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24.08.2026, 06:00 Uhr | Lesedauer: ca. 4 Minuten    

Shibaura Machine LWB: Automatisierte Spritzgieß- und Prüflösungen – Gemeinschaftsstand mit EPF - JV für Italien und Südeuropa in Planung - Technologietage im Kompetenzzentrum in Altdorf

Die vollelektrische Spritzgießmaschinenserie EC100SXIII produziert auf der Fakuma 2026 im Live-Betrieb mit 100 Tonnen Schließkraft eine Visitenkartenbox aus Polypropylen - (Bild: Shibaura Machine LWB).
Die vollelektrische Spritzgießmaschinenserie EC100SXIII produziert auf der Fakuma 2026 im Live-Betrieb mit 100 Tonnen Schließkraft eine Visitenkartenbox aus Polypropylen - (Bild: Shibaura Machine LWB).
Shibaura Machine LWB und E.P.F. Elettrotecnica S.r.l. (EPF) präsentieren auf der Fakuma 2026 auf einem Gemeinschaftsstand Lösungen für das vollelektrische Spritzgießen, die Fertigungsautomation sowie die digitale Qualitäts- und Prozessüberwachung.

Im Mittelpunkt des Messeauftritts stehen eine automatisierte Spritzgießanwendung von Shibaura Machine LWB und der „Supata Smart Feeder“ von EPF. Beide Systeme sollen zeigen, wie sich Spritzgieß-, Handhabungs- und Prüfprozesse miteinander verknüpfen lassen. Ein weiterer Schwerpunkt ist das geplante Joint Venture der beiden Unternehmen für Italien und weitere südeuropäische Märkte.

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Vollelektrische Spritzgießmaschine mit automatisierter Teileentnahme
Shibaura Machine LWB zeigt auf der Fakuma 2026 eine vollelektrische Spritzgießmaschine des Typs EC100SXIII mit einer Schließkraft von 100 Tonnen. Die Maschine produziert im Messebetrieb eine Visitenkartenbox aus Polypropylen.

Nach dem Spritzgießprozess entnimmt ein kartesisches Linearhandling von Star Automation die Formteile und legt sie auf einem Förderband ab. Die Anlage verbindet damit die Spritzgießmaschine, die automatisierte Teileentnahme und den nachgelagerten Materialtransport zu einer durchgängigen Produktionszelle.

Die vollelektrische Antriebstechnik ermöglicht eine präzise Steuerung der Maschinenbewegungen und reproduzierbare Prozessabläufe. Gegenüber hydraulischen Maschinen kann sie zudem den Energiebedarf reduzieren, da elektrische Servoantriebe nur bei tatsächlichen Maschinenbewegungen Leistung aufnehmen.

Ein Bestandteil der Anwendung ist das sogenannte S-Concept. Die Funktion überwacht während der Verarbeitung Veränderungen der Kunststoffviskosität und passt relevante Verarbeitungsparameter automatisch an. Die Regelung erfolgt in einem geschlossenen Prozessregelkreis.

Auf diese Weise sollen Schwankungen des eingesetzten Materials kompensiert werden. Dies ist insbesondere bei Rezyklaten von Bedeutung, deren Fließeigenschaften sich je nach Charge oder Zusammensetzung verändern können. Ziel ist eine möglichst gleichbleibende Bauteilqualität bei wechselnden Materialeigenschaften.

Die Kombination aus elektrischer Maschinentechnik, automatisierter Teileentnahme und digitaler Prozessregelung soll außerdem dazu beitragen, Produktionsunterbrechungen zu reduzieren und die Gesamtanlageneffektivität zu erhöhen. Shibaura Machine LWB sieht insbesondere bei vollständig integrierten Produktionszellen eine zunehmende Nachfrage aus der Kunststoff verarbeitenden Industrie.

EPF stellt mit einem eigenen Exponat den „Supata Smart Feeder“ mit automatisiertem Vertikallager in den Mittelpunkt der Fakuma 2026 - (Bild: EPF Automation).
EPF stellt mit einem eigenen Exponat den „Supata Smart Feeder“ mit automatisiertem Vertikallager in den Mittelpunkt der Fakuma 2026 - (Bild: EPF Automation).
Automatisierte Zuführung, Prüfung und Rückverfolgbarkeit
EPF stellt auf dem Gemeinschaftsstand den „Supata Smart Feeder“ mit einem automatisierten Vertikallager vor. Das System verbindet die Zuführung unterschiedlicher Bauteile mit einer integrierten Qualitätsprüfung und der Erfassung produktionsbezogener Daten.

