| 15.06.2005 | Lesedauer: ca. 3 Minuten |
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Der Automobilbauer Ford (www.ford.com) wählt bei der Entwicklung neuer Fahrzeuge die Materialien seit über zehn Jahren gezielt auch unter Recyclingaspekten aus. Ford-interne Vorgaben verlangen unter anderem, dass mit jeder neuen Modellreihe die Menge von Fahrzeugkomponenten aus nicht-metallischen Alt-Materialien, sogenannten Rezyklaten, steigen muss (bezogen auf das Gewicht). Bei den Rezyklaten handelt es sich um Produkte mit Beimischungen überwiegend aus Kunststoff oder Textilien, die bereits einen „Lebenszyklus“ durchlaufen haben, das heißt: die bereits zumindest einmal recycelt worden sind. Für die im Fahrzeugbau verwendeten Metalle sind die Materialkreisläufe dagegen schon lange geschlossen. Um die Ford-internen Vorgaben zu erreichen, wird systematisch analysiert, welche Komponenten im Fahrzeug für den Rezyklat-Einsatz geeignet sind. Dies beinhaltet eine detaillierte Bewertung aller technischen, logistischen und finanziellen Aspekte, teilte Ford aus Anlass der internationalen Tagung „Auto Recycling in Europa“, die jüngst auf dem Kölner Ford-Gelände stattfand, mit. Beispiele für Bauteile, die nach diesen strengen Kriterien ausgewählt und aus Kunststoff-Rezyklat hergestellt werden, sind unter anderem die Gehäuse der Heizungs- und Klimaanlagen aller europäischen Ford-Fahrzeuge, die Batterie-Halter und -Abdeckungen (Ford Fiesta, Ford Focus, Ford Mondeo), die Gehäuse der Frontscheinwerfer (Ford Fiesta), die Zahnriemenabdeckungen (Ford Fiesta, Ford Focus) sowie die Radhausauskleidungen (Ford Focus und Ford Fiesta). Textilien-Rezyklat kommt unter anderem in Teppichen (Fahrgastzelle und Kofferraum aller Modelle) sowie für die Stirnwand-Isolierung (alle Modelle) zum Einsatz. Für die Lüfterzarge und das Lüfterrad des Ford Mondeo und des Ford Focus wird Material aus Transportbändern und Faserresten beigemischt. Inzwischen enthält jede Modellreihe, die Ford in Europa produziert, je nach Fahrzeuggröße rund 20 bis über 50 Bauteile aus Rezyklat. Insgesamt verbaut Ford in seinen europäischen Modellreihen gegenwärtig über 260 unterschiedliche Teile / Produkte, in denen über 18.000 Tonnen an nicht-metallischem Rezyklat enthalten ist. Strenge, Ford-interne „Design-for-Recycling“-Richtlinien und Bauteile-Qualitätsspezifikationen stellen darüber hinaus sicher, dass die Bauteile mit „Vorleben“ weder die Sicherheit noch die Qualität der Fahrzeuge beeinträchtigen. Die Ford Motor Company hat diese Richtlinien bereits 1993 - und damit eigenen Angaben zur Folge als erster Automobilhersteller überhaupt - verbindlich eingeführt. Sie gelten auch für die Ford-Zulieferer. Seitdem sind die Aspekte Recycling und Rezyklat feste Bestandteile der Ford-Fahrzeugentwicklung. Die Richtlinien sind in den Produktentwicklungsprozess integriert und beinhalten unter anderem Vorgaben zur Sicherheit und Qualität der recyclingfähigen wie auch der rezyklierten Bauteile, aber auch zu ihrer Demontagefreundlichkeit – denn die recyclingfähigen Bauteile sollen sich möglichst einfach für die Wiederverwertung aus dem Fahrzeug ausbauen lassen. Produkte aus Rezyklat entlasten die Umwelt, da ihre Herstellung - zum Beispiel das Zermahlen von Kunststoff-Stoßstangen aus Altfahrzeugen zu Granulat für die Beimischung zu neuen Stoßstangen – unter bestimmten Voraussetzungen ökologisch günstiger ist als die Herstellung von komplett neuen Produkten und die Beseitigung der alten. In Ökobilanzen (Lebenszyklus-Analysen) untersucht Ford, inwieweit der Ressourcen- und Energieaufwand sowie die damit verbundenen Emissionen beim Einsatz von Rezyklaten geringer sind als bei Neuware. |
Ford-Werke AG, Köln
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