| 19.09.2005 | Lesedauer: ca. 2 Minuten |
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Die Hersteller von Kunststoffverpackungen und -folien fürchten um ihre Lieferfähigkeit. Wie der IK Industrieverband Kunststoffverpackungen e.V. (www.kunststoffverpackungen.de) mitteilt, hat ein verknapptes Rohstoffangebot zu plötzlichen Preissteigerungen insbesondere bei den volumenmäßig bedeutendsten Verpackungskunststoffen geführt. Der Hintergrund: Es gibt weltweit eine zu geringe Raffinerie-Kapazität. Zusätzliche Cracker-Abstellungen schränkten das Angebot für Ethylen und Propylen deutlich ein. Der Wirbelsturm Katrina hat einen Teil der amerikanischen Raffinerien ausgeschaltet und dürfte damit zum Anlass geworden sein, einen schon länger schwelenden Engpass in die Märkte zu transportieren. Angesichts insgesamt gut ausgelasteter Kapazitäten steht die Branche vor grossen Herausforderungen, das bestehende Auftragsvolumen fristgerecht abzuwickeln. Die Rohstofferzeuger operieren bereits mit Materialzuteilungen und geben die gestiegenen Preise ihrer Vorprodukte an die Hersteller von Kunststoffverpackungen weiter. Diese sind jetzt gezwungen, sich den veränderten Marktbedingungen anzupassen. Der IK Industrieverband Kunststoffverpackungen e.V. geht davon aus, dass trotz der strukturellen Defizite in der Prozesskette die bestehenden Lieferverträge erfüllt werden können. Die Annahme zusätzlicher Aufträge wird daher auch von der Verfügbarkeit der jeweils benötigten Kunststofftypen abhängig sein. Im Gegensatz zur Entwicklung des Rohölpreises war die Marktlage bei den wichtigsten Verpackungskunststoffen Polyethylen und Polypropylen im ersten Halbjahr 2005 weitgehend ausgeglichen. Zur Jahresmitte zogen die Preise zunächst moderat an, um Ende August schlagartig um mehr als 15 % hochzuschnellen. Gleichzeitig kam es zu ersten Lieferengpässen und zur Ankündigung weiterer Preisanhebungen um 25 bis 30 Prozent im September und Oktober. Die überraschende Entwicklung, so der Branchenverband in einer Eilmitteilung, ist weniger die Folge der Rohölverknappung, als vielmehr das Resultat weltweit nicht ausreichender Raffineriekapazitäten. Die USA mussten schon vor der Zerstörung von rund zehn Prozent ihrer Raffinerien durch den Wirbelsturm Katrina zunehmend Treibstoffe aus Europa und für die Herstellung von Benzin geeignete Rohölsorten importieren. Die wegen fehlender Gewinnaussichten viele Jahre lang verzögerte Erweiterung der Verarbeitungskapazitäten für Mineralöl könnte im kommenden Jahr die Verknappungstendenzen bei petrochemischen Erzeugnissen noch verschärfen. Dann werden in den USA strengere Benzin-Schwefelspezifikationen wirksam. Solche Anforderungen werden bislang überwiegend nur von Anlagen in Nordwesteuropa erfüllt. Die aufgrund des Benzinengpasses jetzt winkenden Gewinne veranlassen die Raffineriebetreiber, die Ausbeute an Treibstoffen soweit wie möglich zu erhöhen. Dies geht auch zu lasten der Verfügbarkeit an Chemiebenzin (Naphtha), aus dem letztlich die knapp gewordenen Kunststoffe hergestellt werden. Die ernste Situation strahlt inzwischen auch auf das Angebot anderer im Verpackungswesen eingesetzter Kunststoffe aus. So hat sich beispielsweise der Preis für den Flaschen- und Folienwerkstoff PET ebenfalls drastisch erhöht. |
IK - Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V., Bad Homburg
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