| 26.09.2012, 06:03 Uhr | Lesedauer: ca. 3 Minuten |
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Gebrauchte Kunststoffflaschen, Getränkekartons (TetraPak) und PE-Milchflaschen aus Haushaltungen oder Kunststoffabfälle aus Gewerbe und Industrie sowie der Landwirtschaft sollen künftig vermehrt dem Recycling zugeführt werden. Die AG für Abfallverwertung AVAG hat dazu am 10. September 2012 ein einjähriges Projekt zur separaten Sammlung und der stofflichen Verwertung dieser wertvollen Materialien gestartet. Erwartet werden wertvolle Erkenntnisse für weitere Entwicklungsschritte und die mögliche künftige Ausgestaltung und Einführung von flächendeckenden Sammelkonzepten. Das Projekt wird unterstützt vom Amt für Wasser und Abfall des Kantons Bern (AWA), dem Verband der Betreiber Schweizerischer Abfallverwertungsanlagen (VBSA) und dem Verein Getränkekarton Recycling Schweiz (GKR). Partner für die stoffliche Verwertung ist die InnoRecycling AG. Pro Kopf und Jahr verbrauchen die Schweizer rund 125 kg Kunststoff. Der Grossteil davon wird heute in Kehrichtverwertungsanlagen thermisch verwertet oder landet als Ersatzbrennstoff in der Zementindustrie. Die AVAG ist überzeugt, dass in Zukunft kein Weg an der Schliessung der Stoffkreisläufe und damit dem schonenden Umgang mit den natürlichen Ressourcen vorbeiführt. Sie hat deshalb dieses Projekt zur separaten Sammlung und der stofflichen Verwertung von Kunststoffabfällen und Getränkekartons (TetraPak) gestartet. Die auf diesem Weg gesammelten Mengen gelangen vollumfänglich zur InnoRecycling AG in Eschlikon, die mit ihren Partnern die stoffliche Verwertung übernimmt. Aus den gesammelten und aufbereiteten Kunststoffen entstehen neue Kunststoffprodukte und aus den zurück gewonnenen Zellstoff-Fasern der Getränkekartons entsteht neuer Karton. Die Separatsammlung umfasst einerseits die Einrichtung von zurzeit 17 Sammelstellen in ausgewählten Gemeinden. An diesen Sammelstellen können Privatpersonen ihre leeren Shampoo-, Kosmetik-, Waschmittel-, Oel-, Essigflaschen und Pflegemittelbehälter kostenlos entsorgen. Getränkekartons (Tetra Pak) und PE-Milchflaschen können ebenfalls über diese Sammelstellen entsorgt werden, denn diese Materialien lassen sich vor dem Verwertungsprozess auf einfache Art und Weise wieder aussortieren. Weiterhin wird die Sammlung von Verpackungsfolien aus Industrie und Gewerbe sowie von Silofolien aus der Landwirtschaft intensiviert. Die Massnahmen zur Förderung der Separatsammlung dieser Kunststoffe konzentrieren sich dabei in einem ersten Schritt auf die Region Thun, das obere Aare- und das Gürbetal. Den interessierten Betrieben werden 500-Liter-Sammelsäcke zur Verfügung gestellt. Die Erstausrüstung ist kostenlos. Jeder weitere Sack ist gegen einen Betrag von Fr. 10.00 erhältlich. Volle Sammelsäcke werden beim AVAG Entsorgungszentrum in Jaberg angenommen. Abholungen sind nach Vereinbarung möglich. Die Separatsammlung dieser Abfälle soll sich nicht nur aus ökologischer Sicht sondern auch finanziell lohnen. So soll die durch die Haushalte über den Kehrichtsack entsorgte Menge verringert werden. Bei den hochwertigen Verpackungsfolien aus Industrie und Gewerbe werden je nach Qualität und Beschaffenheit sogar Vergütungen ausbezahlt. Beim Recycling von Silofolien aus der Landwirtschaft können die Entsorgungskosten für den Landwirt im Vergleich zur Verbrennung gesenkt werden. Die AVAG erwartet aus der praktischen Umsetzung dieses Projektes eine Grundlage für die Entscheidung, ob und unter welchen Bedingungen künftig separate Kunststoffsammlungen eingeführt werden können. Weiterhin sollen aus dem Pilotprojekt wichtige Rückschlüsse für die künftige Konzeption von zu sammelnden Materialien, deren Qualität, den Sammelstandorten, den einzusetzenden Sammelgefässen, der Sammel- und Transportlogistik, den Bedürfnissen einer allenfalls notwendigen Voraufbereitung der gesammelten Materialien sowie der verschiedenen Verwertungsoptionen liefern. Diese Resultate sind auch für die Projektpartner AWA, VBSA, GKR und die InnoRecycling AG von grossem Interesse. Weitere Informationen: www.avag.ch, innorecycling.ch |
AG für Abfallverwertung AVAG, Thun, Schweiz
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