| 13.11.2012, 06:07 Uhr | Lesedauer: ca. 2 Minuten |
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„Nach wie vor, gibt es keine sinnvollen Recyclingwege für Biokunststoffe aus privaten Haushalten.“ Das ist das Fazit von bvse-Referent Dr. Thomas Probst anlässlich der 7. European Bioplastics Konferenz (siehe auch plasticker-News vom 8.11.2012). Probst, der die Podiumsdiskussion "Biokunststoffe und Recycling" geleitet hatte, machte deutlich, dass es zahlreiche begründete Vorbehalte der Kunststoffrecycler gegen Biokunststoffe gebe. In der Diskussion wurde jedoch betont, dass diese Vorbehalte sich nicht gegen einen neuen Stoffstrom richteten, sondern dagegen, dass die stofflichen Eigenschaften der Biokunststoffe die bestehenden Recyclingverfahren für konventionelle Kunststoffe, aber auch die Verwertung von biogenen Abfällen, erheblich beeinträchtigen. Die Podiumsrunde diskutierte diese Effekte der Biokunststoffe intensiv. Es wurde deutlich, dass es sehr problematisch ist, wenn Biokunststoffe in den „Gelben Sack“ gelangen und sich mit normalen Kunststoffen vermischen. Hauptgrund hierfür ist, dass sich die Biokunststoffe bei den vorgeschalteten Wasch- und Aufbereitungsprozessen auflösen und so auch noch die Materialqualität der herkömmlichen Kunststoffe mindern. Experten wissen auch, dass Biokunststoffe die Farbe, die Barriereeigenschaften oder auch die mechanischen Eigenschaften eines recycelten petrochemischen Kunststoffs verändern können. Kleine Mengen an Biokunststoffen können außerdem dazu führen, dass die Verarbeitbarkeit von Polyethylen eingeschränkt wird und so beispielsweise Probleme bei der Herstellung von Folien entstehen. Eine Lösung könnte sein, dass die Biokunststoffe mit Zusätzen angereichert werden, die die Biokunststoffe stabiler machen und diese negativen Effekte verhindern. Doch diese Entwicklung steht erst am Anfang. In Berlin war man sich daher einig, dass kein Weg daran vorbeiführt, Biokunststoffe auszuschleusen bevor der Recyclingprozess beginnt. Momentan gelte, so bvse-Referent Dr. Thomas Probst, dass Biokunststoffe keine bessere Ökobilanz haben, nicht recycelbar sind, wenn sie als Verkaufsverpackung mit dem „Gelben Sack“ gesammelt werden, und darüber hinaus das herkömmliche Kunststoffrecycling sowie die Verwertung von Bioabfällen empfindlich stören. „Die bisher sinnvollste Art Biokunststoffe zu entsorgen, ist daher nach wie vor die Verbrennung", zeigt sich Probst überzeugt. Weitere Informationen: www.bvse.de |
Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V., Bonn
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