| 05.03.2019, 06:00 Uhr | Lesedauer: ca. 3 Minuten |
|
![]() ![]() Formgebungsstation für die Fertigung von Faservorformlingen aus textilen Halbzeugen - (Alle Bilder: ITA). Konzepte und Ideen sollen sich auf der vom Institut für Textiltechnik der RWTH Aachen University (ITA) entwickelten Glasfaserproduktionsanlage schnell und kostengünstig erproben lassen. Am RWTH-Gemeinschaftsstand werden erstmals live Glasfasern hergestellt. Zu den Neuheiten der Anlage gehört das induktiv beheizte Bushing. Es hat ein anpassbares Design und besteht aus einer Platin-/Rhodium-Legierung (Pt/Rh20), so dass es auch für die Verarbeitung von Hochtemperaturgläsern genutzt werden kann. Der modulare Aufbau ermöglicht laut Anbieter hohe Flexibilität, das Induktionssystem eine schnellere Bedienbarkeit. Am Messestand zeigt das Institut zudem eine neue Formgebungsstation, die die Fertigung von Faservorformlingen aus textilen Halbzeugen auch für Prototypen und in der Kleinserie erschwinglich machen soll. Das ITA erklärt dazu, dass bei der Produktion von FvK-Bauteilen im Preforming-Prozess ein Großteil der späteren Bauteilkosten definiert werde. In kleinen und mittelständischen Unternehmen werde dieser Prozessschritt oft noch manuell ausgeführt. Daraus resultierten hohe Qualitätsschwankungen und Bauteilpreise. Besonders bei hochbelasteten Strukturbauteilen führten die Qualitätsschwankung dazu, dass die Bauteile überdimensioniert seien. So werde das Leichtbaupotential von faserverstärkten Kunststoffen zu wenig genutzt. Eine Lösung sei das aus der blechumformenden Industrie adaptierte Stempelumformverfahren. Dabei wird das Textil zwischen zwei Formhälften (Patrize und Matrize) eingelegt und automatisiert umgeformt. Dieses Verfahren komme jedoch aufgrund hoher Anlagen- und Werkzeugkosten fast ausschließlich in der Großserie zum Einsatz. Die Formgebungsstation Drapecube sei in der Lage, den aktuellen Stand der Technik für die Formgebung textiler Halbzeuge vollständig abzubilden. Am Stand werden die Prozessschritte in einem Video demonstriert. Das CfK-Preform, welches das Institut in Paris präsentiert, besteht aus einem Carbon-Multiaxial-Gelege, das durch expandiertes Polystyrol (EPS) umgeformt ist. Das soll die Drapierqualität im Vergleich zur klassischen Stempelumformung verbessern. Durch die schonende, textilgerechte Umformung mittels Schaumexpansion können laut ITA Preforms in erhöhter Qualität entstehen. Vorteil des so umgeformten CfK-Preforms seien überdies die niedrigeren Anlagenkosten. Auch der Verschnittanteil reduziere sich, weil eine endkonturnahe Fertigung möglich sei. Darüber hinaus verringere sich der Ausschuss in Folge weniger Fehler im Textil. Als Zielgruppe sieht das Institut die Hersteller von faserverstärkten Bauteilen, besonders für die Klein- und Mittelserie, bei denen die klassische Stempelumformung nicht wirtschaftlich ist. Beim nächsten Verfahren, das auf der Fachmesse gezeigt wird, werden die 12.000 Carbonfaserrovings durch das Stickverfahren Tailored Fibre Placement (TFP) zu einem Preform abgelegt. Beim weiteren Lagenaufbau können Inserts unter den Rovinglagen integriert und durch zusätzliches Umschlaufen fixiert werden. Der integrative Preformingansatz soll die Möglichkeit bieten, Gewicht und Prozessschritte zu reduzieren und die mechanische Performance zu steigern. Bisher wurden Inserts geklebt oder es waren Bohrungen im Bauteil notwendig. Jedoch sind aufgeklebte Inserts durch die Klebefläche limitiert und das Einkleben von Inserts in Bohrungen zieht eine hohe Bohrerabrasion und damit einen hohen Werkzeugverschleiß nach sich. Bei gestickten Preforms mit integriertem Metallinsert wird der Verschnitt durch TFP-Preforming reduziert und die spezifische Ausreißkraft gesteigert, erläutert der Anbieter die Vorteile des Verfahrens. Zudem könne man die Herstellung integrativer Preforms automatisieren. Damit sei der Preform mit integriertem Metallinsert interessant für die Zielgruppen Automotive und Luft- und Raumfahrt. Weitere Informationen: www.ita.rwth-aachen.de JEC World 2019, 12.-14. März 2019, Paris, Frankreich |
Institut für Textiltechnik of RWTH Aachen University, Aachen
» insgesamt 163 News über "ITA" im News-Archiv gefunden
Ihre News im plasticker? Bitte senden Sie Ihre Pressemitteilungen an redaktion@plasticker.de!
| » zurück zum Seitenanfang |
Top-Meldungen der letzten Tage
Arburg: Vernetzte Spritzgießlösungen und digitale Produktionssysteme
Cabka: Umsatz und Ergebnis in H1 2026 deutlich verbessert
KraussMaffei Extrusion: Xinting Ren übernimmt Geschäftsführung
Agoform: Kunststoffverarbeiter steigert Rezyklateinsatz und senkt Materialverbrauch
Meist gelesen, 10 Tage
Mürdter: Spritzgießer beendet Insolvenzverfahren
Technotrans: Großserienauftrag stärkt Plastics-Geschäft
Polymer Service Merseburg: Kapazitätserweiterung für Langzeitprüfungen an Kunststoffen
KraussMaffei Extrusion: Xinting Ren übernimmt Geschäftsführung
WIS Kunststoffe: Daniel Römhild ist neuer Geschäftsführer – Feier zum 35-jährigen Bestehen
Agoform: Kunststoffverarbeiter steigert Rezyklateinsatz und senkt Materialverbrauch
Meist gelesen, 30 Tage
Karl Hess GmbH & Co. KG: Vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet
Erema: Gruppe bleibt trotz deutlichem Umsatzrückgang profitabel
Arburg: Übernahme der Stork Plastics Machinery B.V.
Hess plastics: Neuaufstellung im Insolvenzverfahren - Strukturierter Investorenprozess eingeleitet
Meist gelesen, 90 Tage
Durotherm: Übernahme durch swissplast group sichert Fortführung der Standorte Haiterbach und Lindlar
Karl Hess GmbH & Co. KG: Vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet
Grünstoff: Kunststoffrecycler mit strategischer Neuausrichtung
Dreher: Vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet
Evonik: Stellenabbau und Ausstieg aus dem Polyester-Geschäft angekündigt
Neue und gebrauchte Maschinen & Anlagen finden Sie in der großen Maschinenbörse.
Kostenfreie Nutzung aller Börsen! Registrieren Sie sich jetzt!
| Physikalischer Schaumspritzguss - Grundlagen für den industriellen Leichtbau
|