| 19.05.2026, 15:35 Uhr | Lesedauer: ca. 2 Minuten |
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Die Krise im mechanischen Kunststoffrecycling in Italien hält nach Einschätzung von Assorimap-Confimi an. Der Verband der Kunststoffrecycler und -verwerter verweist auf den anhaltenden Rückgang beim Absatz von Sekundärrohstoffen und sieht weiterhin keine strukturelle Entlastung für die Branche. Eine kurzfristige Belebung des Marktes hatte sich zuletzt durch steigende Ölpreise im Zusammenhang mit der Golfkrise ergeben. Höhere Preise für Neuware führten vorübergehend zu einer stärkeren Nachfrage nach Rezyklaten. Diese Entwicklung blieb nach Angaben des Verbandes jedoch nur von kurzer Dauer. Assorimap-Präsident Walter Regis wertet dies als Hinweis darauf, dass das zentrale Problem der hohen Produktionskosten ungelöst bleibt und die Wettbewerbsnachteile von recyceltem Kunststoff strukturell bedingt sind. Zusätzlich belastet wird der Sektor nach Angaben von Assorimap durch eine Entscheidung der Konsortien Conai und Corepla. Diese haben zum 30. März die Anreize für das Recycling besonders komplexer Fraktionen reduziert oder gestrichen. Die Förderungen dienten bisher dazu, die Aufbereitung schwer verwertbarer Verpackungsabfälle zu Sekundärrohstoffen wirtschaftlich zu ermöglichen. Dazu zählen unter anderem gemischte Kunststofffraktionen sowie bestimmte PET-Produkte. Regis bezeichnete die Kürzung als besorgniserregend. Zwar hätten die Konsortien die Abfalllogistik effizient organisiert, es fehlten jedoch wirksame Maßnahmen zum Schutz des Recyclingsektors. Die Reduzierung der Anreize gefährde die wirtschaftliche Tragfähigkeit einer Branche, die bereits erheblich unter Druck stehe. Nach Einschätzung von Assorimap ist die Maßnahme auch ökonomisch nicht nachvollziehbar, da dieselben Abfallfraktionen andernfalls zu deutlich höheren Kosten energetisch verwertet würden. Kritik übt der Verband zudem an der industriepolitischen Situation in Italien. Während Länder wie Frankreich und Spanien gezielte Regelungen zur Unterstützung des mechanischen Kunststoffrecyclings eingeführt hätten, seien in Italien bislang keine entsprechenden Maßnahmen umgesetzt worden. Assorimap hatte bei Treffen des italienischen Umweltministeriums im vergangenen Jahr unter anderem Instrumente wie Emissionszertifikate und CO₂-Gutschriften vorgeschlagen. Laut Regis sei jedoch keine der geforderten Maßnahmen aufgegriffen worden; das letzte entsprechende Treffen habe am 22. Dezember stattgefunden. Assorimap-Confimi fordert daher konkrete Reaktionen der Institutionen. Aus Sicht des Verbandes steht ein industrieller Bereich unter Druck, der für die Herstellung hochwertiger Sekundärrohstoffe und für entsprechende Verarbeitungstechnologien eine wichtige Rolle spielt. Weitere Informationen: www.assorimap.it |
Assorimap, Rom, Italien
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