| 03.11.2026, 09:14 Uhr | Lesedauer: ca. 3 Minuten |
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Der Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler plant ein weiteres Restrukturierungsprogramm. Europaweit sollen netto 3.460 Stellen entfallen, davon rund 2.660 in Deutschland und 800 in anderen europäischen Ländern. Von insgesamt 16 betroffenen Standorten sollen fünf geschlossen werden, darunter vier in Deutschland. Ab 2030 erwartet der Konzern eine jährliche Ergebnisverbesserung von rund 300 Millionen Euro. Nach Unternehmensangaben reagiert Schaeffler damit auf die rückläufige Nachfrage im Geschäft mit Verbrennungsmotoren, den verzögerten Hochlauf der Elektromobilität und den zunehmenden Wettbewerbsdruck. Das Programm umfasst den Abbau von Überkapazitäten in Produktion und Entwicklung, eine Senkung der Personalkosten und die Vereinfachung der Organisationsstruktur. Es betrifft vor allem das Automobilerstausrüstungsgeschäft. Standortschließungen und Kapazitätsanpassungen In Deutschland sollen die Werke Dortmund mit derzeit rund 430 Beschäftigten und Morbach mit rund 160 Beschäftigten schließen. Beide Standorte gehören zur Sparte "Powertrain & Chassis" und produzieren Komponenten für Verbrennungsmotoren. In Berlin sollen die Aktivitäten mit rund 270 Beschäftigten eingestellt werden. Auch der Standort Schwalbach soll aufgegeben werden. Ein Großteil der dortigen rund 385 Beschäftigten soll nach Frankfurt wechseln; insgesamt sind in Schwalbach etwa 190 Stellen vom Abbau betroffen. Darüber hinaus ist die Einstellung des Werkzeugbaus in Höchstadt geplant. Anpassungen sind im Sondermaschinenbau in Erlangen und Schweinfurt sowie an weiteren Standorten in Herzogenaurach, Bühl, Höchstadt, Nürnberg und Regensburg vorgesehen. Außerhalb Deutschlands will Schaeffler die Produktions- und Entwicklungskapazitäten in Haguenau und Toulouse in Frankreich sowie in Skalica und Kysuce in der Slowakei anpassen. Der belgische Produktionsstandort Herstal mit rund 15 Beschäftigten soll ebenfalls schließen. Schwerpunkt auf Produktion und Entwicklung Rund 50 Prozent der abzubauenden Stellen entfallen auf die Produktion, 30 Prozent auf Forschung und Entwicklung und 20 Prozent auf andere Funktionen. Der geplante Abbau in Deutschland entspricht nach Angaben des Unternehmens rund neun Prozent der dortigen Stammbelegschaft, die am 30. September 2026 insgesamt 31.957 Personen umfasste. Zusammen mit früheren Abbauprogrammen und bereits vereinbarten Altersteilzeitregelungen erhöht sich der von Schaeffler genannte Anteil auf rund 18 Prozent. Die strukturellen Maßnahmen sollen überwiegend 2027 und 2028 umgesetzt werden. Schaeffler will dazu mit den Arbeitnehmervertretungen verhandeln und strebt eine sozialverträgliche Umsetzung an. Einmalaufwand von 480 Millionen Euro erwartet Die jährlichen Ergebnisverbesserungen aus dem neuen Programm beziffert Schaeffler ab 2030 auf rund 300 Millionen Euro. Dem steht ein erwarteter einmaliger Restrukturierungsaufwand von rund 480 Millionen Euro gegenüber. Der überwiegende Teil soll bereits 2026 als Rückstellung berücksichtigt werden. Ergänzend ist ein zeitlich begrenzter, freiwilliger Gehaltsverzicht vorgesehen, der beim Vorstand beginnen und alle Hierarchieebenen einbeziehen soll. Die Einzelheiten müssen noch mit den zuständigen Gremien abgestimmt werden. Der Beitrag soll 2027 und 2028 die Personalkosten reduzieren und den Umfang des Stellenabbaus begrenzen. Das neue Programm folgt auf die 2024 angekündigten Maßnahmen zum Abbau von 4.700 Stellen brutto und auf 1.768 zusätzliche Altersteilzeitvereinbarungen, über die Schaeffler im Oktober 2026 informiert hatte. Parallel plant der Konzern den Ausbau neuer Geschäftsfelder, insbesondere in der humanoiden Robotik und der Verteidigungsindustrie. Dadurch soll nach Unternehmensangaben zumindest ein Teil des Stellenabbaus durch neue Arbeitsplätze ausgeglichen werden. Weitere Informationen: www.schaeffler.com |
Schaeffler AG, Herzogenaurach
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