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20.08.2026, 06:00 Uhr | Lesedauer: ca. 4 Minuten    

Oerlikon HRSflow: Heißkanallösungen für Verpackung, Medizin­tech­nik und Automobilbau

"Stargate HRS": Das innovative nadellose Heißkanal-Düsenkonzept nutzt ein neuartiges mechanisches System zum Öffnen und Verschließen der Düse - (Bild: Oerlikon HRSflow).
"Stargate HRS": Das innovative nadellose Heißkanal-Düsenkonzept nutzt ein neuartiges mechanisches System zum Öffnen und Verschließen der Düse - (Bild: Oerlikon HRSflow).
Oerlikon HRSflow präsentiert auf der Fakuma 2026 mehrere Heißkanalanwendungen für die Verpackungs-, Konsumgüter-, Medizin- und Automobilindustrie. Im Mittelpunkt stehen das mechanisch verschließende „Stargate-HRS“-System, die Xp-Düsenserie für dickwandige transparente Kosmetikverpackungen sowie „Glow HRS“ für sichtbare Bauteiloberflächen. Weitere Anwendungen werden auf den Messeständen mehrerer Partnerunternehmen im laufenden Spritzgießbetrieb gezeigt.

"Stargate HRS" eignet sich laut Anbieter nicht nur für die Verarbeitung von PP- und r-PP, sondern auch für Kunststoffe wie PMMA und ABS. Damit erweitert sich das Anwendungsspektrum über verschiedene Marktsegmente hinweg - (Bild: Oerlikon HRSflow).
"Stargate HRS" eignet sich laut Anbieter nicht nur für die Verarbeitung von PP- und r-PP, sondern auch für Kunststoffe wie PMMA und ABS. Damit erweitert sich das Anwendungsspektrum über verschiedene Marktsegmente hinweg - (Bild: Oerlikon HRSflow).
„Stargate-HRS“ für unterschiedliche Polymerklassen
Das auf der K 2025 eingeführte Heißkanaldüsenkonzept „Stargate-HRS“ arbeitet mit einem mechanisch bewegten Zentralverschluss und kommt ohne herkömmliche Verschlussnadel aus. Auf der Fakuma 2026 zeigt Oerlikon HRSflow das System nicht nur für Anwendungen mit Polypropylen und Recycling-Polypropylen, sondern auch für die Verarbeitung von PMMA und ABS.

Damit soll das Einsatzspektrum auf weitere Marktsegmente ausgeweitet werden. Nach Angaben des Unternehmens erleichtert die Konstruktion Farbwechsel und unterstützt durch eine gezielte Kühlung kürzere Zykluszeiten.

Erste Anwender hätten mit dem System geringere Wandstärken und Bauteilgewichte sowie verkürzte Zykluszeiten erreicht, berichtet Matteo Badella, Global Sales Director für die Bereiche Packaging, Medical, Consumer Goods und Logistics bei Oerlikon HRSflow.

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Xp-Düsenserie für dickwandige Kosmetiktiegel
Für die Herstellung dickwandiger, transparenter Kosmetikverpackungen stellt Oerlikon HRSflow die Nadelverschlussdüsen der Xp-Serie vor. Die Baureihe wurde für Bauteile mit hohen Anforderungen an Transparenz und Oberflächenqualität ausgelegt.

Eine abgestimmte thermische Regelung und eine neu entwickelte Endring-Konstruktion sollen eine gleichmäßige Verarbeitung bei hohen Wandstärken ermöglichen. Die Düsen sind für Schussgewichte bis 70 g ausgelegt und können unter anderem mit PET, Recycling-PET sowie Copolyestern wie PETG, PCTA und PCTG eingesetzt werden. Weitere Werkstoffe befinden sich nach Unternehmensangaben in der Erprobung.

Auf dem Messestand werden mehrere Kosmetiktiegel mit unterschiedlichen Geometrien gezeigt. Die Bauteile bestehen aus dem Copolyester Cristal One Renew IM812 von Eastman und weisen Wandstärken von bis zu 12 mm auf. Der nach dem Massenbilanzverfahren ermittelte Recyclinganteil des Materials kann laut Hersteller bis zu 100 Prozent betragen.

An der Entwicklung waren neben Oerlikon HRSflow der Werkzeugbauer Cromes und der Verpackungshersteller Technicaps beteiligt.

Direkt angespritzte Luer-Lock-Bauteile
Eine weitere Anwendung betrifft die Fertigung eines Luer-Lock-Bauteils für die Medizintechnik. Das direkt angespritzte Präzisionsteil wird aus LNP ELCRIN W1000JiQ hergestellt. Das von Sabic angebotene PBT basiert auf chemisch recyceltem PET und wird von Guztec Polymers produziert. Alternativ kann das Bauteil für Anwendungen mit erhöhten thermischen oder mechanischen Anforderungen aus PEEK gefertigt werden.

