| 08.04.2011, 06:09 Uhr | Lesedauer: ca. 3 Minuten |
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Extrusionsblasformen von Rohren mit Weichsegmenten - Auch geeignet für Spritzgussteile unter der Motorhaube Ungewöhnlich weich für ein Polyamid 6 sein soll das neue Durethan BC 700 HTS von LANXESS. Es hat einen E-Modul von nur 210 MPa (konditioniert). Der unverstärkte Werkstoff eignet sich besonders, um Ladeluftrohre mit integrierten Faltenbälgen als Einstofflösung durch Extrusionsblasformen herzustellen, teilt LANXESS mit. „Dadurch eröffnet sich dem Verarbeiter eine wirtschaftliche Alternative zum sequenziellen Coextrudieren zweier unterschiedlich harter Polyamide, das vom Verfahren her aufwändiger und empfindlicher ist“, erläutert Dr. Günter Margraf, Produktentwickler für Polyamid-Compounds bei LANXESS. Der neue Werkstoff sei so weich, dass er auch gute Abdichteigenschaften habe. So konnten aus ihm gefertigte Prototyp-Ladeluftrohre mit lediglich einer Schelle an Ladeluftkühler und Ansaugmodul angeflanscht werden, ohne dass Undichtigkeiten auftraten. Der Einsatz zusätzlicher Dichtringe erübrigte sich so. Thermoalterungsstabil und beständig gegen Blow-by-Gase Unter der Motorhaube geht der Trend zu aufgeladenen Motoren mit Abgasrückführung, um den Kraftstoffverbrauch und damit die CO2-Emissionen von Pkw zu senken. Die Ladeluftrohre mit integrierten Faltenbälgen haben in diesen Motoren die Aufgabe, die Relativbewegungen des Motors im Fahrbetrieb und Toleranzen bei der Montage auszugleichen. Durch die Abgasrückführung müssen die Ladeluftrohre sehr beständig gegen Abgas- bzw. Blow-by-Gas-Kondensate sein, erläutert der Rohstoffhersteller den weiteren Hintergrund. LANXESS habe daher mit der neuen Polyamid 6-Variante entsprechende Tests nach OEM-Prüfvorschrift durchgeführt. Dabei hätte sich ergeben, dass der Werkstoff gegen Öle, Kraftstoffe und säurehaltige Kondensate resistenter sei als thermoplastische Polyesterelastomere und elastomere Blockcopolyamide, aus denen ebenfalls in Serie Ladeluftrohre blasgeformt werden. Für flexible Blasformrohre werden häufig auch spezielle Blends aus Polyamid und Polyolefinen eingesetzt. Im Vergleich zu Durethan BC 700 HTS würden diese Materialien aber eine deutlich geringere Thermoalterungsstabilität aufweisen, was auch für die Polyesterelastomere gelte. „Damit ist Durethan BC 700 HTS seinen Wettbewerbsmaterialien jeweils mindestens in einer wichtigen Eigenschaft überlegen“, so Margraf. Auf Serienwerkzeugen einsetzbar Der neue Werkstoff wurde bereits bei mehreren Kunden erfolgreich auf Serienwerkzeugen für Ladeluftrohre abgemustert. Dabei hätte sich seine sehr gute Verarbeitbarkeit im Extrusionsblasformverfahren bestätigt. Ein Grund hierfür sei die hohe Schmelzesteifigkeit. Sie sorge dafür, dass sich der extrudierte Vorformling unter seinem Eigengewicht kaum auslängt. „Unser Werkstoff lässt sich daher innerhalb eines breiten Verarbeitungsfensters in einem stabilen Prozess blasformen“, so Margraf. Die neue Polyamid 6-Einstellung soll auch für den Spritzguss von Teilen mit sehr hohen Zähigkeitsanforderungen geeignet sein und sei bereits auf Serienwerkzeugen erfolgreich ausgeprüft worden. Sie biete sich zum Beispiel für den Spritzguss von multiflexiblen Schlauchverbindungen an. Breite Produktpalette fürs Blasformen LANXESS verfügt über ein breites Produktportfolio an hochviskosen und hitzestabilisierten Polyamid 6- und 66-Varianten für das Blasformen von luftführenden Motorraum-Hohlkörpern. Es umfasst sowohl unverstärkte als auch gefüllte Materialien mit Glasfasergehalten von 15 und 25 Prozent. Das „Härtespektrum“ reicht von sehr weichen Einstellungen wie Durethan BC 700 HTS bis hin zu harten Polyamiden mit einem E-Modul von 5.300 MPa (konditioniert). Auch besonders hydrolysebeständige Materialvarianten für Kühlkreislaufrohre sind Teil des Sortiments. Weitere Informationen: lanxess.com, www.durethan.de |
LANXESS AG, Leverkusen
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