| 31.01.2006 | Lesedauer: ca. 3 Minuten |
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Die mehr als 600 Mitgliedsunternehmen des Bundesverbandes Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V. (bvse, www.bvse.de) erwarten in diesem Jahr einen Anstieg der Umsätze um 3 Prozent. Der Konjunkturhimmel hellt sich auf und die Zuversicht auf eine wieder wachsende Volkswirtschaft wird größer. Andererseits gehen die Unternehmen von einem weiter steigenden Konsolidierungsdruck aus, beispielsweise durch steigende Energiepreise und nicht zuletzt durch höhere Gebühren/Preise für die Abfallbehandlung in Müllverbrennungsanlagen. Unter diesem Vorzeichen geht der bvse gemäß Mitgliederumfrage von konstant bleibenden Beschäftigtenzahlen in 2006 aus. Altkunststoffe In 2005 wurden drei entscheidende Stellgrößen für die Entsorgung und Verarbeitung von Altkunststoffen verändert. Erstens erhöhten sich die angebotenen Kunststoffmengen im Binnenmarkt, da mit Auslaufen der Übergangsfrist aus der AbfAblV verstärkt nun diejenigen Kunststoffe den Verarbeitern angeboten wurden, die zuvor kostengünstig beseitigt wurden. Dabei ist allerdings zu beachten, dass zwar das Angebot an Mischkunststoffen größer wurde, die angebotenen Qualitäten aber häufig noch ungenügend sind. So sind bei den angebotenen Qualitäten dann auch die erhöhten Beseitigungskosten für die unbrauchbaren Reststoffe mit einzuberechnen, die dann die Kunststoffverarbeiter zu tragen haben. Zweitens hat in 2005 der Export von Sekundärkunststoffen nach Fernost nicht mehr in dem Ausmaß der Vorjahre den Binnenmarkt beeinflusst. Bei den Standardkunststoffen bestimmte in 2005 nun der Binnenmarkt verstärkt die Preise, Liefermengen und Qualitäten. Trotzdem sind die Preise bei verschiedenen Qualitäten weiter gestiegen, da die europäischen Verwerter nun verstärkt miteinander konkurrieren. Drittens konnten die Kunststoffverarbeiter endlich die Preiserhöhungen, die seit langem durch die hohen Annahme- und Verarbeitungspreise entstehen, am Markt durchsetzen. So müssen die Kunststoffverarbeiter die seit Jahren stark gestiegenen Inputkosten tragen, ohne dass sie diese an ihre Produkte weitergeben konnten. Im Zuge der deutlichen Erhöhungen der Energiekosten, konnten am Markt zum Teil die längst überfälligen Preiserhöhungen durchgesetzt werden; jedoch nicht in dem Maße, wie die Inputpreise angestiegen sind. Zwei völlig unterschiedliche Trends lassen sich bei der Entsorgung von Altkunststoffen im Jahr 2005 ausmachen. So ergibt sich für die Kunststoffverarbeiter aus den vorgenannten Gründen eine positivere Marktsituation, während die Kunststoffsammler harten Ausgangsbedingungen gegenüberstehen. Der Wettbewerb der Dualen Systeme erfolgt häufig zu Lasten der Entsorger, die unter schlechten Konditionen und niedrigen Vergütungen leiden. Diese Situation wird noch zusätzlich durch hohe Beseitigungskosten und gestiegene Kosten für Aufbereiten und Sortieren verschärft. Sammler und Sortierer können nun nur noch die besseren Kunststoffqualitäten am Markt unterbringen. Für das erste Halbjahr 2006 wird ein ausgeglichener Markt erwartet. Die für Deutschland prognostizierten Wachstumsimpulse werden letztlich auch den Sekundärkunststoffmarkt erreichen. Eine weitere Steigung von Kunststoffmengen und -qualitäten ist möglich. Die Energiepreise sind von 2005 auf 2006 um bis zu 25 % gestiegen. Diese Erhöhung muss an die Endverarbeiter weitergegeben werden, was angesichts der hohen Preise für Recyclate schwierig wird. Der Export nach Fernost lässt sich im Voraus nur schwer abschätzen; allerdings droht hier abermals ein Überschießen der Auslandsmärkte. Hier ist mit einem Anziehen der Auslandsnachfrage im Laufe des Januars zu rechnen. Auch bei REACh, der europäischen Chemikalienrichtlinie, ergibt sich eine Sondersituation für das Kunststoffrecycling. So muss schon jetzt darauf hingewiesen werden, dass die Produktherstellung im Kunststoffbereich durch REACh massiv benachteiligt wird. Die Auswirkungen von REACh auf die mittelständischen Kunststoffverarbeiter sind vielfältig und können im Vorfeld leider nur unzureichend abgeschätzt werden. Dennoch ist schon jetzt klar erkennbar, dass die zahlreichen Verpflichtungen aus REACh, die aus der Anmeldung, Registrierung und Zulassung resultieren und die dann umfangreiche Dokumentationspflichten auslösen, massive Einbrüche im Kunststoffrecycling bewirken werden. Im Allgemeinen werden die negativen Konsequenzen, die sich aus REACh und den noch umfangreicheren Ausführungsbestimmungen, den RIPs, für das Kunststoffrecycling ergeben, weithin unterschätzt. REACh gefährdet die bisher getätigten Investitionen im Bereich des Kunststoffrecyclings; zahlreiche Arbeitsplätze sind gefährdet. |
Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V., Bonn
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