| 28.06.2013, 06:05 Uhr | Lesedauer: ca. 3 Minuten |
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Die BASF erweitert ihre Aktivitäten bei den technischen Kunststoffen um einen neuen Ansatz: Er heißt „Ultracom“ und umfasst ein Paket aus drei Komponenten: endlosfaserverstärkte Halbzeuge, angepasste Spritzgießmassen und die notwendige Unterstützung beim Engineering. Die zentrale Neuheit sind dabei die Halbzeuge, also Laminate aus Fasergeweben bzw. ‑gelegen und unidirektionale Tapes, die mit „Ultramid“ oder „Ultradur“, den Polyamid- oder PBT-Werkstoffen der BASF, imprägniert sind. Diese thermoplastischen Verbundwerkstoffe werden derzeit zusammen mit dem global aktiven Faserverbundhersteller TenCate und dem führenden Glasfaseranbieter Owens Corning im Rahmen einer Forschungs-Kooperation weiter entwickelt. Der zweite Teil des „Ultracom“-Pakets umfasst die individuell auf diese Laminate abgestimmten Umspritz-Materialien, ebenfalls aus dem Ultramid- und Ultradur-Sortiment, diesmal in Form von Compounds. Mit ihrer Hilfe lassen sich im Spritzguss zusammen mit den Laminaten und Tapes komplexe Bauteile fertigen, die an genau definierten Stellen über eine sehr hohe mechanische Verstärkung durch Endlosfasern verfügen, und durch das Umspritzen gleichzeitig spezifisch funktionalisiert werden können. Erste kommerzielle Ultracom-Pakete zur K 2013 Zur K 2013 will die BASF die ersten kommerziellen Ultracom-Produktpakete anbieten: Für Kundenprojekte im Bereich hochsteifer Bauteile besteht das Paket aus einem auf Polyamid 6 basierenden „Ultralaminate“ (oder „Ultratape“ für hoch ausgerichtete Verstärkungsstrukturen) sowie einem Ultramid G12 COM mit 60% Glasfaserverstärkung als Umspritzmasse. Bei besonderen Anforderungen an die Schlagzähigkeit des Bauteils wird die BASF zusammen mit dem Kunden ein auf hohe Energieabsorption optimiertes Paket einsetzen. Es besteht ganz analog aus Ultralaminate und einem Ultramid ZG7 COM. Auch hier existiert eine entsprechende Tape-Variante für lokale Verstärkungen, beispielsweise in Sitzstrukturen, die mit demselben Ultramid COM ZG7 umspritzt werden kann. Zunächst wird für die Laminate die bei den technischen Textilien bekannte orthotrope Köper-2/2-Struktur sowie Polyamid 6 zum Einsatz kommen. Auf der K 2013 sollen die ersten mittels Ultracom umgesetzten seriennahen Bauteile zu sehen sein. Simulation, Prozess-Betreuung und Prüflabor Die dritte Komponente von UltraCom ist von großer Bedeutung für den Entwickler von Bauteilen aus Verbundwerkstoffen: Sie umfasst ein umfangreiches Service-Angebot der BASF-Anwendungsentwicklung. Dazu gehört nicht nur die Unterstützung bei der Auslegung am Computer mithilfe des universellen Simulationsinstruments „Ultrasim“ der BASF, sondern ebenso die Betreuung bei der Werkstoffverarbeitung und Bauteilherstellung. Zu diesem Zweck hat die BASF ihren Maschinenpark um eine serienfertigungsnahe Spritzgieß-Pilotanlage mit automatisierter Laminat-Zuführung erweitert. Und schließlich stehen die zahlreichen Möglichkeiten des Bauteil-Prüflabors der BASF zur Verfügung. Die nächsten drei Jahre wollen sich die BASF-Experten Zeit nehmen, um zusammen mit den Kunden in der Automobilbranche fertige Großserienkonzepte für endlosfaserverstärkte thermoplastische Verbundbauteile in Karosserie und Chassis zu entwickeln. Alle Industriepartner müssen hier gemeinsam Knowhow aufbauen, um die Materialien, die Verarbeitungstechnologie und den Markt zusammen zu führen. Die BASF will zu diesem Zweck rund um ihre Composite-Aktivitäten in den nächsten drei Jahren einen hohen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag in Forschung und Entwicklung investieren. Die BASF steht ab sofort bereit, ihre Expertise in der Formulierung und Verarbeitung von technischen Thermoplasten und thermoplastisch imprägnierten Fasergeweben in weitere Kundenprojekte einzubringen. Weitere Informationen: www.basf.com |
BASF SE, Ludwigshafen
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