| 02.09.2026, 11:53 Uhr | Lesedauer: ca. 3 Minuten |
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Der europäische Markt für rLDPE-Film-Regranulate war im ersten Halbjahr 2026 von steigenden Preisen bei gleichzeitig rückläufigen Handelsmengen geprägt. Nach Daten und Modellrechnungen von Recycario in Zusammenarbeit mit der prognostica GmbH erhöhte sich der Preis für naturfarbenes rLDPE-Film-Regranulat von 1.345 EUR/t im Januar auf 1.475 EUR/t im Juni. Das entspricht einem Anstieg um rund 9,7 %. Die aktuellen Prognosen deuten für das zweite Halbjahr auf eine Normalisierung des Marktes hin. Parallel zum Preisanstieg ging die Handelsaktivität auf europäischen Onlineplattformen deutlich zurück. Im Juni wurden auf einem wichtigen deutschen Handelsportal mit europäischer Reichweite knapp 800 t rLDPE-Regranulat gehandelt und damit etwa halb so viel wie im Mai. Auch das Handelsvolumen im gesamten zweiten Quartal blieb deutlich unter dem Niveau des ersten Quartals. Damit trafen zur Jahresmitte vergleichsweise hohe Regranulatpreise auf eine deutlich schwächere Handelsaktivität. Eine erste Auswertung für Juli deutet wieder auf steigende Handelsmengen hin. Auf der Preisseite wächst jedoch der Druck durch deutlich niedrigere Notierungen für Primärmaterial. Die endgültigen Juli-Daten befinden sich nach Angaben von Recycario noch in der Auswertung. Für die weitere Entwicklung bis Dezember 2026 zeigen die von prognostica berechneten Szenarien unterschiedliche Verläufe. Grundsätzlich gehen die Modelle davon aus, dass sich der Markt nach den außergewöhnlichen Preisbewegungen des Frühjahrs zunehmend normalisiert. Im günstigeren Szenario schwächt sich der Markt während des von Urlauben geprägten dritten Quartals zunächst leicht ab. Anschließend wird eine schrittweise Stabilisierung der Rezyklatnachfrage erwartet, ohne dass für das vierte Quartal eine ausgeprägte Nachfragedynamik unterstellt wird. Recycario weist für die auf der Juni-Basis erstellten Modellrechnungen je nach Szenario unterschiedliche Preisentwicklungen bis zum Jahresende aus. Stärkerer Preisdruck auf rLDPE könnte entstehen, wenn günstige Primärmaterialimporte und hohe Lagerbestände die Beschaffung von Rezyklaten zusätzlich belasten. Ein erneuter Anstieg des Rohölpreises infolge geopolitischer Spannungen könnte diese Entwicklung dagegen verzögern. Aufgrund der zeitversetzten Wirkung auf die Polymerpreise wäre in diesem Fall im vierten Quartal sowohl eine Abschwächung des Preisrückgangs bei Primärmaterial als auch bei Regranulaten möglich. Deutlich gestiegen sind im ersten Halbjahr auch die Preise für zu Ballen gepresste Folienabfälle der Sorte K40. Von Januar bis Juni erhöhten sich die Preise von 375 auf 450 EUR/t und damit um 20 %. Die stärksten Aufschläge traten ab März und April auf. Für Recycler führte dies zu einem erheblichen Anstieg der Rohstoffkosten. Die Verteuerung ließ sich jedoch nur teilweise über höhere Regranulatpreise kompensieren. Während die K40-Ballenware im ersten Halbjahr um 20 % teurer wurde, stieg rLDPE-Film-Regranulat bis Juni lediglich um knapp 10 %. Damit reichte die Preisentwicklung beim Regranulat im Wesentlichen zur Weitergabe eines Teils der höheren Inputkosten, nicht jedoch für eine entsprechende Verbesserung der Recyclingmargen. Für die K40-Ballenware bleibt die weitere Entwicklung von mehreren gegenläufigen Faktoren abhängig. Hohe Lagerbestände, günstige Primärmaterialimporte und eine zurückhaltende Beschaffung der Kunststoffverarbeiter könnten die Nachfrage nach Recyclingrohstoffen begrenzen. Preistreibend könnten dagegen eine gedrosselte europäische Primärproduktion sowie der Abfluss geeigneter Kunststoffabfälle durch Exporte oder energetische Verwertung wirken. Die Schnellschätzungen für Juli und August weisen bereits auf erneut steigende K40-Notierungen hin. Die Daten sind allerdings noch vorläufig und nach Angaben von Recycario nicht vollständig durch regionale Handelsdaten abgesichert. Strukturell bleibt insbesondere die Verfügbarkeit geeigneter Folienabfälle ein wesentlicher Faktor für den rLDPE-Markt. Hohe Ausfuhren von Kunststoffabfällen aus der EU verringern das innerhalb Europas verfügbare Ausgangsmaterial für mechanisches Recycling. Eine knappe Verfügbarkeit sauberer und sortenreiner K40-Ballenware kann damit die Produktionsmöglichkeiten für hochwertige rLDPE-Regranulate begrenzen. Die europäische Verpackungsverordnung PPWR wirkt langfristig als zusätzlicher Treiber für den Rezyklateinsatz, wobei sich die daraus resultierende zusätzliche Nachfrage nach Einschätzung der Marktanalyse schrittweise entwickeln dürfte. Recycario veröffentlicht Preiszeitreihen und Modellprognosen für Regranulate und Kunststoffabfälle. Die Prognosemodelle werden gemeinsam mit den Data Scientists der prognostica GmbH entwickelt. Weitere Informationen: www.recycario.com, www.prognostica.de |
Recycario Data Science Institut für wirtschaftliches Kunststoffrecycling, Erlensee
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