plasticker-News

Anzeige

24.04.2024, 14:59 Uhr | Lesedauer: ca. 3 Minuten    

Boryszew: Automobilzulieferer startet Sanierung zweier deutscher Gesellschaften - Geschäftsbetrieb wird fortgeführt

Die Boryszew Oberflächentechnik Deutschland GmbH mit Sitz in Prenzlau stellt sich im Rahmen eines Sanierungsverfahrens in Eigenverwaltung neu auf. Das Schwesterunternehmen Boryszew Formenbau Deutschland GmbH mit Sitz in Doberschau hat ebenfalls einen Antrag gestellt. Das Amtsgericht Neuruppin hat heute beiden Anträgen stattgegeben und die vorläufige Eigenverwaltung angeordnet. Ingo Thurm und Dr. Oliver Liersch von der Pluta Rechtsanwalts GmbH verantworten als Sanierungsgeschäftsführer (CRO) die Restrukturierung.

Gemeinsam mit dem Sanierungsteam werden die beiden Rechtsanwälte die Restrukturierung der beiden Gesellschaften umfassend operativ und strategisch begleiten sowie rechtlich beraten. Im Rahmen der Betriebsfortführung wird das Sanierungsteam von der Mesta Consulting GmbH unterstützt. Rechtsanwalt Silvio Höfer von der Anchor Rechtsanwaltsgesellschaft mbH wurde vom Amtsgericht Neuruppin zum vorläufigen Sachwalter beider Gesellschaften bestellt. Er übernimmt die gerichtliche Überwachung des Restrukturierungsprozesses, um die Interessen der Gläubiger zu wahren.

Anzeige

Weitere Gesellschaften der international tätigen Unternehmensgruppe haben keinen Insolvenzantrag gestellt, dies gilt insbesondere für die Muttergesellschaft Boryszew Kunststofftechnik Deutschland GmbH.

Die Eigenverwaltung ist ein gerichtliches Sanierungsverfahren zum Erhalt von Unternehmen. Die Geschäftsführung bleibt im Amt, führt das Unternehmen selbst durch das Verfahren und wird dabei von Restrukturierungsexperten unterstützt.

Geschäftsbetrieb wird fortgeführt
Der Geschäftsbetrieb beider Unternehmen wird nahtlos fortgeführt. Bestehende und neue Aufträge werden wie gewohnt bearbeitet. Auch die Löhne und Gehälter der insgesamt mehr als 265 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden weiter gezahlt. Das so genannte Insolvenzgeld sichert die Ansprüche für drei Monate.

Beide Unternehmen sind als Zulieferer im Bereich Kunststofftechnik und Formenbau für zahlreiche Automobilhersteller tätig und von der aktuell schwierigen Branchenentwicklung betroffen. Pluta-Sanierungsexperte Ingo Thurm erklärt: „Die gesamte Zuliefererbranche steht vor großen Herausforderungen. Hohe Kosten und veränderte technologische Kundenanforderungen sind nur zwei Themen, die zahlreiche Betriebe derzeit beschäftigen. Die Boryszew Oberflächentechnik und die Boryszew Formenbau stehen ebenfalls vor diesen strukturellen Fragestellungen. Sie machen eine Neuaufstellung unumgänglich. Dieser wollen wir uns im Sanierungsverfahren nun gemeinsam widmen und beide Betriebe zukunftsfähig aufstellen.“

In den kommenden Monaten sollen Sanierungsmaßnahmen umgesetzt werden, um den Betrieb an die aktuelle Situation anzupassen. Die Verantwortlichen werden die internen Betriebsabläufe einer eingehenden Prüfung unterziehen. Unter anderem sollen Verbesserungen in den Produktionsabläufen umgesetzt sowie Kosten- und Erlöspositionen analysiert und optimiert werden.

Gleichzeitig soll das Restrukturierungsteam Zukunftsoptionen für beide Unternehmen erarbeiten. Dazu soll unter anderem ein M&A-Prozess eingeleitet werden, um einen möglichen Investor für die beiden Zulieferer zu finden. Eine weitere Lösungsmöglichkeit ist ein Insolvenzplan, also ein Vergleich mit den Gläubigern.

Die Boryszew Oberflächentechnik Deutschland GmbH in Prenzlau stellt galvanisch beschichtete Kunststoffteile und -systeme für die Automobilindustrie her. Die qualifizierten Fachkräfte bieten alle Leistungen rund um die Entwicklung, Herstellung, Oberflächenveredelung und den Vertrieb von Spritzguss- und Druckgussteilen sowie entsprechenden Systemen an. Das Unternehmen beschäftigt derzeit rund 190 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Die Boryszew Formenbau Deutschland GmbH mit Sitz in Doberschau ist auf die Herstellung und den Vertrieb von Spritzgieß-, Press- und Extrusionsformen für die Kunststoffverarbeitung und die Herstellung von Kunststoffteilen spezialisiert. Sie konstruiert und fertigt Spritzgießwerkzeuge bis zu einem Gesamtgewicht von 15 Tonnen sowie Serienteile für die Werkzeugentwicklung, den Werkzeugbau und die Werkzeugoptimierung. Das Unternehmen beschäftigt derzeit 75 Mitarbeiter.

Beide Unternehmen sind der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung sowie den in den letzten Jahren stark veränderten Kundenanforderungen ausgesetzt. Diese machen eine Anpassung der Produktion unumgänglich. Zudem erschweren die derzeit hohen Kosten, beispielsweise für Rohstoffe, den Wettbewerb mit asiatischen Konkurrenten.

Beide Unternehmen gehören zur Industriegruppe Boryszew mit Sitz in Warschau. Boryszew ist einer der größten privaten Industriekonzerne in Polen und ein weltweit tätiger Hersteller von Komponenten für die Automobilindustrie, die Buntmetall- und Stahlverarbeitung sowie die Industriechemie. Die Gruppe verfügt über 34 Produktionsstätten und sechs Forschungs- und Entwicklungszentren in Europa, Asien sowie Nord- und Südamerika. Sie beschäftigt rund 9.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in elf Ländern.

Weitere Informationen:
www.boryszew.com.pl, www.pluta.net, www.mesta-consulting.de

Boryszew Oberflächentechnik Deutschland GmbH, Prenzlau + Boryszew Formenbau Deutschland GmbH, Doberschau

» insgesamt 3 News über "Boryszew" im News-Archiv gefunden

Anzeige

Ihre News im plasticker? Bitte senden Sie Ihre Pressemitteilungen an redaktion@plasticker.de!


» zurück zum Seitenanfang


Aktuelle Geschäftskontakte
Top News / Meist gelesen
plasticker Newsletter
Wir informieren Sie schnell, umfassend und kostenlos über das, was in der Branche passiert.

» Jetzt anmelden!

» Weiterempfehlen

Machen Sie Ihre Reste zu Geld!
Sie haben Neuware-Restmengen, Mahlgüter oder Produktionsabfälle?

Dann veräußern Sie diese kostenlos
in der Rohstoffbörse.

Für Ihre ausrangierten Maschinen und Anlagen finden Sie Abnehmer in der Maschinenbörse.
Aktuelle Rohstoffpreise
Neue Fachbücher
Kunststoffe in der Medizintechnik

Das Fachbuch "Kunststoffe in der Medizintechnik - Vorschriften und Regularien, Produktrealisierung, Herstellungsprozesse, Qualifizierungs- und Validierungsstrategien" ist als Leitfaden für die Anwendung von Kunststoffen in Medizinprodukten konzipiert.