| 22.06.2026, 10:54 Uhr | Lesedauer: ca. 2 Minuten |
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Die Leuna-Polyamid GmbH hat am 17. Juni 2026 beim zuständigen Amtsgericht einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Das Unternehmen reagiert damit auf eine zuletzt deutlich verschärfte Liquiditätssituation. Als wesentliche Ursache nennt das Unternehmen externe Belastungen, insbesondere stark gestiegene Rohstoffpreise. Die Leuna-Polyamid GmbH hatte zum 1. April 2026 Vermögensgegenstände der insolventen Domo Caproleuna GmbH übernommen und den Betrieb am Chemiestandort Leuna fortgeführt (siehe auch plasticker-News vom 01.04.2026). Gesellschafter des Unternehmens sind die Leuna-Harze GmbH und die InfraLeuna GmbH, die beide seit Langem am Standort Leuna tätig sind. Mit der Übernahme sollten die bisherigen Domo-Aktivitäten stabilisiert und die bestehenden stoffwirtschaftlichen sowie energetischen Verbundstrukturen am Standort erhalten werden. Nach Angaben des Unternehmens konnte die Auslastung der Anlagen im April zunächst zügig erhöht werden. Grundlage dafür seien unter anderem die Mitarbeitenden, bestehende Kundenbeziehungen und eine anhaltende Nachfrage nach den in Leuna produzierten Polyamid-Produkten gewesen. Der Anlagenbetrieb habe damit zunächst eine wirtschaftlich tragfähige Grundlage erreicht. In der Folge führten weltpolitische Entwicklungen, insbesondere in der Golfregion, jedoch zu deutlichen Preissteigerungen bei zentralen Rohstoffen. Diese hätten sich nach Unternehmensangaben um mehr als 40 Prozent bis teilweise 100 Prozent verteuert. Da die Leuna-Polyamid GmbH erst kurz zuvor den Betrieb aufgenommen hatte, standen noch keine ausreichenden Rücklagen zur Verfügung. Hinzu kam, dass wichtige Rohstofflieferanten aufgrund der Unternehmenshistorie Lieferungen nur gegen Vorauskasse bereitstellten. Dadurch stieg der Liquiditätsbedarf deutlich über die ursprünglichen Planungen hinaus. Vor diesem Hintergrund sah sich das Unternehmen nicht mehr in der Lage, den Betrieb außerhalb eines Insolvenzverfahrens fortzuführen. Mit dem Verfahren in Eigenverwaltung soll der Geschäftsbetrieb fortgesetzt und ein strukturierter Sanierungsprozess eingeleitet werden. Ein zentrales Ziel des Verfahrens ist die Suche nach einem strategischen Investor, der zusätzliche Liquidität bereitstellt und die Fortführung des Unternehmens unterstützt. Nach Einschätzung des Unternehmens bestehen im Vergleich zum vorangegangenen Verfahren bessere Ausgangsbedingungen. Dazu zählen die technische Verfügbarkeit der Anlagen, die bestehende Belegschaft sowie die Einbindung in den stoffwirtschaftlichen Verbund am Standort Leuna. Im weiteren Verfahren sollen nun die Voraussetzungen für eine langfristige Fortführung geschaffen werden. |
Leuna-Polyamid GmbH, Leuna/Halle (Saale)
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