| 07.03.2007 | Lesedauer: ca. 3 Minuten |
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Für Zyperns Chemie kann das Schlagwort "klein aber fein" gelten. Der Anteil der Branche an der industriellen Bruttoproduktion des Landes ist mit knapp 9% zwar gering, dafür ist die Qualität der Produkte aber ausgesprochen gut. Dies macht die Branche zum Spitzenexporteur im Verarbeitungssektor. Gleichwohl kann der Eigenbedarf an Chemieprodukten bis heute auch nicht annähernd gedeckt werden. Der Marktanteil der Ausländer ist hoch und wächst weiter. Mehr als drei Viertel der benötigten chemischen Erzeugnisse müssen inzwischen importiert werden. Das Marktvolumen für chemische Erzeugnisse belief sich 2006 auf schätzungsweise 310 Mio. Zypern-Pfund (Z£; etwa 534 Mio. Euro; durchschnittlicher Wechselkurs im Februar 2007: 1 Euro = rund 0,58 Z£), wovon knapp 80% auf ausländische Produkte entfielen. Bei Kunststoffen und Kautschuk betrug das Volumen circa 135 Mio. Zypern-Pfund (233 Mio. Euro). Importiert werden vor allem pharmazeutische Erzeugnisse und Kunststoffe/-waren (jeweils etwa 25% der Einfuhren), Kosmetika (15%), Wasch- und Reinigungsmittel sowie Gummi/-waren (jeweils 7%). Der Markt wuchs seit 2001 mit jährlichen Zuwachsraten von durchschnittlich 5 bis 6%. Nach letzten Schätzungen lag die Steigerung 2006 sogar bei über 12%. Überdurchschnittlich dürften sich weiterhin die Segmente pharmazeutische Erzeugnisse, Farben und Lacke, Waschmittel und Kunststoffe entwickeln. Zwischen 2000 und 2004 haben die zyprischen Chemieunternehmen knapp 31 Mio. Z£ investiert. Allerdings waren die Investitionen zuletzt rückläufig. Mit knapp 7,3 Mio. Zypern-Pfund investierte die Branche (einschließlich Kunststoffindustrie) 2005 um 32% weniger als im Vorjahr (10,6 Mio. Zypern-Pfund). Zwei Drittel des Investitionsbudgets wurde für die Anschaffung von neuen Maschinen und Ausrüstungen verwendet. Mit Abstand größte Investoren waren auch 2005 die Kunststoffindustrie (2,63 Mio. Zypern-Pfund) vor den Arzneimittelunternehmen (1,96 Mio.) und der Kosmetikbranche (1,58 Mio. Zypern-Pfund). Großprojekte sind derzeit nicht bekannt. Brancheninsider gehen jedoch davon aus, dass die zyprische Chemie bis 2010 jährlich 6 bis 7 Mio. Zypern-Pfund für neue Anlagen ausgeben wird. Die Bruttoproduktion der zyprischen Chemieunternehmen (einschließlich Petrochemie und Kunststoffindustrie) erreichte 2005 einen Wert von rund 152,3 Mio. Zypern-Pfund (circa 263 Mio. Euro). Zwischen 1995 und 2004 wuchs die Fertigung um durchschnittlich 5% per annum, die Wertschöpfung sogar um 9%. Die Branche konzentriert sich eindeutig auf drei Bereiche, wobei Arzneimittel und veterinärmedizinische Erzeugnisse mit etwa 52% der Produktion besonders herausragen. Es folgen Kosmetika und Waschmittel (23%) vor Farben und Lacken (18%). Alle anderen Sparten zusammen haben nur einen Anteil von 6 bis 7% und liefern lediglich minimale Produktionsmengen. Auf Zypern sind 55 Hersteller von chemischen Erzeugnissen tätig (Farben und Lacke: 16, Kosmetika: 12, Wasch- und Reinigungsmittel: 12, Pharmazeutika: 8, chemische Grundstoffe und Agrochemie: 4, sonstige: 3). Die Zahl der Firmen im Sektor Gummi- und Kunststoffindustrie beläuft sich auf 66 (9 im Bereich Gummiwaren, 52 in der Kunststoffverarbeitung). Die Branche ist mit einer durchschnittlichen Beschäftigtenzahl von 32 mittelständisch geprägt. Nur in der Pharmaindustrie (durchschnittlich 109 Mitarbeiter pro Betrieb) sowie im Sektor Farben und Lacke gibt es größere Einheiten. Insgesamt waren 2005 in der Chemie 3.048 Personen beschäftigt, davon 1.212 in der Gummi- und Kunststoffindustrie. Das waren nur 8% aller Arbeitnehmer in der verarbeitenden Industrie. Während jedoch die Mitarbeiterzahl im verarbeitenden Sektor zwischen 1995 und 2005 um 14,4% schrumpfte, stieg die Beschäftigung in der Chemie (ohne Kunststoffindustrie) im gleichen Zeitraum um 18% an. Weiterführende Informationen |
bfai Bundesagentur für Außenwirtschaft, Köln
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