| 16.01.2026, 10:16 Uhr | Lesedauer: ca. 3 Minuten |
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Nach Jahren der Stagnation sieht die Marktforschungsgesellschaft Ceresana Anzeichen für eine moderate Erholung des europäischen Marktes für Kunststoffrohre ab dem Jahr 2026. Der Verbrauch von Rohren aus PVC, Polyethylen (PE), Polypropylen (PP) und weiteren Polymeren lag längere Zeit bei rund fünf Millionen Tonnen jährlich. Impulse für eine steigende Nachfrage kommen nun vor allem aus regulatorischen Vorgaben, Infrastrukturinvestitionen und klimabedingten Anpassungsmaßnahmen. Treiber der Entwicklung sind unter anderem EU-Richtlinien zur Trinkwasser- und Abwasserinfrastruktur, die schrittweise umgesetzt werden und den Ausbau sowie die Modernisierung von Leitungsnetzen fördern. Zusätzlich steigt der Bedarf an Rohrsystemen für die Anpassung an den Klimawandel, etwa in der Landwirtschaft, im Gartenbau und in Kommunen, beispielsweise für Bewässerung, Abwasser, Druckleitungen oder Wasseraufbereitung. Wachstum erwartet Ceresana auch im Segment Kabelschutz: Für meist aus Polyethylen gefertigte Leerrohre zum Schutz von Strom- und Telekommunikationsleitungen wird ein jährliches Wachstum von 1,7 % prognostiziert. Differenzierung nach Anwendungen und Bauformen In der achten Ausgabe des Reports "Kunststoffrohre – Europa" unterscheidet Ceresana erstmals systematisch zwischen Haustechnik und Versorgungsleitungen im Außenbereich für die Anwendungsfelder Trinkwasser und Abwasser. Die Nachfrage in der Haustechnik ist eng an die Bauaktivität im Hochbau sowie an Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen gekoppelt. Insbesondere bei Renovierungen werden metallische Rohrleitungen zunehmend durch Kunststofflösungen ersetzt, etwa durch PP-R oder vernetztes Polyethylen (PE-X), die als leicht, langlebig und korrosionsbeständig gelten. Für große Rohrdurchmesser, bei denen hohe Steifigkeit und Beständigkeit erforderlich sind, kommen verstärkt glasfaserverstärkte Kunststoffe (GFK) zum Einsatz. Obwohl ihr Marktanteil bislang gering ist, rechnet Ceresana mit einem vergleichsweise hohen jährlichen Wachstum von rund 3 %. Diese Entwicklung ist jedoch stark von einzelnen Großprojekten abhängig. Für PE-Rohre, die insbesondere in der Trinkwasserversorgung, Bewässerung und in Teilen der Gasnetze genutzt werden, wird ein durchschnittliches Wachstum von 1,4 % pro Jahr erwartet. Ein weiterer Nachfragefaktor ist der zunehmende Einsatz grabenloser Bauverfahren. Rahmenbedingungen und Unsicherheiten Die europäische Bauwirtschaft könnte sich laut Ceresana ab 2026 insgesamt erholen. Gleichzeitig bleiben Hemmnisse bestehen, darunter komplexe Genehmigungsverfahren, Fachkräftemangel sowie steigende Bau- und Finanzierungskosten. Kommunale Projekte stehen zudem unter dem Druck knapper Haushalte. Dem gegenüber stehen umfangreiche staatliche und europäische Investitionsprogramme, etwa zum Ausbau der Energieinfrastruktur. Mit Initiativen wie dem "European Grid Package" plant die EU den Ausbau transeuropäischer Strom-, Gas- und Wasserstoffnetze. Der Report zeigt, dass sich Bauaktivitäten in den Segmenten Gewerbe, Infrastruktur und Militär in vielen europäischen Ländern günstiger entwickeln als der Wohnungsbau. Zusätzliche Dynamik entsteht durch den verstärkten Bau von Rechenzentren im Zuge des wachsenden Bedarfs an Rechenleistung. Inhalte der Marktstudie Die Studie analysiert den europäischen Markt für Kunststoffrohre bis 2034 und weist Kennzahlen zu Umsatz, Produktion und Verbrauch nach Anwendungen, Kunststofftypen und Bausegmenten aus. Detaillierte Länderanalysen für 23 europäische Staaten sowie eine Segmentierung nach Anwendungsgebieten wie Trinkwasser, Abwasser, Kabelschutz, Gas, Landwirtschaft und Industrie sind enthalten. Ergänzt wird der Bericht durch Unternehmensprofile von 59 führenden europäischen Herstellern, darunter Aalberts, Aliaxis, Geberit, Georg Fischer, Pipelife, Rehau und Wavin. Weitere Informationen: ceresana.com/produkt/marktstudie-kunststoffrohre-europa |
Ceresana Research, Konstanz
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