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21.08.2026, 06:00 Uhr | Lesedauer: ca. 4 Minuten    

Arburg: Vernetzte Spritzgießlösungen und digitale Produktionssysteme

Auf der Fakuma 2026 fertigt ein elektrischer Allrounder 1800 e Trend automatisiert LSR-Verschlüsse - (Bild: Arburg).
Auf der Fakuma 2026 fertigt ein elektrischer Allrounder 1800 e Trend automatisiert LSR-Verschlüsse - (Bild: Arburg).
Arburg präsentiert auf der Fakuma 2026 ein umfassendes Angebot für die Kunststoffverarbeitung. Im Mittelpunkt des Messeauftritts stehen digitale Services und Softwarelösungen für die gesamte Wertschöpfungskette. Ergänzt wird das Angebot durch sechs Maschinenexponate, neue Robot-Systeme sowie automatisierte Fertigungszellen und Turnkey-Anlagen. Acht weitere Arburg-Maschinen werden auf Partnerständen gezeigt.

Unter dem Leitgedanken „Smartest Factory“ verbindet das Unternehmen Spritzgießmaschinen, Automation, Produktionsplanung und digitale Assistenzsysteme. Ziel ist es, Fertigungsprozesse transparenter zu gestalten, die Anlagenverfügbarkeit zu erhöhen und die Stückkosten bei gleichbleibender Bauteilqualität zu reduzieren.

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Digitalisierung entlang der gesamten Produktion
Im zentralen Bereich des Messestands demonstriert Arburg, wie Maschinensteuerungen, Assistenzfunktionen, Robot-Systeme, Manufacturing-Execution-Systeme und digitale Kundenportale ineinandergreifen. An Monitoren und Simulatoren werden Anwendungen entlang der vollständigen Wertschöpfungskette dargestellt.

Eine zentrale Rolle spielt das Arburg Leitrechnersystem ALS, das 2026 seit 40 Jahren am Markt ist. Das modular aufgebaute Manufacturing Execution System erfasst und verarbeitet Produktions- und Maschinendaten. Es soll Transparenz über Fertigungsabläufe schaffen und die Gesamtanlageneffektivität, kurz OEE, verbessern. Künftig soll das System zusätzlich als Cloud-Modell angeboten werden.

ALS lässt sich mit dem Kundenportal arburgXworld verknüpfen. Das Portal stellt verschiedene digitale Anwendungen für Service, Maschinenverwaltung und Produktionsunterstützung bereit. Dazu gehören auch KI-gestützte Funktionen. Ergänzt werden diese Systeme durch Assistenzprogramme in den Maschinensteuerungen, die Bediener bei der Prozessführung, Einrichtung und Überwachung unterstützen.

Elektrische Standardmaschinen mit Gestica-lite-Steuerung
Zu den ausgestellten Maschinen gehören zwei elektrische Allrounder Trend mit der Steuerung Gestica lite. Die Baureihe ist für standardisierte Spritzgießanwendungen ausgelegt und soll eine vereinfachte, intuitive Bedienung ermöglichen.

Eine Fertigungszelle auf Basis eines Allrounder 1800 e Trend produziert Verschlüsse aus Flüssigsilikon. Die Maschine ist mit einem 64-fach-Werkzeug und einem linearen Robot-System Multilift Select 16 ausgestattet. Die Anlage zeigt die automatisierte Verarbeitung von Liquid Silicone Rubber in hoher Stückzahl.

Ein Allrounder 1000 e Trend demonstriert eine Anwendung aus dem technischen Spritzguss. Gefertigt werden Steckerbauteile für die Elektronikindustrie, die nach dem Spritzgießprozess frei aus dem Werkzeug fallen.

Turnkey-Anlage für dekorierte Funkschlüssel-Cover
Eine automatisierte Fertigungsanlage rund um einen vertikalen Allrounder 475 V produziert dekorierte Abdeckungen für Funkschlüssel. Die Anlage kombiniert den Spritzgießprozess mit der In-Mould-Dekoration. Dabei wird die Dekoration während der Formgebung in das Bauteil integriert.

Die Handhabung übernimmt ein Sechs-Achs-Roboter von Kuka. Das Exponat veranschaulicht die Kombination aus vertikaler Spritzgießmaschine, Werkzeugtechnik, Dekorationsverfahren und Automation innerhalb einer abgestimmten Fertigungszelle.

