| 26.08.2026, 06:00 Uhr | Lesedauer: ca. 4 Minuten |
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![]() ![]() Steigende regulatorische und funktionale Anforderungen machen die Entwicklung von Masterbatches heute komplexer. Auf der Fakuma 2026 stellt Lifocolor bedarfsgerechte Portfolio-Neuaufnahmen vor - (Bild: Lifocolor). Hintergrund sind mehrere regulatorische Änderungen, die 2026 für Hersteller, Verarbeiter und Zulieferer relevant werden. Dazu zählen der Anwendungsbeginn der EU-Verpackungsverordnung PPWR am 12. August 2026, Vorschriften zu PFAS und Bisphenol A sowie das Ende der Übergangsfrist der Änderungsverordnung (EU) 2025/351 am 16. September 2026. Die Regelwerke betreffen neben Verpackungsgestaltung und Dokumentation auch die stoffliche Zusammensetzung von Kunststoffprodukten und eingesetzten Additiven. ![]() Mit Velvet PET von Lifocolor erhalten PET-Flaschen eine samtig-matte Haptik wie bei HDPE - (Bild: Lifocolor). Mit Velvet PET zeigt Lifocolor ein Additiv-Masterbatch, das PET-Flaschen eine samtig-matte Oberfläche und eine an HDPE-Flaschen erinnernde Griffigkeit verleiht. Die Lösung richtet sich unter anderem an Anwendungen in den Bereichen Kosmetik, Körperpflege, Lebensmittel und Pharma. Das Masterbatch soll Materialwechsel von HDPE zu PET unterstützen, wenn eine vergleichbare sensorische Wirkung erhalten bleiben soll. Dadurch können entsprechende Verpackungskonzepte als PET-Monomaterial ausgeführt werden. Velvet PET lässt sich nach Angaben des Unternehmens auf bestehenden Anlagen für das Spritzstreckblasen, sogenannten ISBM-Linien, verarbeiten und ist für Anwendungen mit Lebensmittelkontakt vorgesehen. Schwarze Kunststoffe für NIR-Sortierung und Lasermarkierung Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Schwarz-Masterbatches, die sowohl durch Nahinfrarot-Technik erkannt als auch mit Lasern beschriftet werden können. Herkömmliche rußbasierte Schwarzfärbungen erschweren häufig die Erkennung von Verpackungen in automatisierten Sortieranlagen. NIR-detektierbare Rezepturen sollen dagegen ermöglichen, dass dunkle Kunststoffteile im Recyclingprozess identifiziert und den jeweiligen Materialströmen zugeordnet werden. Die Kombination mit einer Lasermarkierbarkeit erlaubt zugleich eine dauerhafte Kennzeichnung ohne zusätzliche Druckfarben oder Etiketten. Damit werden zwei Anforderungen innerhalb einer Masterbatch-Rezeptur zusammengeführt: die maschinelle Sortierbarkeit und die direkte Beschriftung des Bauteils oder der Verpackung. Ergänzend zeigt Lifocolor NIR-detektierbare Silber-Masterbatches für metallische Oberflächen sowie weitere Lösungen für die Lasermarkierung. Zum PPWR-bezogenen Portfolio gehören außerdem Farbmasterbatches für recyclingorientierte Verpackungskonzepte, Produkte zum Farbausgleich in recyceltem PET und Masterbatches zum Schutz des Füllguts. Letztere können auf rezyklatbasierten Trägermaterialien aufgebaut werden. Portfolio für Lebensmittelkontakt-Anwendungen neu gegliedert Im Zusammenhang mit der Änderungsverordnung (EU) 2025/351 zur EU-Kunststoffverordnung (EU) Nr. 10/2011 hat Lifocolor sein Angebot für Lebensmittelkontakt-Anwendungen nach unterschiedlichen Anforderungsprofilen geordnet. Für sensible Anwendungen mit direktem Lebensmittelkontakt umfasst das Portfolio Masterbatches mit entsprechend qualifizierten Rohstoffen und einer erweiterten Konformitätsdokumentation. Davon