Während der Live-Demonstration verarbeitet die Anlage mehrere Komponenten innerhalb eines Produktionsablaufs. Eine integrierte Bildverarbeitung kontrolliert unter anderem geometrische Merkmale und Oberflächen der Bauteile. Die Prüfergebnisse werden den jeweiligen Chargen- und Produktionsdaten zugeordnet.

Dadurch lassen sich die geprüften Komponenten über den Fertigungsprozess hinweg zurückverfolgen. Das System ist insbesondere für Produktionsumgebungen vorgesehen, in denen häufig wechselnde Produkte oder Varianten verarbeitet werden.

Rezeptwechsel sollen sich kurzfristig durchführen lassen. Optional kann die Anlage zudem mit einem automatischen Greiferwechsel ausgestattet werden. Damit lässt sich das Handhabungssystem auf unterschiedliche Bauteilgeometrien umstellen, ohne dass ein manueller Werkzeugwechsel erforderlich ist.

Der Smart Feeder kann sowohl als eigenständige Einheit eingesetzt als auch in automatisierte Produktionslinien eingebunden werden. Die Kombination aus Teilezuführung, Bildverarbeitung und Datenerfassung soll die Zahl separater Prozessstationen verringern und die durchgängige Dokumentation der Qualitätsdaten ermöglichen.

Nach Angaben von EPF richtet sich das System unter anderem an Hersteller mit hoher Variantenvielfalt und häufigen Produktwechseln. Die integrierte Plattform soll dabei helfen, Prüfabläufe flexibel an unterschiedliche Produktionsaufträge anzupassen.

Joint Venture für Italien und Südeuropa geplant
Neben den ausgestellten Anlagen informieren Shibaura Machine und EPF über den Ausbau ihrer bestehenden Zusammenarbeit. Die Unternehmen planen die Gründung eines Joint Ventures für Italien und weitere Märkte in Südeuropa.

Grundlage ist ein im Juli 2026 unterzeichnetes Memorandum of Understanding. Im Rahmen des Gemeinschaftsunternehmens sollen die Spritzgießtechnik von Shibaura Machine und die Kompetenzen von EPF in den Bereichen Automation, Engineering und Anlagenintegration gebündelt werden.

Vorgesehen ist, vollständige automatisierte Produktionszellen aus einer gemeinsamen Organisation heraus anzubieten. Dazu sollen neben der Maschinentechnik auch die Automatisierung, das Engineering sowie Vertriebs- und Serviceleistungen gehören.

Durch das Joint Venture wollen die Partner ihre Vertriebs- und Servicestrukturen in Südeuropa ausbauen. Die endgültigen Vereinbarungen und der Abschluss der Transaktion sind nach derzeitiger Planung bis Ende 2026 vorgesehen.

Technologietage im europäischen Kompetenzzentrum
Im Anschluss an die Fakuma 2026 veranstaltet Shibaura Machine LWB am 28. und 29. Oktober 2026 die „Next-Level Molding Days“ im europäischen Kompetenzzentrum in Altdorf bei Landshut. Die Veranstaltung richtet sich an kunststoff- und gummiverarbeitende Unternehmen sowie an Anwender von Spritzgießtechnik.

Gezeigt werden automatisierte Produktionszellen sowie horizontale und vertikale Spritzgießmaschinen für die Verarbeitung von Thermoplasten und Elastomeren. Zu den vorgestellten Anwendungen gehört die LWB MultiStation, eine Produktionszelle für die automatisierte Verarbeitung von Gummi.

Ergänzt wird das Programm durch Fachvorträge, Live-Anwendungen und Werksführungen. Thematische Schwerpunkte sind die Automatisierung von Produktionsabläufen, die Energieeffizienz von Maschinen und Anlagen sowie Maßnahmen zur Verbesserung der Maschinenverfügbarkeit und der Gesamtanlageneffektivität.

Fakuma 2026, Friedrichshafen, 12.-16. Oktober 2026, Halle A5, Stand 5217

Weitere Informationen:
shibaura-machine.eu, www.shibaura-machine.co.jp, www.lwb-steinl.com, www.epf.it

Shibaura Machine Co. LTD., Tokio, Japan + Shibaura Machine LWB, Altdorf + E.P.F. Elettrotecnica S.r.l. (EPF), Casei Gerola, Provinz Pavia, Lombardei

» insgesamt 6 News über "Shibaura Machine LWB" im News-Archiv gefunden

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