| 09.10.2025, 13:03 Uhr | Lesedauer: ca. 3 Minuten |
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Die europäische Kunststoffindustrie verliert zunehmend an globaler Wettbewerbsfähigkeit. Das geht aus dem am 7. Oktober 2025 veröffentlichten Branchenreport „Plastics – the Fast Facts 2025“ des Verbands Plastics Europe hervor. Zentrale Kennzahlen belegen einen anhaltenden Rückgang bei Produktion, Umsatz, Marktanteil und Fortschritt in der Kreislaufwirtschaft. Nach einem massiven Einbruch der Kunststoffproduktion in Europa im Jahr 2023 um 7,6 Prozent, stabilisierte sich die Produktion 2024 nur leicht mit einem Wachstum von 0,4 Prozent auf 54,6 Mio. Tonnen. Der Anteil Europas an der weltweiten Kunststoffproduktion sank jedoch deutlich: von 22 Prozent im Jahr 2006 auf nur noch 12 Prozent im Jahr 2024. Zeitgleich stieg die globale Kunststoffproduktion 2024 um 4,1 Prozent und um 16,3 Prozent seit 2018. Über 57 Prozent der weltweiten Kunststoffproduktion entfällt inzwischen auf Asien, allein China erreicht 34,5 Prozent. Auch die Umsätze der europäischen Kunststofferzeugung sind rückläufig: Von 457 Mrd. Euro im Jahr 2022 auf 398 Mrd. Euro in 2024 – ein Rückgang um rund 13 Prozent. Laut Plastics Europe sind die Hauptursachen strukturelle Standortnachteile in Europa: hohe Energiepreise, klimabezogene Abgaben, Rohstoffkosten und regulatorische Unsicherheiten. Die europäischen Hersteller verzeichnen Produktionsverlagerungen sowie zunehmende Verkäufe und Stilllegungen von Anlagen. Die Industrie stehe laut Verband vor einem strukturellen Wendepunkt und fordert politischen Handlungsbedarf, um Standortbedingungen zu verbessern und Investitionen in resiliente Lieferketten sowie Kreislauftechnologien zu fördern. Das Handelsdefizit der EU27 bei Kunststoff-Polymeren hat sich 2024 gegenüber dem Vorjahr leicht verringert – von -0,8 Mio. Tonnen auf -0,2 Mio. Tonnen –, was insbesondere auf einen Exportanstieg um zehn Prozent zurückzuführen ist. Die USA haben sich mit einem Marktanteil von 18,9 Prozent zum wichtigsten Lieferanten für Polymerimporte in die EU entwickelt. Gleichzeitig sind sie der viertgrößte Absatzmarkt für europäische Kunststoffexporte (7,7 Prozent). Im Bereich der Kreislaufwirtschaft fällt Europa ebenfalls zurück. Die Produktion zirkulärer Kunststoffe stagnierte 2024 bei 8,4 Mio. Tonnen. Der Anteil dieser Materialien an der Gesamtproduktion lag bei 15,4 Prozent, geht jedoch im Wesentlichen auf den Rückgang fossiler Kunststoffproduktion seit 2018 zurück (-18,9 Prozent), nicht auf einen Ausbau zirkulärer Verfahren. Die Produktion von biobasierten Kunststoffen ging 2024 um 25 Prozent auf 0,6 Mio. Tonnen zurück. Das chemische Recycling stagnierte auf niedrigem Niveau (0,11 Mio. Tonnen), während das mechanische Recycling um 2,7 Prozent auf 7,7 Mio. Tonnen stieg. Im Vergleich dazu produzierte China allein 13,4 Mio. Tonnen zirkuläre Kunststoffe, die globale Produktion erreichte 43,9 Mio. Tonnen. Plastics Europe fordert politische Maßnahmen auf EU- und Mitgliedstaatenebene: Entschärfung der Energiekrise, Investitionsanreize für zirkuläre Technologien, verbindliche Rezyklateinsatzquoten sowie die Einrichtung eines „Chemicals and Plastics Trade Observatory“, um internationale Handelsströme zu überwachen und wettbewerbsverzerrende Einflüsse frühzeitig zu erkennen. Insgesamt sieht der Verband ohne gezielte industriepolitische Maßnahmen die Transformation hin zu einer klimaneutralen und zirkulären Kunststoffwirtschaft in Europa gefährdet. Dateianhang zur Meldung: Weitere Informationen: www.plasticseurope.org |
Plastics Europe, Brüssel, Belgien + PlasticsEurope Deutschland e.V., Frankfurt am Main
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