| 12.06.2009 | Lesedauer: ca. 2 Minuten |
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"Das Kunststoffrecycling steckt, mitten in der Wirtschaftskrise, in einer schwierigen Lage", erklärte Dr. Michael Scriba, Vorsitzender des bvse-Fachverbandes Kunststoffrecycling (www.bvse.de) kürzlich vor der Presse in Bonn. Es seien seit Oktober 2008 drastische Marktveränderungen zu beobachten. "Die Industrie, die unsere Kunststoffprodukte einsetzt, hat massiv die Produktion gekürzt. Verlängerung der Ferien, längere Pausen, um die Anlagen zu warten oder auch klassische Anlagenstillstände waren und sind das Instrumentarium dazu", erläuterte Scriba. Auch der Fernostexport kam zwischenzeitlich fast zum Stillstand. Preisnotierungen wurden ausgesetzt. Teilweise hätten sich die Preise bei bestimmten Kunststoffqualitäten halbiert. Dies führte unter anderem auch zu Insolvenzen bei Kunststoffhändlern. Problematisch sei, so der bvse-Fachverbandsvorsitzende, dass auch die Preise für Neukunststoffe sehr stark eingebrochen seien und sich daher die Wettbewerbssituation für Sekundärprodukte deutlich verschlechtert habe. Scriba: "Auch wenn wir jetzt eine gewisse Stabilisierung der Preise - auf niedrigem Niveau - feststellen können, hat sich insgesamt die wirtschaftliche Situation für unsere Mitgliedsunternehmen nicht entspannt." Trotzdem, das Kunststoffrecycling habe sich in Deutschland in den letzten Jahren etabliert und sei zu einer festen Größe geworden. Das lasse sich auch am Erfolg der zentralen Branchenveranstaltung festmachen. Nach Angaben des bvse-Bundesverbandes Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V. habe der inzwischen 12. Internationale Altkunststofftag vom 9.-10. Juni 2009 wieder mit über Teilnehmern in Bad Neuenahr stattgefunden. Umfrage bei den Mitgliedsunternehmen Im Vorgriff auf diese Veranstaltung hat der bvse die aktuelle Marktsituation für das Kunststoffrecycling bei den Mitgliedsunternehmen abgefragt. Die Umfrage ergab, dass im ersten Halbjahr 2009 die Kunststofferfassungsmenge insgesamt um acht Prozent zurückgegangen sei. Die Erlöse brachen hier um 15 Prozent ein. Für das zweite Halbjahr werde dagegen eine leichte Verbesserung erwartet. Zwar rechnet man mit nochmals rückläufigen Erfassungsmengen um drei Prozent, aber die Erlöse sollten sich dann auf dem so gefundenen Niveau stabilisieren. Darüber hinaus ermittelte der bvse in seiner Umfrage, dass sich der Exportanteil nach Fernost - nach Angabe der befragten Unternehmen - im Jahr 2009 um sechs Prozent verringert habe. Der Anteil der Kunststoffe, die dem werkstofflichen Recycling zugeführt werden, wird mit immerhin 82 Prozent angegeben. Bei der Verwertung der Kunststoffe aus Elektronikschrott ergibt sich, dass auch hier 43 Prozent der anfallenden Kunststoffe werkstofflich verwertet werden. Die Exportsituation bei diesen Kunststoffen sei im Vergleich des ersten Halbjahrs 2008 mit dem in 2009 unverändert; das heißt, etwa 40 Prozent dieser Kunststoffe werden nach Fernost exportiert. |
Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V., Bonn
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