentrale Bausteine einer erforderlichen neuen Strategie: „Die neue Gewerbeabfallverordnung muss einen klaren Vorrang des Recyclings vor der Verbrennung beinhalten. Der zweite Baustein ist ein striktes Vorbehandlungsgebot für Abfälle und der dritte Baustein sind deutlich höhere Kunststoffrecyclingquoten über alle Produktgruppen hinweg.“ Hintergrund der Initiative ist, dass die Politik nach Ansicht des Verbandes von falschen Prämissen ausgeht. Snell verwies dabei auf die Auswertungen der aktuellen Consultic-Studie. Dort sei dokumentiert, dass die Verbrennungsanteile seit Jahren auf Kosten des Kunststoffrecyclings stetig steigen. Doch anstatt hier energisch gegenzusteuern „wird versucht, den meist kommunalen Verbrennungsanlagen, Kunststoffe weiter als Brennmaterial zuzuschustern“. Zu den vorhandenen Überkapazitäten der meist kommunalen Müllverbrennungsanlagen, kommen den weiteren Erläuterungen nach noch technisch vergleichbare Ersatzbrennstoff- oder Sekundärbrennstoffkraftwerke hinzu, die zu dieser Fehlentwicklung ebenso beitragen. Wegen dieser Überkapazitäten befinden sich demzufolge die Verbrennungspreise im Keller. Auf den Spotmärkten würden teilweise kaum mehr als 30 Euro/Tonne für die Verbrennung verlangt. Bei diesen Niedrigstpreisen lohne sich eine Sortierung, Vorbehandlung und das anschließende Recycling aber nicht mehr. Folge sei, dass immer mehr Kunststoffe in der Verbrennung und nicht in den Recyclinganlagen landen. Besonders betroffen seien hier die Mischkunststofffraktionen. Obwohl in den letzten Jahren hier technisch enorme Fortschritte hinsichtlich der Aufbereitung, des Recyclings und der Anwendungsbereiche im Produktbereich gemacht worden seien, würden die Recyclinganlagen unter dieser künstlich verzerrten Wettbewerbssituation leiden. Neben den rechtlichen Rahmenbedingungen müsse daher auch bei den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen „der Hebel schleunigst umgelegt werden“, forderte Herbert Snell. „Solange wir erhebliche Überkapazitäten im Verbrennungsbereich haben, wird der Verbrennungsanteil auch in Zukunft weiter steigen. Von daher muss ein wichtiges politisches Ziel sein, keine neuen Verbrennungskapazitäten mehr aufzubauen und die vorhandenen schrittweise zu reduzieren.“ Für den bvse-Vizepräsidenten ist klar, dass hier noch eine Menge Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit zu leisten ist. „Wir sind aber sicher, dass in Zeiten, in denen ernsthaft und intensiv nach Lösungen für mehr Ressourceneffizienz gesucht wird, das Kunststoffrecycling in all seinen Ausprägungen hervorragende Zukunftschancen hat“, prognostizierte Herbert Snell. Weitere Informationen: www.bvse.de |
Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V., Bonn
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