Mikrospritzgießen von Bauteilen mit vier Milligramm Gewicht
Eine weitere Anwendung widmet sich dem Mikrospritzgießen. Ein elektrischer Allrounder 270 A mit Mikrospritzmodul produziert vier Mikrofilter pro Zyklus. Die Bauteile verfügen über komplexe Geometrien und wiegen jeweils 0,004 Gramm.

Für die Entnahme und Handhabung ist die Anlage mit einem linearen Robot-System Multilift Select 4 ausgestattet. Das Exponat zeigt die reproduzierbare Herstellung sehr kleiner Präzisionsbauteile sowie deren automatisierte Weiterverarbeitung.

Vernetzte Medizintechnik-Zelle verarbeitet Rezyklat
Für Anwendungen in der Medizintechnik zeigt Arburg die weiterentwickelte Fertigungszelle „NextGen Medical Solution“. Kern der Anlage ist ein elektrischer Allrounder 570 A in Reinraumausführung. Die Zelle produziert Komponenten für Injektor-Pens und kann dabei auch Rezyklat verarbeiten.

Ein KI-gestütztes Softwarewerkzeug überwacht den Fertigungsprozess und soll Schwankungen erkennen beziehungsweise ausgleichen. Damit soll auch beim Einsatz von Recyclingmaterial eine konstante Bauteilqualität erreicht werden. Die Produktionszelle ist digital vernetzt und verbindet Maschine, Prozessüberwachung, Qualitätskontrolle und Automation.

Zweikomponenten-Anlage fertigt vollständige Domino-Sets
Ein Allrounder More 2000 zeigt die Herstellung zweifarbiger Dominosteine im Zweikomponenten-Spritzgießverfahren. Zum Einsatz kommt ein 32-fach-Werkzeug, das mehrere Bauteile gleichzeitig produziert.

Nach dem Spritzgießen werden die Spielsteine automatisiert entnommen, kontrolliert und zu vollständigen Sets zusammengestellt. An der Konfektionierung sind unter anderem ein vertikales Robot-System Multilift V 30 und ein kollaborierender Roboter beteiligt. Die fertigen Spiele-Sets werden direkt an Messebesucher ausgegeben.

Die Anwendung dient zugleich als Plattform für neue Automations- und Robotiklösungen. Sie zeigt, wie Spritzgießprozess, Bauteilhandhabung, Montage und Verpackung innerhalb einer Fertigungszelle miteinander verbunden werden können.

Insgesamt 14 Maschinen auf Messe- und Partnerständen
Mit sechs Maschinen auf dem eigenen Stand und acht weiteren Exponaten auf Partnerständen deckt Arburg unterschiedliche Anwendungsbereiche ab. Das Spektrum reicht von elektrischen Standardmaschinen über Mikro- und Mehrkomponenten-Spritzgießen bis zu vernetzten Reinraum- und Turnkey-Anlagen.

Ein Schwerpunkt liegt auf der Integration von Robot-Systemen und Peripherie. Die ausgestellten Lösungen zeigen sowohl einfache Entnahmeaufgaben als auch komplexe Prozessketten mit Dekoration, Qualitätskontrolle, Montage, Konfektionierung und Ausgabe fertiger Produkte.

Beteiligung am Karriere-Freitag
Am 16. Oktober 2026 beteiligt sich Arburg am Fakuma-Karrieretag „Mold your future“. Mehr als 60 Auszubildende und Ausbilder des Unternehmens unterstützen an diesem Tag das Messeteam in Friedrichshafen.

Für Schüler, Studierende und Berufseinsteiger sind geführte Rundgänge über den Messestand vorgesehen. Dabei sollen unter anderem die digital vernetzten Produktionslösungen erläutert werden. Andreas Fath von der Hochschule Furtwangen informiert zudem über Zusammenhänge zwischen Digitalisierung und Nachhaltigkeit.

Interessierte können sich auf dem Messestand über Ausbildungsberufe, Studienangebote und Einstiegsmöglichkeiten bei Arburg informieren und Bewerbungen einreichen.

Fakuma 2026, Friedrichshafen, 12.-16. Oktober 2026, Halle A3, Stand 3101

Weitere Informationen: www.arburg.com, www.amk-motion.com/de

Arburg GmbH + Co KG, Loßburg

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