| 10.11.2011, 06:03 Uhr | Lesedauer: ca. 3 Minuten |
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Wood Polymer Composites (WPC) erfreuen sich immer größerer Beliebtheit – nicht zuletzt dank ihres hohen Anteils an nachwachsenden Rohstoffen werden sie als nachhaltige Alternative zu herkömmlichen Werkstoffen gesehen. Doch wie nachhaltig sind WPC-Produkte tatsächlich und wie können sie noch besser werden? Ein aktuelles Forschungsprojekt des Kunststoff-Zentrums (SKZ) Würzburg hilft dabei, diese Fragen zu beantworten. Ziel ist ein Instrument, mit dem Hersteller anhand eines Benchmarkings mit Konkurrenzwerkstoffen die Nachhaltigkeit ihrer WPC-Produkte individuell untersuchen und bewerten können. Das Projekt wird in Kooperation mit der Universität Göttingen (Abteilung Holzbiologie und Holzprodukte) und dem Karlsruher Institut für Technologie KIT (Zentralabteilung für Technikbedingte Stoffströme) durchgeführt. Terrassenbeläge stehen im Fokus Im Fokus des Projekts stehen Terrassenbeläge, die als Außenanwendungen besonders hohe Anforderungen an die eingesetzten Materialien stellen. Ein sehr wichtiger Parameter ist dabei die Witterungsbeständigkeit. Sie ist Voraussetzung für eine lange Lebensdauer, die wiederum ein wichtiger Baustein für niedrige Lebenszykluskosten und eine vorteilhafte Ökobilanz ist. Kann WPC hier gegenüber Holz punkten? Um diese Frage zu beantworten, werden mehrere Produkte aus WPC sowie Terrassendielen aus Bilinga (Tropenholz) und kesseldruckimprägnierter Kiefer verschiedenen Tests unterzogen: Klimawechsellagerung und künstliche Bewitterung im Labor sollen ein erstes Datengerüst liefern, um relative Unterschiede in der zu erwartenden Lebensdauer zu evaluieren. Durch Praxistests unter realen Nutzungsbedingungen sollen diese Ergebnisse überprüft und validiert werden. Hierzu wurde ein mehrjähriger Ringversuch mit Freilandbewitterungen in Deutschland und Belgien gestartet. Die Untersuchung soll Aufschluss darüber geben, wie sich u.a. Abmessungen, Durchbiegung und Form unter verschiedenen klimatischen Randbedingungen und Trittbelastungen verändern bis letztlich ein mechanisches Versagen eintritt. Methodische Grundlage des Nachhaltigkeits-Benchmarkings sind Ökobilanz (ISO 14040) und Lebenszykluskostenrechnung. Mit Hilfe dieser Methoden sollen die Randbedingungen, unter denen Terrassenbeläge aus WPC gegenüber Holz ökologische und ökonomische Vorteile haben, bestimmt werden. Hierzu werden alle Lebenswegabschnitte von der forstlichen Produktion bzw. der Kunststoffherstellung über die Fertigung der Dielen und Pflegemaßnahmen während der Nutzung bis hin zur Entsorgung am Ende des Lebenswegs untersucht. Alle Daten, die zur Berechnung von Ökobilanz und Lebenszykluskosten notwendig sind, werden in einer Datenbank hinterlegt. So soll das Bewertungsinstrument praktikabel eingesetzt werden, um Terrassendielen aus WPC individuell zu analysieren, Ansatzpunkte für Verbesserungen zu identifizieren und ihre Nachhaltigkeit in einem Benchmarking mit Holzprodukten zu bewerten. Die Ergebnisse werden im Frühjahr 2012 verfügbar sein. Das IGF-Vorhaben 16379 N der Forschungsvereinigung Fördergemeinschaft für das Süddeutsche Kunststoff-Zentrum e.V. wird über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der industriellen Gemeinschaftsforschung und -entwicklung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert. Ansprechpartner: Kyra Seibert Friedrich-Bergius-Ring 22 97076 Würzburg Tel: +49 931 4104-260 k.seibert@skz.de Weitere Informationen: www.skz.de |
SKZ - Das Kunststoff-Zentrum, Würzburg
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