| 13.08.2026, 06:00 Uhr | Lesedauer: ca. 3 Minuten |
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Die Polymer Service GmbH Merseburg (PSM) hat ihre Prüftechnik für Zeitstand- und Relaxationsversuche um ein elektromechanisches Mehrplatzsystem erweitert. Wie der Prüfmaschinenhersteller weiter mitteilt, lassen sich mit der „Kappa Multistation“ von ZwickRoell bis zu fünf Prüfungen gleichzeitig und unabhängig voneinander durchführen. Das System ist für Prüfkräfte bis 10 kN je Achse, Temperaturen von -40 bis +250°C und Prüfzeiten bis 10.000 Stunden ausgelegt. PSM untersucht als nach DIN EN ISO/IEC 17025 akkreditierter Prüfdienstleister unter anderem das zeitabhängige mechanische Verhalten von Kunststoffen und Verbundwerkstoffen. Langzeitprüfungen sind erforderlich, weil die Eigenschaften polymerer Werkstoffe wesentlich von Belastungsdauer und Temperatur beeinflusst werden. Insbesondere bei Bauteilen, die über Jahre einer konstanten mechanischen Beanspruchung ausgesetzt sind, müssen Kriechverhalten, Spannungsabbau und Langzeitstabilität unter definierten Bedingungen ermittelt werden. Da entsprechende Versuche mehrere tausend Stunden dauern können, beanspruchen sie erhebliche Laborkapazitäten. Mit dem Mehrplatzsystem kann PSM mehrere Proben parallel prüfen, anstatt für jede Untersuchung eine separate Prüfmaschine einzusetzen. Fünf Prüfungen unabhängig voneinander geregelt Die bei PSM installierte Anlage verfügt über fünf Prüfachsen mit jeweils 10 kN Nennkraft. Jede Achse besitzt einen eigenen Einspindelantrieb sowie einen separaten Präzisionskraftaufnehmer nach ISO 7500-1. Die Regelung erfolgt für jede Achse unabhängig über die Maschinensteuerung testControl II. Dadurch können auf den einzelnen Prüfplätzen unterschiedliche Prüfabläufe durchgeführt werden. Auch Ereignisse wie der Bruch einer Probe wirken sich nicht auf die Regelung der übrigen Achsen aus. Für die axiale Krafteinleitung verfügt der Lastrahmen über Präzisions-Stahlsäulen; die Ausrichtung der Prüfachsen ist auf ein reproduzierbares Alignment nach ASTM E1012 ausgelegt. Die Antriebstechnik ermöglicht eine konstante Regelung auch bei sehr niedrigen Prüfgeschwindigkeiten, wie sie für Langzeitversuche erforderlich sind. Eine Temperierkammer stellt Prüfbedingungen zwischen -40 und +250°C bereit. Berührungslose Erfassung von Längs- und Querdehnung Die Dehnung der Probekörper wird mit dem optischen Messsystem videoXtens berührungslos erfasst. Dieses Verfahren entspricht der in ISO 899-1 vorgesehenen Möglichkeit einer kontaktlosen Dehnungsmessung bei Kriechversuchen. Kameras erfassen dabei sowohl die Längs- als auch die Querdehnung. Da keine mechanischen Messaufnehmer an der Probe anliegen, wird deren Verformungsverhalten durch die Messeinrichtung nicht beeinflusst. Das ist insbesondere bei dünnwandigen oder mechanisch empfindlichen Probekörpern von Bedeutung. Gleichzeitig lassen sich auch kleine Verformungen über lange Prüfzeiträume kontinuierlich erfassen. Steuerung, Datenerfassung und Auswertung erfolgen mit der Prüfsoftware testXpert, die bei PSM bereits für weitere Prüfverfahren eingesetzt wird. Höhere Prüfkapazität für Langzeituntersuchungen Durch den parallelen Betrieb von fünf unabhängig geregelten Prüfplätzen erhöht PSM die Kapazität für Langzeitversuche, ohne für jede Probe eine separate Prüfmaschine vorhalten zu müssen. Das System kann unter anderem für Untersuchungen zum Kriech- und Relaxationsverhalten von Kunststoffen und Verbundwerkstoffen eingesetzt werden. Die Ergebnisse solcher Prüfungen dienen beispielsweise der Bewertung von Werkstoffen unter langfristiger mechanischer Belastung und können als Grundlage für Materialauswahl, Bauteilauslegung, Produktfreigaben oder Schadensanalysen herangezogen werden. Weitere Informationen: www.polymerservice-merseburg.de, www.zwickroell.com |
ZwickRoell GmbH & Co. KG, Ulm
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