| 03.03.2026, 09:23 Uhr | Lesedauer: ca. 2 Minuten |
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![]() Schwarze Kunststoffe effizient sortiert: Fraunhofer IZFP präsentiert KI-gestützten Thermographie-Sortierdemonstrator auf der Solids & Recycling-Technik 2026 in Dortmund - (Bild: Fraunhofer IZFP / Uwe Bellhäuser). Schwarze Kunststoffe gelten in der Abfalltrennung als schwer detektierbar, da sie im nahinfraroten Spektralbereich (NIR) aufgrund physikalischer Eigenschaften kaum auswertbare Reflexionssignale liefern. Konventionelle NIR-basierte Sortiersysteme stoßen hier an ihre Grenzen. Alternativen wie mittelwellige Hyperspektral-Infrarotsysteme sind technisch aufwendig und kostenintensiv. In der Praxis führt dies dazu, dass schwarze Kunststofffraktionen häufig nicht werkstofflich recycelt, sondern thermisch verwertet werden. Das vom Fraunhofer IZFP entwickelte Verfahren nutzt stattdessen aktive Thermographie. Dabei werden Kunststoffteile gezielt erwärmt, sodass materialabhängige thermische Eigenschaften messbar werden. Unterschiedliche Polymere zeigen charakteristische Erwärmungs- und Abkühlverläufe, die als thermische Signaturen erfasst werden können. Eine Wärmebildkamera zeichnet diese Signaturen auf; ein trainiertes KI-Modell analysiert die Daten in Echtzeit und trifft eine Sortierentscheidung. Auf der Messe wird ein praxistaugliches Szenario demonstriert: Schwarze Kunststoffproben werden auf einem Förderband unter einem Infrarotheizstrahler vorbeigeführt, kurzzeitig erwärmt und anschließend thermographisch erfasst. Die Auswertung erfolgt unmittelbar durch ein maschinelles Lernverfahren. Ein automatisierter Sortiermechanismus trennt die Materialien entsprechend der erkannten Kunststoffart. Nach Angaben des Instituts ist es gelungen, unter anderem Polyamid (PA) und Polypropylen (PP) präzise voneinander zu unterscheiden. Mit dem Ansatz soll eine wirtschaftlich tragfähige Alternative zu bestehenden optischen Sortierverfahren bereitgestellt werden. Ziel ist es, schwarze Kunststofffraktionen künftig werkstofflich zu verwerten und dem Materialkreislauf wieder zuzuführen. Eine industrielle Umsetzung könnte die Rückgewinnung bislang ungenutzter Kunststoffströme ermöglichen und damit den Ressourceneinsatz sowie die mit der Primärproduktion verbundenen Emissionen reduzieren. Als nächste Entwicklungsschritte plant das Forschungsteam die Erweiterung des Verfahrens auf weitere Kunststofftypen, die Erhöhung der Sortiergeschwindigkeit sowie die Untersuchung alternativer Anregungsmethoden. Darüber hinaus soll die Anlagentechnik hinsichtlich Robustheit und Integration in bestehende industrielle Sortierlinien weiter optimiert werden. Solids & Recycling-Technik 2026 18.-19. März 2026, Dortmund, Halle 4, Stand D47 Weitere Informationen: www.izfp.fraunhofer.de, www.solids-recycling-technik.de |
Fraunhofer-Institut für Zerstörungsfreie Prüfverfahren IZFP, Saarbrücken
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