| 17.05.2013, 06:06 Uhr | Lesedauer: ca. 3 Minuten |
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Die rasante Aufholjagd nach der Krise ist erstmal zu Ende: Die Produktion von Kunststoff in Deutschland gab im Jahr 2012 um 3,4 Prozent nach und sank auf 19,5 Millionen Tonnen. Auch der Umsatz war rückläufig. Er lag 2012 mit 25,1 Milliarden Euro um 0,5 Prozent niedriger als im Vorjahr. Dies erklärte Dr. Josef Ertl, der Vorsitzende von PlasticsEurope Deutschland e.V., kürzlich vor der Presse in Frankfurt. Der Export war in der Menge 2012 gegenüber dem Vorjahr mit einem Zuwachs von 0,5 Prozent knapp im Plus. 12 Millionen Tonnen wurden exportiert, 22,5 Milliarden Euro wurden erlöst. Importiert wurde erneut etwas weniger als im Vorjahr, nämlich 8,3 Millionen Tonnen (- 0,4 %) im Wert von 14,6 Milliarden Euro (+ 0,8 %). Per Saldo ergibt sich ein Exportüberschuss von rund 3,7 Millionen Tonnen und 7,9 Milliarden Euro. In Bezug auf den Stellenwert Europas für den Außenhandel gab es kaum Veränderungen. Bei Export wie Import waren die 27 Staaten der EU von überragender Bedeutung. Sie waren mit 72 Prozent am Export sowie rund 87 Prozent am Import beteiligt. Heimatmarkt der Kunststofferzeuger ist und bleibt Europa. Bekenntnis zum Verbraucher- und Umweltschutz Dr. Ertl betonte in seinen Ausführungen, dass Kunststoffe eingesetzt werden, weil sie leicht zu verarbeiten sind, ein ausgezeichnetes Preis/Leistungs-Verhältnis bieten, Innovationen den Weg bahnen, viel Designfreiheit lassen und die Umwelt schonen. Wer heute ökologisch und ökonomisch sinnvoll handeln will, der komme an Kunststoff nicht vorbei. Würden zum Beispiel Kunststoffverpackungen durch andere Materialien ersetzt, wäre die Masse der nötigen Verpackungen im Schnitt um einen Faktor 3,6 höher, der Energieverbrauch um den Faktor 2,2, die ausgestoßenen Treibhausgase um den Faktor 2,7. Kunststoff leistet hier also einen ganz entscheidenden Beitrag zur Reduzierung des Ressourcenverbrauchs. Und wer von Energieeffizienz spreche, so Dr. Ertl weiter, müsse zwangsläufig über Kunststoff reden. „Kunststoff hilft ganz entscheidend, in einer Vielzahl unterschiedlichster Anwendungen ein Vielfaches dessen an Energie zu sparen, was zu seiner Herstellung und Verarbeitung nötig ist. Wer die Umwelt schützen will, muss zu Kunststoff greifen“, so Dr. Ertl wörtlich. In Sachen Verbraucherschutz setze sich die Kunststoffindustrie jetzt und in Zukunft für höchste Produktsicherheit ein. Im Zentrum der Regulierung von Kunststoff-Inhaltsstoffen sollte deshalb ein strikt risikobasierter Ansatz mit unabhängiger, faktenbasierter Risikobewertung und darauf aufbauendem Risikomanagement stehen, so wie dies bei Lebensmittelverpackungen seit Jahren erfolgreich praktiziert werde. Die Verwertung gebrauchter Kunststoffprodukte beweise exemplarisch, wie ernst die Kunststoffindustrie in Deutschland ihre Produktverantwortung nehme: Von den im Jahr 2011 angefallenen 5,4 Millionen Tonnen Kunststoffabfällen wurden 99 Prozent stofflich und energetisch verwertet. Dr. Ertl ist sich sicher, dass der Siegeszug der Kunststoffe global gesehen weitergehen wird. Der nächste große Lackmustest für die Kunststoffkonjunktur ist nach Dr. Ertls Worten die weltgrößte Messe für Kunststoff und Kautschuk, die K 2013, die diesen Oktober in Düsseldorf stattfindet. Von der Weltleitmesse erwartet Dr. Ertl wichtige Impulse, in Sachen Wirtschaft genauso wie in Sachen Innovation. Aus heutiger Sicht rechnen die Kunststofferzeuger in Deutschland für das Gesamtjahr 2013 mit einem Wachstum um 1,5 Prozent. „Aufgrund des schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes und insbesondere der zahlreichen Unwägbarkeiten rund um den Euro blicken wir verhalten optimistisch in die Zukunft“, so Dr. Ertl abschließend. Weitere Informationen: www.plasticseurope.org |
PlasticsEurope Deutschland e. V., Frankfurt am Main
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