| 23.03.2017, 06:00 Uhr | Lesedauer: ca. 5 Minuten |
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![]() ![]() Durch das Einblasen in ein heißes Werkzeug kann das Bauteil eim Faserblasverfahren nach der Befüllung direkt verpresst und entformt werden - (Bild: TITK). Der Kongress beleuchtet aktuelle kunststofftechnische Anwendungen im Automobilbau. Neben den traditionellen Themenfeldern stehen in diesem Jahr unter anderem Technologietrends mit Blick auf die Nachhaltigkeit, Maßnahmen zur CO2-Reduzierung durch aerodynamische Optimierung und Leichtbau, Effizienz durch Zeit- und Materialersparnis, der Stand der Technik bei der Produktion und der Prüfung von Rezyklaten sowie Bauteile aus Hybridmaterialien im Fokus. Leichtbau und Funktionsoptimierung durch Faserblasverfahren und Hybridbauweisen ![]() „Beim Faserblasverfahren wird der Materialeinsatz reduziert, die Zykluszeiten beim Verpressen werden verkürzt sowie Handlingsschritte ... vermieden“, sagt Renate Korn, BMW - (Bild: BMW). Durch Einblasen in ein heißes Werkzeug kann das Bauteil nach der Befüllung direkt verpresst und entformt werden. Verwendet wird eine Materialkombination aus Naturfasern und recycelten Carbonfasern. Am Beispiel einer Türverkleidung konnte nachgewiesen werden, dass es möglich ist, die Fasern direkt und ohne Vorkonfektionierung einer Fasermatte in ein Hochdruckwerkzeug einzublasen. „Relevante industrielle Anwendungen sind naturfaserverstärkte Bauteile für den Automobil-Innenraum aber auch Carbonfaserverbunde mit anspruchsvoller Bauteilgeometrie. Dabei können auch recycelte Fasern eingesetzt werden“, erklärt Reußmann. Renate Korn ergänzt mit Blick auf die Einsparpotenziale und Optimierungen: „Der Materialeinsatz wird reduziert, die Zykluszeiten beim Verpressen werden verkürzt sowie einzelne Handlingschritte, wie die Halbzeugherstellung, vermieden. Bei dem Einsatz von recycelten Carbonfasern wird zudem der Recyclinggedanke gefördert sowie Gewicht eingespart.“ ![]() Dr. Thomas Reußmann: „... Anwendungen für das Faserblasen sind naturfaserverstärkte Bauteile für den Automobil-Innenraum aber auch Carbonfaserverbunde mit anspruchsvoller Geometrie.“ - (Bild: TITK). Fest steht: Hybridbauteile aus Faserkunststoffverbunden bieten für die automobile Serienproduktion ein enormes Leichtbaupotential, besondere bei hoch belasteten Fahrzeugkomponenten. „Durch die Kombination von Hohlprofilen, Organoblechen und Spritzguss kann die Masse von Strukturbauteilen signifikant reduziert werden. Neben dem so erzielten Strukturleichtbau, erlaubt die Verwendung von Faser-Kunststoff-Verbunden die gezielte kraftflussgerechte Verstärkung der einzelnen Bauelemente, wodurch weitere Gewichtseinsparungen ermöglicht werden“, benennt Liebsch das Optimierungs- und Einsparpotenzial der Anwendung. Standardisierung endlosfaserverstärkter ![]() "Endlosfaserverstärkte Thermoplaste für den Einsatz in der Automobilindustrie sollen in Normen und brancheneinheitliche Standards Einzug halten", erklärt Dr. Sebastian Schmeer - (Bild: IVW). Fachkonferenz "Kunststoffe in Nutzfahrzeugen" Das Thema und die Initiative, welche für den Nutzfahrzeug- und Pkw-Bereich gleichermaßen interessant sind, werden in Mannheim zur Fachkonferenz "Kunststoffe in Nutzfahrzeugen" vorgestellt, die als Parallelveranstaltung stattfindet. Das Interesse an dem Thema ist groß: Der vom IVW geleitete Arbeitskreis wird von den Unternehmen Arkema, BASF, Covestro, Dupont, DSM, Evonik, Lanxess/Bond Laminates, Sabic und Tencate getragen. Die dort erarbeiteten Lösungen werden mit einem OEM-Komitee diskutiert, in dem BMW, Daimler, Ford, Opel und der VW-Konzern vertreten sind. ![]() Ein GfK-Fahrzeugboden für Reisemobile erlaubt es erstmals, ein lediglich 2,7 Meter hohes und mindestens 7,6 Meter langes Fahrzeug in der 3,5 t-Klasse anzubieten - (Bild: TU Ilmenau). Ebenfalls auf der VDI-Fachkonferenz "Kunststoffe in Nutzfahrzeugen" wird Christian Fiebig, Entwicklungsingenieur Kunststofftechnik im Fachgebiet Kunststofftechnik an der TU Ilmenau, über die Entwicklung leichter Faserverbundkarosserien für Reisemobile und Nutzfahrzeuge berichten. In einem Projekt wurde ein GfK-Fahrzeugboden für Reisemobile entwickelt, der es erstmals erlaubt, ein lediglich 2,7 m hohes und mindestens 7,6 m langes Fahrzeug in der 3,5 t-Klasse anzubieten. Das Chassis erlaubt somit neue Gestaltungsmöglichkeiten im Wohnmobilbau. Ausstellung und Spezialtag Ob Werkstoff, Herstellverfahren oder Anwendung – auch in diesem Jahr erwartet die Besucher wieder ein umfangreiches Vortragsprogramm. Mit Interesse angenommen wurde von den Teilnehmern in den letzten Jahren auch die Möglichkeit, über den eigenen thematischen Tellerrand zu schauen und kostenfrei die jeweilige Parallelveranstaltung zu besuchen. Ergänzend bietet die Ausstellung mit über 100 Ausstellern der gesamten Wertschöpfungskette einen interessanten Rahmen zum Networking mit den Spezialisten. Und wer sein Detailwissen im Bereich Material vertiefen möchte, kann die bereits am 28. März zum Spezialtag „Alterung und Langzeitverhalten von Kunststoffen“ tun (Text: Annedore Munde). Weitere Informationen: www.kunststoffe-im-auto.de Kongress "Kunststoffe im Automobilbau", 29.-30. März 2017, Mannheim |
VDI Wissensforum GmbH, Düsseldorf
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