Das Multikavitätenwerkzeug ist mit „Techflow“-HRS-Nadelverschlussdüsen ausgestattet. Externe Endringe sollen den Verschleiß insbesondere bei abrasiven, verstärkten oder flammgeschützten Thermoplasten reduzieren. Diese Werkstoffe erfordern häufig hohe Verarbeitungstemperaturen und enge Prozessfenster.

Ein gleichmäßiges Temperaturprofil im Heißkanalsystem soll die Prozessstabilität und Maßhaltigkeit der Bauteile unterstützen. Nach Produktionsunterbrechungen soll dadurch außerdem ein kontrollierter Maschinenneustart erleichtert werden.

Das Werkzeug stammt von C.P. Stampi. Ein automatisches Ausschraubsystem von Moulding Devup übernimmt die Entformung der innenliegenden Luer-Lock-Gewinde.

Sichtteile ohne zusätzliche Oberflächenbearbeitung
Für sichtbare Bauteile aus amorphen Thermoplasten zeigt Oerlikon HRSflow die kompakte Anspritzlösung „Glow HRS“. Das System ist für die direkte Anspritzung hochwertiger Oberflächen vorgesehen und soll sichtbare Hofbildungen im Bereich des Anspritzpunktes vermeiden.

Ziel ist es, zusätzliche Bearbeitungsschritte nach dem Spritzgießen zu reduzieren. Die Technologie richtet sich unter anderem an Anwendungen im Automobilinnen- und -außenbereich, bei denen Anspritzstellen auf sichtbaren Oberflächen liegen.

Darüber hinaus wird ein kratzfester Stoßfänger vorgestellt, bei dessen Herstellung eine Polyurethanbeschichtung und eine Dekorfolie in einem kombinierten Prozess verarbeitet werden. Im Vergleich zu einem getrennten zweistufigen Verfahren sollen sich dadurch Produktionszeit und Anlagenaufwand verringern.

Das eingesetzte Heißkanalsystem verfügt über neun konische Nadelverschlussdüsen und wurde auf die Kombination der beiden Oberflächentechnologien abgestimmt. Projektpartner sind Borealis, Cannon, DNP, Engel, Inevo und die Inabata-Gruppe.

Anwendungen auf Partnerständen
Neben den Exponaten am eigenen Messestand werden mehrere Heißkanalanwendungen von Oerlikon HRSflow bei Partnerunternehmen im laufenden Betrieb gezeigt.

Fanuc: Kabelhalter aus glasfaserverstärktem Polyamid
Am Stand von Fanuc in Halle A7, Stand 7304, werden Kabelhalter aus PA6.6-GF30 gefertigt. Das Schussgewicht der technischen Kleinteile beträgt 1,2 g.

Das 16-fach-Werkzeug ist mit „Techflow“-HRS-Nadelverschlusstechnik und Düsen der Sa-Serie ausgestattet. Diese Ausführung ist für die Verarbeitung glasfaserverstärkter Thermoplaste vorgesehen.

Ein Überwachungssystem erfasst während des Prozesses das Füllverhalten der einzelnen Kavitäten. Auf dieser Grundlage können Prozessparameter angepasst werden, um eine möglichst gleichmäßige Formfüllung zu erreichen. An der Anwendung ist außerdem Cavity Eye als Anbieter von Kavitätsinnendruck-Messtechnik beteiligt.

Haitian: Transparente Kofferraum-Beleuchtungsleiste
Auf einer Spritzgießmaschine von Haitian in Halle B1, Stand 1205, wird eine transparente Beleuchtungsleiste für den Kofferraum eines Fahrzeugs hergestellt.

Zum Einsatz kommt die servoelektrisch angetriebene Nadelverschlusstechnik „Flexflow HRS“. Durch die individuelle Steuerung der Verschlussnadeln lässt sich der Schmelzefluss während der Formfüllung beeinflussen. Dies soll insbesondere bei transparenten und verzugsempfindlichen Bauteilen eine gleichmäßige Füllung unterstützen und den Bauteilverzug begrenzen.

Wittmann: Verschlusskappe für Autoinjektionspen
Am Stand von Wittmann in Halle B1, Stand 1204, wird eine Verschlusskappe aus Polypropylen für einen Autoinjektionspen produziert.

Die Anwendung basiert auf einem Achtfachwerkzeug mit „Multiflow-HRS“-Technologie. Eingesetzt werden Düsen der V-Serie mit Torpedospitze. Die Auslegung ist auf eine gleichmäßige Schmelzeverteilung und einen stabilen Fertigungsprozess bei medizintechnischen Serienbauteilen ausgerichtet.

Fakuma 2026, Friedrichshafen, 12.-16. Oktober 2026, Halle A1, Stand 1211

Weitere Informationen: www.oerlikon.com/hrsflow

Oerlikon HRSflow, San Polo di Piave, Italien

» insgesamt 64 News über "HRSflow" im News-Archiv gefunden

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