| 16.07.2010 | Lesedauer: ca. 4 Minuten |
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Für die österreichischen Kunststoffverarbeiter war 2009 ein dramatisches Jahr, besonders für die Zulieferer der Kfz- und Maschinenbaubranchen. Die Importe von Primärkunststoffen gingen um 23% zurück. 2010 deutet sich eine Trendwende an. Die Branche selbst sieht die Erholung nur langsam vonstattengehen. Die Entwicklung des Außenhandels im 1. Quartal 2010 deutet indes eine zumindest in Teilbereichen ausgesprochen freundliche Entwicklung an. (Kontaktanschriften) Die österreichische Kunststoffverarbeitung musste im Rezessionsjahr 2009 massive Einbußen hinnehmen. So sank die Produktion um 10% und der Branchenumsatz reduzierte sich um 12,6% auf 5,5 Mrd. Euro. Dass der Rückgang damit unter dem Industriedurchschnitt geblieben ist, tröstet die betroffenen Firmen nur wenig. "Das Wachstum von drei Jahren ging in der Wirtschaftskriese verloren," beklagt Thomas Omberg, Obmann der Wirtschaftskammer Österreich für die kunststoffverarbeitende Industrie. 2010 werde die Konjunktur in der Branche, die in einigen Segmenten sehr wettbewerbsfähig sei, wieder an Schwung gewinnen, allerdings nur langsam, so die Einschätzung einer Analyse der Bank Austria vom Mai 2010. Nicht alle Segmente der Kunststoffverarbeitung hat die Krise gleich getroffen. Zulieferer in der Automobilindustrie und im Maschinenbau hat es noch derber erwischt. Hier betrug das Umsatzminus 23,5%. Konjunkturprogramme der Regierung und eine Nachfrageverschiebung durch die öffentliche Diskussion über Klimawandel und Energieeinsparung setzten hingegen im Bausektor gegenläufige Akzente. Dämmstoffe und Fenster lagen 2009 sogar im positiven Bereich. ![]() Österreichs Kunststoffbranche: Importe in Mio. Euro, Veränderungen in % (Quelle: Eurostat); (* Veränderung 1. Quartal 2010 im Vergleich zum 1. Quartal 2009) Von den in Österreich erzeugten Kunststoffwaren werden knapp zwei Drittel exportiert. Entsprechend eng ist das Branchenschicksal an die Exportentwicklung gekoppelt, die in wachstumsstarken Jahren positiver Impulsgeber ist, im Rezessionsjahr 2009 aber maßgeblich für die Umsatzrückgänge in der Branche verantwortlich war. Um rund 20% sind die Kunststoffexporte 2009 zurückgegangen. Die Exporterlöse mit Kunststoffprodukten sind 2009 lediglich um 13%, mit Verpackungsmaterialien und technischen Kunststoffwaren um 17% zurückgegangen. Von rund 800 Mio. Euro Umsatzverlust 2009 in der Kunststoffverarbeitung sind in Summe über 700 Mio. Euro niedrigeren Exporten zuzuschreiben. Die Branchenkonjunktur festigt sich indes, wie der gestiegene Optimismus industrienaher Kunststoffverarbeiter sowie der gewerblichen Unternehmen zeigt. "Zusätzlich zu den Konjunkturbefragungen signalisieren die Preisindikatoren seit einigen Monaten einen deutlichen Anstieg der Nachfrage nach Kunststoffen und eine Festigung der Nachfrage nach Kunststoffwaren", so Günter Wolf, Autor der Bank-Austria-Studie. Positiv auf den Umsatz wirkt ferner, dass der massive Rückgang der Roh-Kunststoffpreise Ende 2008 bis April 2010 fast zur Gänze wieder ausgeglichen ist. Allerdings hat die Erholung der Branche nur zögerlich begonnen, wie das Minus der Produktionsleistung der Branche von 2% in den ersten zwei Monaten und der Beschäftigung um rund 4 % von Januar bis April 2010 zeigen. ![]() Österreichs Kunststoffbranche: Exporte in Mio. Euro, Veränderungen in % (Quelle: Eurostat); (* Veränderung 1. Quartal 2010 im Vergleich zum 1. Quartal 2009) Österreichs Kunststoffverarbeiter gelten im europäischen Vergleich als überdurchschnittlich konkurrenzfähig. Die Branche wuchs in den letzten zehn Jahren rascher beziehungsweise ist 2008 und 2009 deutlich weniger geschrumpft als in der EU insgesamt. Gleichzeitig ist der Außenhandelsüberschuss mit Kunststoffwaren gestiegen. Bank-Austria-Ökonom Wolf: "Basis der Erfolge ist die Spezialisierung der Branche insbesondere auf die Herstellung von Verpackungen und technische Kunststoffteile." Weiterführende InformationenWeitere Informationen: www.kunststoffe.fcio.at, www.pvc.at, www.plasticseurope.org |
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