| 17.09.2003 | Lesedauer: ca. 3 Minuten |
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Eine jüngst von der APME (Association of Plastics Manufacturers in Europe, www.apme.org) veröffentlichte Studie zeigt, dass das werkstoffliche Recycling von Kunststoffteilen aus Altautomobilen nur dann sinnvoll im Sinne der Ökoeffizienz ist, wenn es um große, leicht demontierbare Teile aus nur einem Material geht. In der Mehrzahl der Fälle ist demgegenüber unter Ökoeffizienz-Gesichtspunkten rohstoffliches Recycling bzw. energetische Verwertung am sinnvollsten, heißt es in einer Mitteilung der Organisation. Mit der Studie, die vom Öko-Institut (www.oeko.de) in Freiburg durchgeführt wurde, liegen in Europa nun erstmals quantitative Daten für den Vergleich von Recycling und energetischer Verwertung im Zusam-men-hang mit der Verwertung von Kunststoffen aus Altautos vor. In Europa stehen jährlich etwa acht Millionen Fahrzeuge zur Verwertung an. Axel Kistenmacher, verantwortlich für den Automobilbereich im Sektor Technik und Umwelt der APME, erklärt dazu: „In Automobilen wird heute immer mehr Kunststoff eingesetzt. Ent-spre-chend erwarten wir, dass 2015, wenn etwa 12 Millionen Altautos jährlich anfallen, circa 1,3 Millionen Tonnen Kunststoff zur Verwertung anstehen werden. Die nun vorliegende Studie wird uns helfen, hier entsprechende Verwertungsmöglichkeiten zu identifizieren“. Die Studie analysiert und vergleicht unter Ökoeffizienz-Gesichtspunkten die Möglichkeiten von 6 verschiedenen Verwertungsoptionen (werkstoffliches Recycling, Hochofen, Zementdrehrohr, die Produktion von Synthesegas, Abfallverbrennung und Deponierung) bei 7 verschiedenen Auto-Komponenten (Stoßfänger, Sitzpolster, Ansaugrohr, Waschwasserbehälter, Luftfilter, Scheinwerfer-Streuscheibe und Spiegelgehäuse). Für jede Komponente wurde die beste Option bei geringster Umweltbelastung bei niedrigsten Kosten gesucht. Die wichtigsten Ergebnisse: Werkstoffliches Recycling ist die Methode der Wahl für große, leicht zugängliche und aus nur einem Material bestehende Teile, sofern das Material nicht wesentlich beschädigt und ein Markt dafür vorhanden ist. Für die meisten untersuchten Autoteile, sind rohstoffliche und energetische Verwertung die Verfahren der Wahl, da sie Ökonomie und Ökologie am besten verbinden. Die Betrachtung des gesamten Auto-Lebenszyklus’ zeigt, dass die Gebrauchsphase mit deutlichem Abstand den größten Umwelteinfluss ausmacht. Entsprechend sollte der Focus der Betrachtung auf eben dieser Gebrauchsphase liegen. Deponierung ist immer die unter Ökoeffizienz-Gesichtspunkten schlechteste Lösung. In den vergangenen 50 Jahren haben Kunststoffe im Automobil auf breiter Front Einzug gehalten, insbesondere wegen ihres geringen Gewichts und ihrer Belastbarkeit. Sie ersetzen oft andere, schwerere Materialien und tragen so zu weniger Kraftstoffverbrauch und damit auch zu weniger CO2-Ausstoß bei. Ein Auto hat heute einen Kunststoffanteil um die 11 Prozent. Man schätzt, dass 100 Kilo Kunststoffe etwa 200 bis 300 Kilo andere Materialien ersetzen. Ohne Kunst-stoffe würde ein durchschnittliches Auto nach diesen Schätzungen im Laufe seiner Nutzungszeit etwa 1.000 Liter Treibstoff mehr verbrauchen. Kunststoffe spielen eine grund-legende Rolle in der Entwicklung neuer Technologien im Automobilbereich, etwa im Bereich der Brennstoffzelle, in der Telemetrie oder bei Karosserieteilen, die nicht mehr lackiert werden müssen. |
Association of Plastics Manufacturers in Europe, Brüssel/Belgien
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