| 23.02.2026, 06:02 Uhr | Lesedauer: ca. 2 Minuten |
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Das Kunststoff-Zentrum SKZ in Würzburg arbeitet gemeinsam mit Industriepartnern an einem kontinuierlichen Verfahren zur Wiederverwertung von Silikonelastomer-Abfällen. Ziel des Projekts ist es, vernetzte Silikone in einem Planetwalzenextruder zu depolymerisieren und daraus Monomere zurückzugewinnen, die für die Synthese neuer Silikone eingesetzt werden können. Auf diese Weise soll der Bedarf an energieintensiv hergestellten Neuware-Monomeren reduziert werden. Hintergrund des Vorhabens sind die klimapolitischen Zielsetzungen der Europäischen Union im Rahmen des European Green Deal. Der Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft gilt als zentraler Baustein zur Reduktion von Treibhausgasemissionen. Die Herstellung von Silikonen ist mit einem hohen Energieaufwand verbunden. Insbesondere die Produktion von metallurgischem Silicium, einem Ausgangsstoff für Silikon-Monomere, verursacht rund 66 Prozent der dabei entstehenden Treibhausgasemissionen. Gleichzeitig sind Silikone aufgrund ihrer Materialeigenschaften – darunter hohe Temperatur- und Chemikalienbeständigkeit, Witterungsresistenz sowie Biokompatibilität – in zahlreichen Branchen wie Medizin, Energietechnik, Automobil- und Elektroindustrie unverzichtbar. Das Recycling von Silikonen ist technisch anspruchsvoll, da es sich um chemisch vernetzte Werkstoffe handelt. Diese Vernetzung verleiht dem Material seine Beständigkeit, erschwert jedoch die stoffliche Wiederverwertung. Das SKZ verfolgt daher das Ziel, ein kontinuierliches Depolymerisationsverfahren zu entwickeln, das auch im industriellen Maßstab wirtschaftlich umsetzbar ist. Ein entsprechendes technisches Verfahren existiert bislang nicht. Im Rahmen des Projekts soll der Prozess erstmals im Labormaßstab realisiert werden. Durch die Depolymerisation im Planetwalzenextruder sollen direkt weiterverarbeitbare Monomere gewonnen werden. Dies könnte langfristig zu erheblichen Energieeinsparungen in der Silikonherstellung beitragen und die Grundlage für eine Kreislaufführung dieser Werkstoffklasse schaffen. An dem Forschungsvorhaben beteiligt sind neben dem SKZ die Unternehmen Entex Rust & Mitschke GmbH, Mercodor GmbH Sondermaschinenbau KG und Wacker Chemie AG. Das Projekt läuft vom 1. August 2025 bis zum 31. Juli 2028 und wird im Rahmen des 8. Energieforschungsprogramms der Bundesregierung gefördert. Weitere Informationen: www.skz.de/forschung/material |
SKZ - Das Kunststoff-Zentrum, Würzburg
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