getrennt werden Lösungen für weniger sensible Gebrauchsgegenstände angeboten, die weiterhin die grundlegenden Anforderungen der europäischen Rahmenverordnung (EG) Nr. 1935/2004 und der Kunststoffverordnung erfüllen sollen, jedoch nicht in jedem Fall den vollständigen zusätzlichen Dokumentationsumfang benötigen. Die Gliederung soll eine anwendungsbezogene Auswahl ermöglichen. Dabei werden Produktsicherheit, Dokumentationsbedarf und wirtschaftlicher Aufwand anhand der konkreten Einsatzbedingungen bewertet. Ziel ist es, die jeweils erforderliche Konformitätsstufe festzulegen, anstatt sämtliche Anwendungen grundsätzlich nach den höchsten Dokumentationsanforderungen auszurichten. Effekt-Masterbatches für Verpackungen und Konsumgüter Für dekorative Anwendungen präsentiert Lifocolor mehrere Effektlösungen. Dazu gehört ein Hologramm-Effekt, der mithilfe beschichteter Glitterpigmente eine irisierende Tiefenwirkung erzeugt. Eine weitere Produktgruppe bildet die Granit-Effekt-Familie mit Oberflächenbildern, die unter anderem an Sandstein oder Kork erinnern. Ergänzt wird das Angebot durch verschiedene metallische Optiken. Die Effekt-Masterbatches sind für Lebensmittelkontakt-Anwendungen vorgesehen und können je nach Rezeptur und Verarbeitungsverfahren bei Temperaturen von bis zu 280 beziehungsweise 300 Grad Celsius eingesetzt werden. Auf der Fakuma 2026 gibt das Unternehmen zudem einen ersten Ausblick auf eine für 2028 geplante Trendfarblinie. Daneben werden Farbmuster und Materialien der Kollektion „Shades of Inspiration 2027“ gezeigt. Rezepturen für technische Polymere und sensible Anwendungen Neben Verpackungs- und Konsumgüteranwendungen umfasst das Portfolio Masterbatches für technische Kunststoffe. Lifocolor entwickelt unter anderem Rezepturen für Styrolkunststoffe, Copolyester, Polycarbonat, Polyamid, Polymethylmethacrylat, Polyoxymethylen, Polybutylenterephthalat und Polyphenylensulfid sowie für verschiedene Polymerblends. Dabei können polymeridentische Trägermaterialien eingesetzt werden. Solche Rezepturen sollen die Verträglichkeit zwischen Masterbatch und zu verarbeitendem Kunststoff verbessern und unerwünschte Veränderungen der Materialeigenschaften begrenzen. Für Produkte mit erhöhten Anforderungen an Reinheit, Hygiene und Prozesskontrolle, etwa in den Bereichen Spielwaren, Lebensmittel, Medizin und Pharma, fertigt Lifocolor nach einem eigenen GMP-orientierten Produktionskonzept. Dieses umfasst definierte Hygienemaßnahmen, analytische Prüfungen und Vereinbarungen zum Änderungsmanagement. Pigmentkonzentrate für Compoundeure und Recycler Für Compoundeure und Recyclingunternehmen bietet Lifocolor außerdem Monokonzentrate beziehungsweise Single-Pigment-Concentrates an. Diese enthalten jeweils einzelne Pigmente in konzentrierter Form und können als Grundlage für eigene Farbrezepturen verwendet werden. Die Konzentrate ermöglichen es Verarbeitern, Farbtöne flexibel anzupassen. Dies ist insbesondere bei Rezyklaten relevant, deren Ausgangsfarbe und Materialqualität je nach Charge schwanken können. Durch die separate Dosierung einzelner Pigmente lassen sich solche Unterschiede gezielter ausgleichen. Fakuma 2026, Friedrichshafen, 12.-16. Oktober 2026, Halle A4, Stand 4206 Weitere Informationen: www.lifocolor.de |
Lifocolor Farben GmbH & Co. KG, Lichtenfels
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