| 25.09.2014, 06:02 Uhr | Lesedauer: ca. 4 Minuten |
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Spektakuläre Pipeline-Projekte beschäftigen nicht nur die internationale Politik, sondern auch die Industrie. Ceresana hat den europäischen Markt für Rohre unter die Lupe genommen: Das Marktforschungsinstitut erwartet, dass die Nachfrage für diese Hohlkörper bis zum Jahr 2021 auf über 51 Millionen Tonnen wachsen wird. Rohre sind vergleichsweise sichere und umweltfreundliche Transportwege und spielen in zahlreichen Wirtschaftsbereichen für die Ver- und Entsorgung eine große Rolle. Pipelines sorgen für Belebung Um die Abhängigkeit von den Transitländern Weißrussland und Ukraine zu verringern, ist die Gas-Pipeline "South Stream" geplant, die von Russland durch das Schwarze Meer über den Balkan bis nach Österreich führen soll. Der Bau der über 1.000 km langen Rohrverbindung hat in Russland bereits begonnen; in Bulgarien ist die Weiterführung derzeit allerdings umstritten. Bereits im Jahr 2011 wurde die "Nord Stream"-Pipeline von Russland durch die Ostsee nach Deutschland eingeweiht. Von dieser Verbindung aus werden weitere Pipelines zu wichtigen Abnehmer-Standorten gebaut, wie beispielsweise Chemieparks. Als Alternative zur unlängst gescheiterten "Nabucco"-Pipeline von der Türkei nach Österreich planen verschiedene europäische Länder den Bau einer "Trans Adriatic Pipeline" von der Türkei nach Italien. Entsprechend wird im Öl- und Gasbereich der Rohr-Verbrauch voraussichtlich am stärksten zunehmen. Osteuropa wächst In Europa verlegt Russland die meisten Rohre. Mit dem Bau neuer Pipelines wird dieser Staat auch in den nächsten Jahren für eine weiterhin hohe Nachfrage sorgen. Wegen seiner Rohstoff-Verkäufe kann Russland zudem deutlich mehr als andere Länder in Trink- und Abwasser-Netze investieren und auch abgelegene Regionen anbinden. In den osteuropäischen Ländern insgesamt wird der Rohr-Verbrauch in den nächsten acht Jahren voraussichtlich um durchschnittlich 2% pro Jahr steigen. Insbesondere die wieder auflebende Bauwirtschaft sorgt für Aufschwung. Dank Fördermitteln aus Brüssel wird in den neuen EU-Mitgliedsstaaten kräftig in die Versorgungsnetze investiert, vor allem für Trink- und Abwasser. Westeuropa schwächelt Im Gegensatz dazu stagniert die Rohr-Nachfrage in Westeuropa nahezu. Die Trink- und Abwasser-Leitungen bedürfen zwar auch hier in vielen Ländern einer Erneuerung. Investitionen in diese Netze werden jedoch häufig infolge der Schulden- und Finanzkrise aufgeschoben oder ganz gestrichen. Vor allem in den Mittelmeer-Anrainerstaaten kommt eine allgemein schwache Wirtschaftslage hinzu, so dass auch aus der Privatwirtschaft nur eine geringe Nachfrage kommt. In Mittel- und Nordeuropa sind die Märkte für Rohre überwiegend gesättigt. Stahl dominiert noch In Europa wird derzeit mehr als die Hälfte aller Rohre aus Stahl gefertigt. Die meisten Stahlrohre hat im Jahr 2013 Russland produziert: über 10 Millionen Tonnen. Weitere große Hersteller sind die Türkei, Deutschland und Italien. Schwere Stahlrohre werden überwiegend im Öl- und Gassektor eingesetzt, aber auch in der Industrie, etwa dem Maschinen- und Anlagenbau. In Zukunft werden laut Ceresana jedoch die viel leichteren und kostengünstig herzustellenden Kunststoffrohre die meisten Anteile hinzugewinnen. Durch verschiedene Kunststoff-Sorten können viele gewünschte Eigenschaften gezielt erreicht werden. Bereits heute machen Kunststoffrohre streckenmäßig einen erheblichen Anteil des Rohr-Marktes aus. Im Vergleich zu Betonrohren lassen sich Kunststoffrohre bei Schäden oder Verschleiß deutlich schneller austauschen – daher wird Beton zunehmend ersetzt. Bei Kunststoff- und Metallrohren liegt Deutschland mit der größten Produktion vorn. Die Studie in Kürze:
Weitere Informationen: www.ceresana.com/de/marktstudien/industrie/rohre-europa/ |
Ceresana Research, Konstanz
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