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27.04.2022, 10:12 Uhr | Lesedauer: ca. 4 Minuten    

Asahi Kasei: Japaner legen Kohlendioxid-Emissionen des Kunststoff-Portfolios offen – Visualisierung von Treibhausgasemissionen

(Bild: Asahi Kasei Europe).
(Bild: Asahi Kasei Europe).
Der japanische Technologiekonzern Asahi Kasei hat angekündigt, ab Mai gegenüber Kunden seine Kohlenstoffemissionen transparent zu machen, die bei der Beschaffung und Produktion von Kunststoffen entstehen. Hierzu hat das Unternehmen gemeinsam mit der japanischen NTT Data Corp. eine Datenbank eingerichtet, um Treibhausgasemissionen und den Kohlenstoff-Fußabdruck seines Kunststoff-Portfolios zu berechnen. Seit April sei das System betriebsbereit, und ab Mai 2022 sollen Daten für Kunden bereitgestellt werden.

Diese Plattform sowie die Offenlegung der Daten umfasst zunächst sämtliche Produkte der technischen Polymere Polyamid (PA) (Produktmarke „Leona“), Polyacetal (POM) (Produktmarken „Tenac“ und „Tenac“-C), modifiziertes Polyphenylenether (mPPE) (Produktmarke „Xyron“) sowie Polypropylen (PP) mit dem Markennamen „Thermylene“. Sie werden als Werkstoffe zum Beispiel für Strukturbauteile in der Automobilindustrie oder in der Unterhaltungselektronik verwendet. Die Produkte finden den weiteren Anbieterangaben zufolge bevorzugt überall dort Einsatz, wo Eigenschaften wie Festigkeit, chemische Beständigkeit, hervorragende Gleiteigenschaften oder Flammwidrigkeit gefordert sind.

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Umfassende Prozessananlyse
Erfasst werden die Emissionen des erweiterten Produktionsprozesses, also nicht nur die eigenen, sondern auch diejenigen von Lieferanten und Verarbeitern. Die Berechnung vom Kohlenstoff-Fußabdruck erfolgt quantitativ mit der "Cradle-to-Gate"-Methode, indem die Treibhausgasemissionen aus dem gesamten Lebenszyklus von Produkten und Dienstleistungen – von der Rohstoffbeschaffung bis zur Entsorgung sowie dem Recycling – kombiniert und dann in die entsprechende Menge CO2 umgerechnet werden.

Grüne Transformation und detailliertes Datenmanagement
Die gemeinsame Initiative von Asahi Kasei und der NTT Data steht in engem Zusammenhang mit dem jüngst vorgestellten Managementplan, in dem der Fokus klar auf nachhaltiges Wachstum gelegt wird. Die Schwerpunkte liegen hierbei auf ‚Green‘, ‚Digital‘ und ‚People‘. Weiterhin gibt es zunehmend Druck seitens der Europäischen Union, Kohlenstoffneutralität zu erreichen. So soll die Einfuhr von Batterien und anderen Produkten für Elektrofahrzeuge mit übermäßigen Emissionen ab 2027 verboten werden, was große Automobilhersteller und andere Kunden dazu veranlasst hat, von ihren Lieferanten die Offenlegung von entsprechenden Daten zu verlangen.

Mit der ‚grünen‘ Transformation als einer der Schlüsselbereiche für die Stärkung der künftigen Geschäftsentwicklung treibt Asahi Kasei die Reduzierung seiner eigenen Treibhausgasemissionen voran. Das gemeinsame Projekt mit NTT Data wird als der nächste konsequente Schritt beschrieben. Die komplexe Lieferkette und unterschiedliche Standorte seien für das Projekt eine besondere Herausforderung gewesen. Das Team meisterte gleichwohl die Aufgabe, detaillierte Managementinformationen wie zum Beispiel Budgets, Ergebnisse oder Prognosen zügig zu erhalten. Ebenso konnten Daten in Bezug auf den Kohlenstoff-Fußabdruck für jedes Endprodukt in einem integrierten Format von der Produktion bis zum Verkauf zeitnah gewonnen werden.

Plattform-Architektur

Pfeiler eins – Einbeziehung aller Treibhausgasemissionen von der Beschaffung über den Transport bis zur ausgelagerten Verarbeitung, der internen Fertigung und dem Versand
Der Kohlenstoff-Fußabdruck von jedem Lieferanten-Produkt wird zu den Treibhausgasemissionen addiert, die anteilig in ausgelagerten Verarbeitungs- und internen Herstellungsprozessen berechnet werden. Damit kann die CO2-Bilanz einschließlich der Lieferkette von der Beschaffung über die Herstellung bis hin zum Versand visualisiert werden.

Pfeiler zwei – Monatliche Berechnung der CO2-Bilanz für jedes Endprodukt ist auch bei komplexer Lieferkette möglich
Herzstück der zweiten Säule ist das Planungs- und Analysewerkzeug ‚Anaplan‘, das eine mathematische Hochgeschwindigkeitsverarbeitung bietet. Die Lieferkette für Hochleistungskunststoffprodukte gestaltet sich komplex und umfasst viele verschiedene Produktqualitäten, über die ganze Welt verteilte Standorte und zahlreiche Prozessschritte in der Herstellung. Um dieses verästelte System bestmöglich zu überblicken, wurde die Erfassung des monatlichen Kohlenstoff-Fußabdrucks für jedes Produkt über die Eingabe verschiedener Daten über Materialien und Produktionsstätten in Anaplan ermöglicht.

Pfeiler drei – Duale Analyse von Kosten und CO2-Bilanz durch Kombination mit Managementinformationen
Asahi Kasei und NTT Data haben die Plattform mittels Erweiterung einer bestehenden Management-Informationsplattform geschaffen. Das ermöglicht die kombinierte Betrachtung von Kosten und CO2-Fußabdruck nach unterschiedlichen Aspekten – wie zum Beispiel Endprodukt oder Kunde. Asahi Kasei kann dem Kunden damit Daten zur CO2-Reduktion bereitstellen und gleichzeitig die Kosten mit im Blick behalten.

Zur NTT Data
NTT Data ist ein auf IT-Dienstleistungen spezialisiertes Unternehmen der Nippon Telegraph and Telephone Group mit Hauptsitz in Tokio, Japan. In Europa, dem Mittleren Osten, Afrika, Argentinien und Brasilien ist das Unternehmen mit rund 17.000 IT-Experten präsent. Fokusthemen sind Business & IT Consulting, Customer Management, IT Security, Business Intelligence und Analytics & Performance Management sowie Outsourcing.

Weitere Informationen: www.asahi-kasei.com, asahi-kasei.eu, www.nttdata.com

Asahi Kasei Corporation, Tokio, Japan

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