| 05.12.2014, 15:11 Uhr | Lesedauer: ca. 2 Minuten |
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Wilhelm Anger, der auf nahezu 70 Jahre als Kunststoff-Pionier zurückblicken kann, ist am 02. Dezember 2014 im 89. Lebensjahr in seiner Salzburger Wohnung durch Herzversagen aus seinem bis zuletzt schaffensreichen Leben gerissen worden. Zusammen mit seinem jüngeren Bruder Anton Anger (Jahrgang 1929 - 2013) galt er als einer der wichtigsten Kunststoffpioniere, der einige wichtige Kapitel österreichischer Industriegeschichte geschrieben haben. Während Anton Angers Schwerpunkt der Maschinenbau war - Beispiele sind die Entwicklung des konischen Doppelschneckenextruders, der Rohr-Extrusionslinien oder die ersten Hochgeschwindigkeits-Fräsmaschine, war Wilhelm Anger der Anwendungstechniker und Produktentwickler. Auf sein Konto gehen beispielsweise die Perfektionierung des Doppelschneckenextruders mit parallelen Schnecken sowie des Kaskaden-Extruders. Als epochal galten seine Verdienste um die Stabilisierungstechnik für PVC bzw. die Rezepturentwicklung, seine Erfindung der Muffenkupplung von Kunststoffrohren, die die grundlegende Voraussetzung für die unkomplizierte Verlegetechnik auf der Baustelle darstellt und damit den Siegeszug des Kunststoffrohres ermöglicht hat. In Folge stieg er zum größten Rohr- und Fittinghersteller Europas auf (Anger Kunststoffwerk Bogen/Donau). Unter seiner Führung wurde auch die Vollkunststoff-Türe entwickelt, erstmals modernes Design im Maschinenbau eingeführt und der internationale Anlagenbau forciert. Entwicklung der Brille vom reinen Sehbehelf zum Sport- und Modeartikel Nach dem Verkauf seines Extrusionsmaschinenbaus in Traun, Oberösterreich, und Wien an die amerikanische Bemis-Gruppe, die die Werke dann an Cincinnati Milacron weitergab, konzentrierte sich Wilhelm Anger wieder auf seine parallel zur Extrusionstechnik betriebene Brillentechnik. Auch auf diesem Gebiet gehen eine ganze Reihe von nachhaltigen Innovationen auf sein Konto. So zum Beispiel der Brillenwerkstoff "Optyl" (1964), die Entwicklung der Brille vom reinen Sehbehelf zum hochwertigen Modeartikel (1966 Start der Zusammenarbeit mit Dior und in Folge vielen weiteren Modemarken), bzw. zum Freizeitartikel in Form der Carrera-Ski- und Sportbrillen (ab 1961), die universell kombinierbare Modulbrille (ab 1984), das Eyemetrics-System zur individuellen Maßabstimmung einer Brille auf die jeweilige Kopfform (1988), das modulare Eyephorics-Kunststoff-Brillensystem (1998), und als Krönung des Lebenswerkes die "Idealbrille". Es ist die bohrungsfreie, randlose Brille mit Klebeverbindungen zwischen Fassung und Gläsern unter dem Markennamen "Lensbond" (2008). |
Lensbond Research & Development GmbH, Salzburg, Österreich
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