| 21.02.2022, 06:08 Uhr | Lesedauer: ca. 4 Minuten |
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Die Bukuma GmbH mit Hauptsitz in Boppard/Buchholz in Rheinland-Pfalz hat kürzlich einen Antrag auf ein Eigenverwaltungsverfahren gestellt. Das Amtsgericht Koblenz hat dem Antrag entsprochen und die vorläufige Eigenverwaltung angeordnet. Der Geschäftsführer der Bukuma GmbH, Dr. Thomas Schmidt, wird im Verfahren durch den sanierungserfahrenen Rechtsanwalt Joachim Walterscheid insolvenzrechtlich unterstützt. Stefan Bieberle und sein Team vom Beratungsunternehmen CF Consilio Forte haben Bukuma im Vorfeld des Antrags beraten. Rechtsanwalt Stefan Meyer von der Pluta Rechtsanwalts GmbH wurde vom Amtsgericht Koblenz zum vorläufigen Sachwalter bestellt. Der Sanierungsexperte Meyer wird den Restrukturierungsplan als Sachwalter unterstützen, dabei aber insbesondere auch die Wahrung der Gläubigerinteressen im Verfahren im Fokus haben. Wie es in einer vor kurzem herausgegebenen Pressemitteilung des vorläufigen Sachwalters weiter heißt, soll der Geschäftsbetrieb des Kunststoffspritzgießers in Boppard und an den beiden weiteren Standorten in Kirchwald und Dörth vollumfänglich fortgeführt werden. Die Verantwortlichen haben demnach die insgesamt 179 Mitarbeiter über den aktuellen Stand informiert. Deren Gehälter seien über das Insolvenzgeld für drei Monate gesichert. Die Bukuma ist spezialisiert auf die Herstellung von technischen Kunststoffteilen mit eigenem Werkzeugbau. Die Abnehmer des Betriebes finden sich hauptsächlich in der Automobil- sowie Baumaschinenindustrie. Sanierung des Automobilbereichs angestrebt Als Grund für die Antragstellung werden Liquiditätsschwierigkeiten genannt. Das Unternehmen musste demnach in den vergangenen beiden Geschäftsjahren erhebliche Umsatzrückgänge hinnehmen und habe im Jahr 2021 eine Gesamtleistung von rd. 21 Mio. Euro erreicht – bedingt durch die Corona-Krise und die besonderen Herausforderungen in der Automobilindustrie durch die Chip-/Halbleiterkrise. Die Halbleiterkrise habe in der Automobilindustrie dazu geführt, dass die Automobilhersteller (OEMs) teils über Monate Bänder stillgelegt, teils ganze Produktionsstätten heruntergefahren haben. Das wiederum habe zu deutlich reduzierten Abrufen der Kunden geführt im Vergleich zu den systemisch geplanten Abrufen. Die Bukuma GmbH hätte im Transformationsprozess der Zulieferindustrie im Automobilbereich hin zur Elektromobilität große Fortschritte erzielt und liefere ihre Kunststoffspritzteile zunehmend im Bereich der elektrisch angetriebenen Fahrzeuge (PKW wie Nutzfahrzeuge). Für die Automotive-Industrie produziert Bukuma an den Standorten Boppard/Buchwald sowie in Dörth, dort in einer erst 2016 neu errichteten modernen Betriebsstätte. Die zweite Sparte, die sich auf die Baumaschinenindustrie konzentriert und im Werk in Kirchwald produziert, arbeite trotz der herausfordernden Situation profitabel und habe anders als der Automotive-Geschäftsbereich keine nennenswerten Restrukturierungserfordernisse. Joachim Walterscheid erklärt: „Das angestrebte Eigenverwaltungsverfahren verschafft die erforderliche Zeit und die nötigen Instrumente, um die derzeit anspruchsvollen Phase zu überwinden und das Unternehmen zukunftsfähig aufzustellen. Positiv ist, dass beispielsweise der Bereich Baumaschinen im Unternehmen sehr gut aufgestellt ist und erfreuliche Zahlen erzielt. Dieser Bereich wurde von der Corona-Krise weniger getroffen als der derzeit weltweit unter Druck stehende Automobilsektor.“ Das Unternehmen habe sich als Zulieferer und Entwicklungspartner für künftige Technologien im Bereich der E-Mobilität bereits gut positioniert, der Transformationsprozess vom Verbrenner zur E-Mobilität sei bereits weit fortgeschritten, heißt es weiter. Insbesondere in der E-Mobilität sieht die Geschäftsführung der Bukuma GmbH ein sehr großes Zukunftspotenzial. Geschäftsführer Dr. Thomas Schmidt: „Wir haben für die Restrukturierung bereits alle konkret erforderlichen Maßnahmen erarbeitet. Kernbestandteil unseres Sanierungsprozesses ist unzweifelhaft die weitere Stabilität unserer Geschäftsbeziehungen zu den Hauptkunden. Hierzu haben wir bereits erste Gespräche geführt. Alle Aufträge werden wir fristgerecht in der weiterhin hohen Qualität bearbeiten und unsere gewohnt zuverlässigen Strukturen beibehalten, das ist die wichtige Botschaft an den Markt und unsere Abnehmer.“ Kunststoffspritzgießer mit eigenem Werkzeugbau Bukuma ist seit 1963 als Spezialist bei der Herstellung von technischen Kunststoffteilen mit eigenem Werkzeugbau tätig. Die insgesamt 179 Mitarbeiter begleiten die Kunden von der ersten Idee, über die Konstruktion bis hin zur Serienreife und Serienproduktion sowie der Ersatzteilversorgung. Bukuma verfügt über insgesamt drei Betriebsstandorte und bedient als Tier 1 Lieferant eine Reihe namhafter Kunden aus der Automobilindustrie. Der Hauptsitz befindet sich in Boppard/Buchholz. Ein weiterer Standort, der 2016 in Betrieb genommen wurde, liegt in Dörth. An den beiden Standorten findet der Kunststoffspritzguss für den Automobilbereich statt. Der dritte Standort in Kirchwald produziert Kunststoffteile für die Baumaschinenindustrie. Der Betrieb ist unter anderem nach DIN EN ISO 9001:2015 zertifiziert. Weitere Informationen: www.bukuma.de, www.pluta.net |
Bukuma GmbH, Boppard/Buchholz
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