| 15.01.2026, 06:08 Uhr | Lesedauer: ca. 2 Minuten |
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Die Produktionsanlagen von Domo Chemicals an den deutschen Standorten können vorerst weiterbetrieben werden. Das Land Sachsen-Anhalt hat für den Standort Leuna aus Gründen der Gefahrenabwehr den Weiterbetrieb der Anlagen in einem reduzierten Umfang angeordnet. Eine kurzfristige Stilllegung ist damit zunächst ausgeschlossen. Auslöser der Maßnahme ist, dass ein sicheres Herunterfahren der Anlagen unter den aktuellen Witterungsbedingungen nicht möglich ist. Um Risiken für Mensch und Umwelt zu vermeiden, müssen zentrale Produktionsprozesse aufrechterhalten werden. Die dafür erforderlichen Maßnahmen können derzeit nur durch den bestehenden Betreiber umgesetzt werden. Das Land hat daher eine sogenannte Ersatzvornahme angeordnet, um Gefahren infolge einer unkontrollierten Betriebseinstellung zu verhindern. Die rechtlichen Verpflichtungen der Domo Caproleuna GmbH als Anlagenbetreiber bleiben davon unberührt. Die drei deutschen Gesellschaften der Domo-Chemicals-Gruppe hatten am 25. Dezember 2025 Insolvenzantrag gestellt (siehe auch plasticker-News vom 05.01.2026). In den Tagen danach hatte sich die Lage weiter verschärft, da für den sicheren Betrieb kontinuierlich Energie, Prozessgase und Kühlmedien wie flüssiger Stickstoff benötigt werden. Aufgrund fehlender Liquidität drohte ein Lieferstopp dieser sicherheitsrelevanten Stoffe. Versuche, eine kurzfristige Zwischenfinanzierung durch Gläubiger und Gesellschafter zu erreichen, waren zuvor gescheitert (siehe auch plasticker-News vom 09.01.2026). In einer weiteren Gesprächsrunde unter Leitung von Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Sven Schulze, an der unter anderem Geschäftsführung, Gläubiger, Betriebsrat, Gewerkschaft IGBCE und der Standortbetreiber Infraleuna beteiligt waren, konnte keine rechtzeitige Einigung erzielt werden. In der Folge leitete das Land die Ersatzvornahme ein. Der gerichtlich bestellte vorläufige Insolvenzverwalter sieht in der Anordnung eine zeitliche Stabilisierung des Verfahrens. In dem nun gewonnenen Zeitraum soll geprüft werden, ob eine dauerhafte Lösung möglich ist, etwa durch den Einstieg eines neuen Betreibers. In einem solchen Fall könnte sich das Land wieder aus der Ersatzvornahme zurückziehen. Parallel dazu hat die Agentur für Arbeit der Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes für die rund 585 Beschäftigten zugestimmt. Damit sind Löhne und Gehälter für die Dauer des vorläufigen Insolvenzverfahrens, das voraussichtlich bis Ende März läuft, gesichert. Dies gilt für alle drei betroffenen Gesellschaften. Auch der Produktionsbetrieb am Standort Premnitz kann fortgeführt werden. Von den Insolvenzverfahren betroffen sind die Domo Chemicals GmbH in Leuna mit rund 35 Beschäftigten, die Domo Caproleuna GmbH in Leuna mit rund 480 Beschäftigten sowie die Domo Engineering Plastics GmbH in Premnitz mit rund 70 Beschäftigten. Weitere Informationen: www.domochemicals.com, www.floether-wissing.de |
Domo Chemicals Deutschland, Leuna/Halle (Saale)
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